Erst zum Schnelltest, dann zum Interview: Uwe Lallinger, Maxi Bauer und Patrik Goldes (v.l.) von der Partyband Tetrapack im Gespräch mit Podcasterin Silvia Ziolkowski.
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Erst zum Schnelltest, dann zum Interview: Uwe Lallinger, Maxi Bauer und Patrik Goldes (v.l.) von der Partyband Tetrapack im Gespräch mit Podcasterin Silvia Ziolkowski.

Die Musiker von Tetrapack sehnen sich nach Auftritten und wollen endlich wieder Vollgas geben

Partyband in der Warteschleife

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Erding - Die Partyband Tetrapack ist auf jedem Fest in Stimmungsgarant. Corona hat auch sie ausgebremst. Maxi Bauer und seine Musikerkollegen können es kaum erwarten, wieder aufzutreten.

Moosen/Erding – Seit Jahren heizen sie auf Volks- und Bürgerfesten sowie dem Oktoberfest in München ein. Sogar ein Gastspiel in Dubai haben sie schon gegeben. Doch seit Ausbruch der Corona-Pandemie ist es (auch) um die Musiker der Partyband Tetrapack ruhig geworden. „Gut, dass wir alle einen Beruf haben und nicht auf die Musik angewiesen sind“, sagt Frontmann Maxi Bauer. „Da geht es anderen schon deutlich schlechter.“

„Erding Heroes eine Stimme geben“ heißt eine Video-Reihe von Silvia Ziolkowski, die seit einigen Monaten läuft. Die Erdingerin hat bereits Streetart-Künstler Mr. Woodland, die Song-Poetin Samira Binder, die Macher vom Tonwerk in Dorfen, Erdings Türmerin Doris Bauer, Geschäftsleute und Gastronomen interviewt. Ihre Zuschauer sind eingeladen, sich von den Landkreis-Helden inspirieren zu lassen, wenn diese erzählen, wie sie es geschafft haben, ihre Vision zu leben und die Corona-Pandemie zu überstehen. Diesmal war Tetrapack das Thema. Ziolkowski traf sich in Erding mit Maxi Bauer, Patrick Goldes und Uwe Lallinger.

„Wir kennen uns schon ewig lang, den Maxi schon seit dem Kindergarten“, erzählt Schlagzeuger Goldes, der ebenso wie Bauer aus Moosen stammt und mittlerweile in Erding lebt. Bassist Lallinger stieß 2009 zur Gruppe, „bei der eigentlichen Bandgründung“, erinnert sich Goldes. „Wir haben schon als Kinder viel Zeit miteinander verbracht, das schweißt einfach zusammen.“ Vor allem auf dem Fußballplatz waren die Spezln zu finden. Goldes hatte damals die Idee mit der Band, er spielte Schlagzeug. „Da wollte ich natürlich auch unbedingt dabei sein, habe gesungen und bin dann irgendwann ein richtiger Sänger geworden“, sagt Bauer grinsend. „Frontmann hat mir schon immer Spaß gemacht.“ Goldes erinnert sich noch gut: „Unsere ersten Anfänge waren 2006, der Maxi hat mir keine Ruhe gelassen, und dann haben wir ihn halt mitmachen lassen.“

2009 ging es richtig los. Weil es anfangs vier Band-Mitglieder waren, kamen sie auf „Tetra“, das griechische Wort für vier. „Und ,Pack’ kommt von Gesindel“, meint Lallinger lachend. Tetrapack heißt die Band heute noch, aber mittlerweile sind sie zu siebt – sechs Männer und eine Frau.

Anfangs sei viel über Mundpropaganda gegangen. „Das erst Mal, dass wir einen Tontechniker dabei hatten, war bei der Vollgas-Party in Mauggen“, erinnert sich das Trio. „Der Auftritt hat sich rumgesprochen, dann hat es in Erding Klick gemacht, und plötzlich waren alle Volksfeste offen.“ Auch auf dem Münchner Oktoberfest ist Tetrapack seit einigen Jahren fester Bestandteil. 2019 folgte ein ganz besonderer Auftritt: „Beim Oktoberfest in Dubai haben wir vor Leuten aus 50 Ländern gespielt.“ Dabei hatte Goldes, zugleich Manager der Band, die Anfrage anfangs gar nicht ernst genommen. „Ich dachte, da will uns einer verarschen“, erzählt er lachend. Dem war aber nicht so, und es folgte eines der bislang spektakulärsten Erlebnisse: ein Oktoberfest in der Wüste. „Flug, Hotel, alles wurde bezahlt, und die Stimmung war klasse“, schwärmt er heute noch von diesem ungewöhnlichen Gastspiel.

Im ersten Lockdown war Tetrapack noch ein paar mal unterwegs, die Band trat umsonst auf – etwa in Erding am Vatertag auf dem Kleinen Platz, beim Drive-in-Herbstfest oder im Sommergarten. „Damit wollten wir den Wirten, die uns sonst immer unterstützen, etwas zurückgeben“, sagt Lallinger. Man habe einen Masskrug rumgehen lassen und um Spenden gebeten, ergänzt Goldes und betont: „Das Geld, das gesammelt worden ist, haben wir unseren Technikern gegeben.“ Diese würden besonders unter dem Lockdown leiden, da sie auf das Geld aus Veranstaltungen angewiesen seien. Momentan gehe halt gar nichts: „Uns trifft’s finanziell nicht so hart, denn wir haben ja unsere Jobs.“

Gastronomie und die örtlichen Geschäfte liegen den Burschen von Tetrapack ganz besonders am Herzen. „Denen können wir mit ganz einfachen Sachen ein bisschen helfen“, glaubt Goldes und fordert die Tetrapack-Fans auf: „Holt euer Essen bei den Wirten und kauft in örtlichen Geschäften.“ Man dürfe sich jetzt nicht hängen lassen, sondern versuchen, das Beste daraus zu machen.

Bauer ist sich sicher: „Es kommen wieder andere Zeiten, und dann werden wir wieder Gas geben.“ Das sei ihr Stil, fügt der 27-Jährige an: „Immer Vollgas! Ich bin nicht glücklich, wenn in der ersten Musikrunde nicht mindestens einer auf der Bank steht.“

Lallinger erinnert sich in diesem Zusammenhang an einen ihrer ersten Auftritte in der Hallertau. „Da waren vier Tische besetzt in einer Halle für 1000 Leute – aber die vier Tische sind gestanden“, erzählt er lachend. „Es gibt nichts Schöneres, als vor Leuten zu spielen“, sagt Goldes, der davon überzeugt ist, dass die Corona-Pandemie bald vorbei ist: „Und dann lernt man alles sicherlich wieder mehr zu schätzen.“ Bauer ergänzt: „Und dann werden wir wieder ganz nervös sein vor dem Auftritt.“ Auch, wenn nur vier Tische besetzt sein sollten.

Internet: Die Podcasts von Silvia Ziolkowski, „Erding Heroes eine Stimme geben“, findet man auf www.silvia-ziolkowski.de.
Infos zu Tetrapack gibt es unter tetrapack.rocks.

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