Gut durch die Pandemie gekommen ist der Augenoptiker Brillen Weber in Erding. Die Terminbuchungen sind für Inhaber-Tochter Angelique Kern eine positive Erkenntnis aus der Corona-Zeit.
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Gut durch die Pandemie gekommen ist der Augenoptiker Brillen Weber in Erding. Die Terminbuchungen sind für Inhaber-Tochter Angelique Kern eine positive Erkenntnis aus der Corona-Zeit.

Kunden steigen auf regionale Anbieter um

Gut durch die Corona-Krise: Erdings Optiker wahren den Durchblick

Viele Branchen waren im Lockdown von einer Zwangsschließung betroffen oder sind noch immer zu. Ganz anders die Augenoptiker: Sie gelten als systemrelevant und durften durchgehend geöffnet bleiben. Darüber sind auch die Fachgeschäfte im Kreis Erding froh.

Landkreis Erding - Zwar haben auch sie Corona gespürt. Mit der andauernden Pandemie hat sich die Situation aber wieder verbessert. Teilweise sind sogar Kunden von Optikern aus München auf Anbieter aus der Region umgestiegen. Dass Mund-Nasen-Schutz und Brille keine ideale Kombination sind, kann wohl jeder Brillenträger bestätigen. Dementsprechend gut verkaufen sich aktuell Anti-Beschlag-Sprays, besonders im Winter. Einige Kunden sind zudem neu auf Kontaktlinsen umgestiegen, berichten mehrere Augenoptiker.

Vor allem zu Beginn der Pandemie habe die Maske öfter vom Kauf neuer Brillen abgeschreckt. „Viele haben den Kauf nach hinten geschoben und versucht, es auszusitzen“, berichtet Christopher Heller von pro optik Erding. Bei Brillen Weber in Erding dürfen Kunden ihre Brille auch im Freien ohne Maske anprobieren. „Wir versuchen, Lösungen zu finden“, erklärt Angelique Kern, Tochter des Inhabers. Kunden der Modernen Augenoptik Dorfen dürfen Modelle auch mit nach Hause nehmen.

Zu Beginn der Pandemie ist bei Brillen Weber, seit 1975 einer der ältesten Optikerläden Erdings, der Kundenverkehr eingebrochen. „Es war gar nichts mehr los“, berichtet Kern. Wie in vielen anderen Läden wurden im Frühjahr 2020 die Öffnungszeiten verkürzt. Mit der Zeit besserte sich die Situation aber wieder. Kern ist überzeugt: „Das macht auch die Länge der Pandemie, dass die Leute nicht mehr so ängstlich sind.“ Letztlich machte Brillen Weber 2020 keinen großen Verlust im Vergleich zu den Vorjahren. Auch 2021 verläuft bislang positiv.

Nur wenige Meter entfernt befindet sich Optik Scheere. Auch dort waren zum Zeitpunkt der strengsten Kontaktbeschränkungen überwiegend Notfälle und Reparaturen angesagt, berichtet Geschäftsführer Hans Hobmeir. Die Hygieneregeln bedeuten zwar „eine gewisse Erschwernis“, trotzdem wurde 2020 ohne Verlust abgeschlossen. Auch 2021 sei bislang trotz des durchgängigen Lockdowns im normalen Jahresschnitt. Hobmeir hat sogar festgestellt, dass Erdinger, die sonst in Präsenz in München arbeiten, auf regionale Optiker umgestiegen sind. „Die Kollegen aus der Großstadt machen starke Einbußen.“

Das kann die Moderne Augenoptik Dorfen bestätigen. „Bei den Vertretern in der Stadt ist die Situation ganz schlimm. Bei uns auf dem Land ist es besser“, sagt Geschäftsführer Philipp Ponkowsky. Seine Mitarbeiter gingen im ersten Lockdown in Kurzarbeit, „weil der Umsatz war zu der Zeit fast null“. Dann ging es jedoch schnell wieder bergauf, und das Jahresergebnis 2020 war fast identisch zu 2019.

Auch Optik Scheuerer in Taufkirchen hat am meisten der Start von Corona getroffen. „Das war schon heftig. Die Leute sind einfach nicht mehr gekommen, weil sie Angst hatten“, erzählt Inhaber Georg Scheuerer. Heuer sei die Kundenfrequenz bislang relativ normal. Der Umsatz des Vorjahres war etwas geringer, aber für Scheuerer noch zufriedenstellend.

Dass der Teilumsatzeinbruch bei manchen Optikern auch an der großen regionalen Konkurrenz liegt – allein in Erding gibt es zehn Dienstleister –, glaubt Christopher Heller von pro optik Erding nicht. Die Anzahl ist laut dem Filialleiter durch gelegentliche Schließungen und Neueröffnungen relativ unverändert. Auch Hellers Kunden waren im ersten Lockdown noch viel zurückhaltender als im zweiten. 2021 machten sich allerdings das regnerische Frühjahr und der anfänglich schlechte Sommer bemerkbar.

Mit Hygieneauflagen kommt man gut zurecht. Neben Personenbegrenzung im Laden muss Maske getragen und viel desinfiziert werden. Das Säubern der Geräte ist für Optik Scheere nichts Neues. Schwieriger geworden ist aber das Ausmessen der Brille, wenn wegen der Maske die Gläser beschlagen. Hobmeir: „Wir müssen dann den Messvorgang unterbrechen und auf klare Sicht warten.“

Markus Ostermaier

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