Volles Haus im kleinen Saal der Stadthalle: Rund 70 Anwohner der Parksiedlung kamen, äußerten Kritik und machten ortskundig Anregungen. foto: libossek

Parksiedlung: Ringen um jeden einzelnen Parkplatz

Erding - Volles Haus bei der Anliegerversammlung für die Parksiedlung: Die Bürger debattierten mit Stadtchef Gotz über die geplante Halteverbotszone rund um die Liegnitzer Straße.

So gut ist der kleine Saal der Stadthalle nur bei wenigen Bürgerversammlungen besucht. Rund 70 Anlieger aus der Parksiedlung und den östlichen Nebenstraßen der Liegnitzer Straße waren am Montagabend der Einladung der Stadt gefolgt. Erneut ging es um die geplante Halteverbotszone, die die Stadt rund um die Liegnitzer Straße ausweisen will. Die Sinnhaftigkeit der Maßnahme bezweifeln immer noch einige Anwohner. Ihr Argument: 40 Jahre lang habe es ohne strikte Parkzonen funktioniert, schnellen Durchgangsverkehr gebe es nur auf der Liegnitzer Straße.

Bürgermeister Max Gotz hält dagegen, nur mit einer Halteverbotszone die lästigen Lastwagen aus der Siedlung herauszubekommen. Auch Raser ließen sich dadurch besser ausbremsen. Insgesamt reduziert sich die Zahl der jetzt 146 Stellplätze durch die Neuordnung um etwa zehn.

Wie emotionsgeladen die Stimmung ist, hat Gotz selbst erfahren. Er berichtete von anonymen Schreiben - samt Fotos von seinem Dienstwagen, der angeblich derart falsch an der Straße parke, dass er ein Verkehrshindernis darstelle. „Normalerweise reagiere ich nicht auf so was, aber ich finde es sehr schade, was man da erleben muss.“ Gotz stellte klar: „Ich habe nicht ein einziges Mal so geparkt, dass es verkehrstechnisch nicht einwandfrei gewesen ist.“

In der Anliegerversammlung stellte Stadtplaner Wilhelm Wagner die geplante Anordnung der Parkplätze an den einzelnen Straßen vor. Sie reichen von Schräg- über Längs- bis hin zu wechselseitigen Parkplätzen. Erste Anregungen von Bürgern hatte er nach einem Ortstermin im Herbst eingearbeitet.

„Es gibt überall dort Stellplätze, wo es verkehrstechnisch möglich ist. Es stehen derzeit aber auch Autos dort, wo sie nicht stehen dürfen“, meinte Wagner zum Unmut der Anwohner. Alfons Englmeier, Verkehrsexperte der Polizei, pflichtete ihm bei. Trotzdem wird es in den nächsten Tagen nochmals Ortstermine an strittigen Stellen geben, wo nach Meinung der Anwohner durchaus ein Parkplatz möglich ist. Andererseits gab es auch Hinweise der Bürger, auf manchen Parkplatz im Einmündungs- oder Kurvenbereich zu verzichten, um als Autofahrer eine bessere Einsicht zu haben.

Die Halteverbotszone soll auch für die östlichen Nebenstraßen der Liegnitzer Straße gelten. Vor allem an der Merowinger- und Moosinninger Straße monierten Anwohner die steigende Zahl parkender Lastwagen.

Auf der Liegnitzer Straße selbst will Gotz das Tempo auf 30 Stundenkilometer beschränken, eventuell auch noch auf der Karlsbader Straße. „Die anderen Straßen lassen wir außen vor.“ Bis zu den Sommerferien soll die Maßnahme umgesetzt werden. (zie)

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