Das Ärzteteam der neuen Hauptabteilung Urologie am Klinikum Erding mit Chefarzt Dr. Thomas Vogt (M.), Landrat Martin Bayerstorfer (l.), Krankenhausdirektor Dr. Dirk Last (r.) und Ärztlichem Direktor PD Dr. Lorenz Bott-Flügel (4. v. l.).
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Das Ärzteteam der neuen Hauptabteilung Urologie am Klinikum Erding mit Chefarzt Dr. Thomas Vogt (M.), Landrat Martin Bayerstorfer (l.), Krankenhausdirektor Dr. Dirk Last (r.) und Ärztlichem Direktor PD Dr. Lorenz Bott-Flügel (4. v. l.).

Am Klinikum geht neue Urologie in Betrieb – Auch Kinder als Patienten

Patienten soll nichts weh tun

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
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Historischer Moment am Klinikum Erding: Hier gibt es erstmals in der Geschichte des Kreiskrankenhauses eine eigene Hauptabteilung Urologie.

Erding – Historischer Moment am Klinikum Erding: Hier gibt es erstmals in der Geschichte des Kreiskrankenhauses eine eigene Hauptabteilung Urologie. Als Chefarzt konnte Dr. Thomas Vogt von einer Klinik in Singen am Bodensee nach Erding geholt werden. Der 54-Jährige bekommt Unterstützung von sechs Ober-, Fach- und Assistenzärzten und Pflegekräften. Herzstück bilden zwei Operationssäle, die den OP-Trakt im Klinikum entlasten. Künftig will Vogt auch Kinder ab sechs Monaten behandeln.

Schon bisher konnten Urologiepatienten das Klinikum aufsuchen. Bis Jahresende hatte Dr. Gabriela Burghart hier eine Belegpraxis. Die ist mittlerweile ins Angermaier-Haus an der Franz-Brombach-Straße umgezogen.

Das Klinikum hat die zurückliegenden Monate genutzt, um die Räume im Nordosten des Klinikums zu ertüchtigen. Dazu gehört neben den OPs und einem Aufwachraum auch ein neues, 300 000 Euro teures Röntgengerät. Insgesamt spricht Krankenhausdirektor Dr. Dirk Last von einer Investition „im unteren Millionenbereich“.

Bei der Vorstellung der neuen Abteilung und des Chefarztes erklärte Landrat Martin Bayerstorfer am Dienstag: „Viele Patienten, die bislang eine spezifischere Behandlung benötigt haben, mussten in benachbarte Kliniken, etwa nach Landshut, Freising oder München, ausweichen. Das sei nun passé. Die neue Abteilung sei zudem „ein weiterer Schritt in Richtung klinischer Schwerpunktversorger“. Last meinte: „Unser Ziel ist, dass kein Bürger aufgrund einer stationären Behandlung den Landkreis verlassen muss.“

Vogt hat eine simple, aber überzeugende Leitlinie: „Das Wichtigste ist, dass den Patienten bei den Untersuchungen und Behandlungen nichts weh tut.“ Deswegen würden Diagnostik und Therapie nahezu immer in Narkose oder Sedierung durchgeführt.

Der 54-jährige Vater dreier Kinder gilt als Fachmann für minimal-invasive Eingriffe, Tumorbehandlungen und Therapien an Niere, Blase, Prostata und Harnwegen. Auch in der medikamentösen Tumorbehandlung kennt er sich aus. Zum Spektrum der Urologie am Klinikum gehören auch Blasen- und Harnleiterspiegelungen, Untersuchungen zum einen der Verbindung zwischen Niere und Blase sowie von Gewebeproben aus diesen Organen und der Prostata. In vielen Fällen, erklärt Vogt, könnten bei der Endoskopie Diagnostik und Behandlung gleichzeitig stattfinden, etwa die Zertrümmerung von Steinen im Harnleiter per Laser.

Offiziell ist Vogt seit 1. Juli in Erding im Dienst, dem Tag, an dem auch die Abteilung an den Start ging. Derzeit finden die letzten Arbeiten statt, ab kommender Woche werden die ersten Patienten erwartet. Bayerstorfer ist erfreut, dass in einem zweiten Schritt bald auch Kinder behandelt werden – für ihn ein Etappenziel auf dem Weg zu einer eigenen kinderheilkundlichen Abteilung.

Noch lebt Vogt am Bodensee, er uns seine Frau stammen aber aus München. Hier hat er auch studiert. „Wenn unsere drei Kinder in ein paar Jahren aus der Schulen sind, werden wir hierher ziehen.“ Das Klinikum Erding habe ihn gereizt, „weil man wohl nur einmal im Leben die Chance bekommt, eine ganz neue Abteilung aufbauen zu dürfen“.

Patienten und niedergelassene Ärzte können sich ab sofort unter Tel. (0 81 22) 59 50 40 informieren. Für ambulante Behandlungen bedarf es einer Einweisung beziehungsweise eines Überweisungsscheins.

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