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Am 15. Juni findet im Wehrwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr WIWeb in Erding ein Aktionstag mit über 600 Mitwirkenden statt. Dort können Besucher erleben, wie in Erding Bauteile getestet werden.

Tag der Bundeswehr am 15. Juni in Erding

Panzer, Taucher und fliegende Labore

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Normalerweise sind Bundeswehreinheiten hinter hohen Zäunen und Mauern versteckt. Die Tore sind streng bewacht, Besuch wird nicht gern gesehen. 

Erding – Das gilt auch fürs Wehrwissenschaftliche Institut der Bundeswehr (WIWeb). Am Samstag, 15. Juni, mitten in den Pfingstferien, ist alles anders. Dann ist Tag der Bundeswehr.

An 14 Standorten in ganz Deutschland, darunter im WIWeB im Norden Erdings und des Fliegerhorsts, präsentieren sich Heer, Luftwaffe und Marine sowie weitere Einrichtungen der Truppe. WIWeB-Leiter Dr. Wolfgang Kreuzer, Cheforganisator Heinrich Dinnebier und WIWeB-Sprecher Marc Hinnemann rechnen mit mehreren tausend Besuchern. Die Vorbereitungen laufen seit Wochen.

Der Tag der Bundeswehr wird in Erding nicht nur die Arbeit des Instituts beleuchten, die Besucher können zudem die ganze Vielfalt der Landesverteidigung kennen lernen. In den kommenden Tagen wird Schwerverkehr Kurs auf das WIWeB-Areal nehmen. „Wir werden einige Großgeräte auffahren“, erläutert Hinnemann, darunter eine Panzerhaubitze, in Artillerieraketensystem, den Kampfpanzer Leopard, einen Brückenlege-, einen Pionier- und einen Transportpanzer, den Kampfhubschrauber Tiger, den Panzerabwehr-Helikopter vom Typ BO 105 und einen Tornado-Kampfjet,

Taucher zeigen, wie man unter Wasser schweißt, Feldpost- und lager können die Gäste inspizieren, Sanitätern und Feuerwehrleuten über die Schulter schauen, Diensthunde beobachten, sich über die Universität der Bundeswehr und die Sportfördergruppe informieren oder beim Betreuungszentrum die Familienfreundlichkeit des Arbeitgebers Bundeswehr kennen lernen. Dort ist am Tag der Bundeswehr auch für die jüngsten Besucher einiges geboten.

Die Luftwaffe wird sich spektakulär in Stellung bringen. „Fallschirmspringer werden aus der Luft zu uns kommen“, verspricht Dinnebier. Gegen 15.10 Uhr hat der neue Airbus-Militärtransporter A400M sein Kommen zugesagt – er wird im Tiefflug über das WIWeb hinwegfliegen, um dann wieder durchzustarten.

Das Institut nutzt den Aktionstag, um sich der Öffentlichkeit vorzustellen. „Eine Intention ist ja, dass wir nicht nur zeigen, was wir können. Wir wollen auch als militärischer wie ziviler Arbeitgeber auf uns aufmerksam machen“, erklärt Pressesprecher Hinnemann. Einblicke ins WIWeB, quasi der TÜV der Truppe, gibt es sehr selten. Selbst viele Erdinger wissen nicht, was am Institutsweg zwischen Langengeisling und Eichenkofen alles geschieht.

Linnemann bringt es auf den Punkt: „Die Bundeswehr bestellt bei der Industrie, und wir prüfen, ob das, was geliefert wird, auch in Ordnung ist und unseren Anforderungen entspricht.“ Doch das WIWeB leistet noch mehr für die Bundeswehr und teilweise auch Nato-Partner. Denn hier werden Stoffe und Materialien entwickelt und getestet. Zum Beispiel stellt das WIWeB sicher, dass die Soldaten je nach Einsatzgebiet die passende Kleidung und Schutzausrüstung haben. „Zum Teil sind das individualisierte Einzelstücke“, erklärt Alexander Dietel. Da geht es nicht nur um den passenden Tarnfleck, sondern auch um integrierten Stechmückenschutz sowie die Abwehr extremer Hitze oder Kälte.

Das WIWeB betreibt zudem mobile Betriebsmittellabore, die rund um die Welt geflogen werden können. Dr. Sebastian Scheuermann berichtet, „dass die Qualität von Kraftstoffen je nach Einsatzgebiet stark schwankt. In unseren in Containern verlasteten Labore können wir etwa Diesel oder Kerosin prüfen und so Schäden an Fahr- und Flugzeugen von vornherein zu verhindern.“

Eine recht junge Abteilung ist 3D-Druckzentrum. Felix Zimmer berichtet, dass hier Einzelteile schnell nachgebaut werden könnten – aus Kunststoff oder aus Metall. Ausgestellt sein wird am Tag der Bundeswehr nicht zuletzt das Faserverbundtechnikum. Denn die besonders belastbaren Kunststoffverbünde fänden auch bei der Bundeswehr immer mehr Verwendung, so Hinnemann.

Gut zu wissen:

Der Tag der Bundeswehr beginnt am Samstag, 15. Juni, um 9 Uhr. Letzter Einlass ist um 16 Uhr, die Veranstaltung endet um 17 Uhr. Gäste sollen die ausgeschilderten Parkplätze auf der Fliegerhorst-Landebahn anfahren, der Institutsweg ist gesperrt. Das Veranstaltungsgelände ist über die Wartenberger Straße erreichbar, dort gibt es Behindertenparkplätze. Es verkehren behindertengerechte Shuttle-Busse – zur Landebahn ebenso wie zum Erdinger S-Bahnhof. Große Taschen und gefährliche Gegenstände sind verboten, es finden Sicherheitskontrollen statt. Für Verpflegung ist gesorgt, unter anderem gibt es die beliebte Erbse.

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