Von Opfern des Zeitgeistes

Erding - Das Programm ist das Ziel. Mit „LOL“ (Laughing out loud) gastierte Comedian Florian Simbeck am Freitag in der Schiaßn in Erding.

Gut gefüllt, aber nicht ausverkauft war die Schiaßn, als Florian Simbeck sein Programm „LOL“ präsentierte. Mag vielleicht daran liegen, dass der Florian nicht so bekannt ist wie der von ihm gespielte Stefan des Duos Erkan und Stefan. Während sich Erkan, eigentlich John Friedmann, als Schauspieler ernsten Rollen zuwendet, bleibt Simbeck weitgehend der Comedy treu, nicht zuletzt auch seinem Alter Ego, welches ihm sichtlich Spaß macht.

Sein Programm ist Stand-Up-Comedy. Das heißt, er erzählt über sich und die Welt, möglichst pointiert und hofft, dass das Publikum von den gleichen Dingen genervt oder amüsiert ist. Das ist nicht immer der Fall, nicht jeder Witz zündet, doch die Trefferquote ist hoch.

Auf Erprobungstour war er mit LOL in den „neuen Bundesländern, doch wenn man etwas neu nennt, sollte es wenigstens besser sein“. Er freut sich, dass er dort erkannt wurde, gleich von einem ganzen Reisebus, wenn auch als Oliver Pocher. Den Stefan zaubert Simbeck mit anderen Begegnungen auf die Bühne, beispielsweise mit Rückentretern im Kino, gegen die eine „vorwurfsvolle Vierteldrehung“ helfen soll - „wenn sie nicht zwei Köpfe größer sind“ als man selbst.

Als Florian nimmt Simbeck dagegen die „Opfer“ auf Korn. Opfer des Zeitgeistes, die mit dem Radl zum Biomarkt fahren und dort eine Viertelstunde vor einem Joghurt sinnieren, dass der Genuss desselben sie fünf Minuten länger leben lässt. Oder Opfer der Technik, insbesondere der Smartphones und der iPads. Früher ging er einmal in der Woche mit drei Kumpels zum Saufen. Heute haben die drei Smartphones „und ich komme mir vor wie ein Alleinunterhalter“, weil sie bei Youtube oder Facebook surfen.

Dabei hat er sich selbst bei Facebook angemeldet, erzählt er, doch der Start mit der Meldung „Florian Simbeck hat 0 Freunde war total deprimierend“. Dass ihm sein iPhone dann ins Klo plumpste, eine ausführlich geschilderte Szene, machte ihm klar: „Heute muss dein Glückstag sein.“ So auch sein Rat an alle Frauen: „Wenn der Mann das Handy mehr streichelt als dich, dann ist Zeit, Schluss zu machen.“

Gert Seidel

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