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Begeisterten die Zuhörer (v. l.): Martin Eber, Gladys Mwachiti, Oliver Setzle, Harald Knobloch und Rüdiger Glufke – bei ihrem Benefiz-Konzert in der Erlöserkirche.

Pop in der Erlöserkirche

Pfarrer rocken für die neue Orgel

Klettham – Vier Musiker und eine Sängerin bilden die Pfarrer-Band. Mit Liedern aus dem Afra-Oratorium gaben sie ein Benefizkonzert in der Erlöserkirche.

Was die Erdinger am vergangenen Sonntag in der Erlöserkirche Klettham erlebten, war einmalig. Und das ist wörtlich zu nehmen: Dieses Konzert wird es in dieser Form wohl nicht wieder geben. Was sich da zusammenfand war eine Projektband unter der Führung von Rüdiger Glufke, Pfarrer und persönlicher Referent des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), aber eben auch Komponist. Von ihm stammt das „Afra-Oratorium“ über eine Heilige gleichen Namens, einen Flüchtling. Das Drama spielte in Augsburg zur Zeit der Christenverfolgung. Im Konzert wurden einzelne Lieder daraus präsentiert.

Überzeugend war die charismatische und fröhliche Sängerin Gladys Mwachiti aus Kenia, die am Rand des Konzerts der Heimatzeitung lachend erklärte: „Ich spreche akzentfrei Deutsch, auch wenn man es nicht sieht!“ Das erwies sich als gut, denn die Texte sind in deutscher Sprache und sollten verständlich bleiben, auch wenn Pfarrer Harald Knobloch aus München in die Saiten seiner E-Gitarre griff, Oliver Setzke von der Bundespolizei in München das Schlagwerk bediente und Martin Eber mit seinem E-Bass den Sound zusammen hielt.

Durchs Programm führte Johannes Minkus, er kommt auch vom Landeskirchenamt wie Bandleader und Keyboarder Glufke. Er trägt den Titel Oberkirchenrat, aber in die Kirche lief er wie ein gestandener Rock-Musiker ein.

Zusammengebracht hat das alles Andrea Jarmurskewitz, Mitglied im Kirchenvorstand und der Landessynode der evangelischen Kirche in Bayern, die auf der Suche nach einem guten Benefiz-Konzert für die neue Orgel in der Erlöserkirche war. Was die Fünf auf den zur Bühne umfunktionierten Altarraum brachten, war gewaltig: Der dunkelhäutigen Sängerin hörte man an, dass sie vom Soul und vom Jazz her kommt: Ihre ausdrucksstarke Stimme brachte ausgezeichnet rüber, wie es Flüchtlingen gehen kann, und als Glufke selbst seine Stimme erhob bei dem Stück „Ein Geisterschiff“ konnten die Gäste nicht umhin, die entsetzlichen Bilder der Seelenverkäufer auf dem Mittelmeer wieder vor die Augen zu bekommen.

Nach der Pause sollten die Gäste mitsingen. „Ich glaube, es wird nicht leise bleiben“, orakelte der Moderator und rief dazu auf, sich das neue Liederbuch „Kommt, atmet auf!“ zur Hand zu nehmen. Der Wunsch jedenfalls ging in Erfüllung.

Es war ein großartiger Konzertabend. Die Hälfte des Erlöses fließt in die Flüchtlingsarbeit, die andere in die Spendenkasse für die neue Orgel in der Erlöserkirche.

Klaus Kuhn

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