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Klinikum Erding

Patienten-Plus als Lebensversicherung

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Um 8,2 Prozent soll heuer die Zahl der stationären Patienten im Klinikum ansteigen. Dieses Wachstum ist die Basis für den Wirtschaftsplan – und ein möglichst kleines Defizit.

Erding – Erstmals hat der Kreistag den Wirtschaftsplan des Klinikums beraten – und das auch noch öffentlich. Das Gremium hat am Montag das vom Klinik-Vorstand erarbeitete Zahlenwerk einstimmig verabschiedet. Nach der erst vor einem Monat beschlossenen neuen Unternehmenssatzung für das kommunale Krankenhaus hätte die Politik sogar das Recht auf „Anpassung“ gehabt. Doch es blieb bei kritischen Nachfragen.

Im nächsten Schritt werde dies als Empfehlung an den Verwaltungsrat des Klinikums weitergegeben, erklärte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) in seiner Rede. Für das Jahr 2017 wird der Fehlbetrag auf rund 2,9 Millionen Euro kalkuliert, mehr als doppelt so viel wie anfangs angenommen. 2018 soll es ein Minus von 2,4 Millionen Euro werden. „Wir sind sehr sportlich in diese Entscheidung gegangen“, gab Bayerstorfer zu.

„Wir wollen das Klinikum Landkreis Erding weiterentwickeln“, erklärte der Landrat. Mit 1020 Beschäftigten auf 680 Vollzeitstellen habe das Krankenhaus so viele Mitarbeiter wie noch nie. Mit insgesamt 33 000 Patienten, die für heuer prognostiziert werden, präsentiere sich das Klinikum als leistungsfähiges Haus. „Das sind Menschen, die nicht enttäuscht werden dürfe“, sagte der Landrat.

Diese Zahl teilt sich in knapp 16 000 ambulante Fälle (+ 0,5%) und 17 000 stationäre Patienten. Hier sieht der Wirtschaftsplan ein Anwachsen um 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr vor. In den beiden Jahren zuvor gab es hier sogar Rückgänge.

An diesem Punkt setzten Helga Stieglmeier (Grüne) und Stephan Treffler (ÖDP) mit ihren Nachfragen an. Sie wollten genauere Erläuterungen zu den Faktoren haben, die dieses Wachstum bewirken sollen. Der Wirtschaftsplan nennt hier das Bevölkerungswachstum, die Verpflichtung anerkannter Ärzte und den Aufbau neuer Versorgungsangebote. Unter anderem bei den kürzlich gegründeten Abteilungen Schmerztagesklinik und stationäre Schmerztherapie sowie am Schlaflabor in Dorfen würden gute Erlöse erzielt.

Genauer wurden Bayerstorfer und Klinik-Vorstand Sandor Mohacsi nicht. „Ein Wachstum in elektiven Bereichen wie der Schmerztherapie ist absolut sinnvoll“, erklärte der Krankenhaus-Manager. Genau diese Wahl-Leistungen, zum Beispiel plastische Chirurgie, bringen Krankenhäusern Einnahmen.

Die Notfallambulanz erzeugt dagegen laut Wirtschaftsplan ein Defizit von einer Million Euro jährlich, die Geburtshilfe etwa 450 000 Euro. Beide Abteilungen seien aber entscheidend für die Grundversorgung, erklärte Bayerstorfer. „Dass das Klinikum Menschen in einer akuten Notfallsituation abweist, das darf nicht passieren“, sagte der CSU-Politiker.

Verbesserungen will Bayerstorfer bei der Nutzung des Erdinger Krankenhauses durch Bürger aus dem nordöstlichen Landkreis erreichen. „Sehr viele Patienten aus diesem Bereich gehen in andere Häuser“, klagte er. Die Portalpraxis des Klinikums in Taufkirchen soll hier den Umschwung bringen.

Auch Kooperationen mit der Airport Klinik und der Klinik Wartenberg seien geplant, berichtete der Landrat. Dazu habe er in den vergangenen Wochen Gespräche geführt. Ein weiteres Projekt ist nach Bayerstorfers Worten die Erweiterung der Dialyse an einem neuen Standort auf dem Klinikgelände.

Mehrere Redner beschworen, dass das Klinikum nicht schlecht geredet werden solle. „Ich sehe in dem Wirtschaftsplan ein Zeichen an die Bürger, dass es eine Aufbruchstimmung und sichere Zukunft fürs Klinikum gibt“, sagte Georg Els (FW).

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