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Auf den 100. von Jubilar Peter Kühn (sitzend) stießen an (stehend, v. r.): Jörg Wund und Gattin, Ludwig Kirmair, Petra und Karl Heinz Bauernfeind sowie Alois Gabauer. 

Peter Kühn feiert 100. Geburtstag

Der One-Dollar-Man

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Das ist selten: In Erding hat Peter Kühn 100. Geburtstag gefeiert. Portrait eine „wuidn Hunds“, der auf ein Leben voller Glamour zurückblickt.

Erding – Als Peter Kühn am 9. Oktober 1920 in Berlin zur Welt kam, überwand die Welt gerade die Schrecken einer höllischen Pandemie. Die Spanische Grippe war vorbei, in Deutschland begannen die „Goldenen 20er“. Hundert Jahre später steckt die Welt in der nächsten globalen Gesundheitskrise. Inmitten besorgniserregender Corona-Monate feierte Kühn am Freitagabend 100. Geburtstag.

Dass er seine Gratulanten im Restaurant Empire der Therme empfing, verwundert wenig, sind die Namen Kühn und Wund als Gründer der Therme doch über 20 Jahren eng miteinander verwoben. Und es passt zum Jubilar, den man trotz fortgeschrittenen Alters getrost als „wuidn Hund“ bezeichnen darf, dass er in sein Einladungs-Booklet schrieb: „Time to drink champagne and dance on the table“.

In noblem Ambiente wurde in der Tat teures Blubberwasser serviert, auf den Tischen getanzt wurde nicht. Dafür ist Kühn dann doch zu alt, und in Corona-Zeiten ziemt es sich, lieber eine Maske aufzusetzen als sich die Kleider vom Leib zu reißen.

Kühn ist ein Thermenmann der ersten Stunde. Nein, er kam lange vorher. In der Medienwelt bestens vernetzt, lotste er unzählige Journalisten und Fernsehteams auf den braunen Acker im Süden Erdings, um sie von der Thermen-Idee zu begeistern. Die Herzogstadt erlebte ein nie da gewesenes Medienecho – im Ton viel bewundernder als die Beiträge über den Rathaustunnel zwei Jahrzehnte später . . .

Noch glamouröser war Kühns Berufsleben vor der Betreuung der Therme, für die er nie eine Mark bekommen hatte, was ihm den Spitznamen „One-Dollar-Man“ einbrachte. Er managte Stars wie Brigitte Bardot, Henry Fonda, Alain Delon und Charles Aznavour. Seine Agentur Cinepress betreute 165 Filmprojekte publizistisch. Auch der US-Multimilliardär Malcolm Forbes war in seiner Kartei. Heute lebt Kühn gut umsorgt im Fischer’s Seniorenzentrum. ham

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