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Ein Fotobuch als persönliches Abschiedsgeschenk überreichte dem scheidenden Weihbischof Bernhard Haßlberger (l.) Birgit Jöbstl und erinnerte an viele Besuche des Kirchenmannes im Erdinger Land.

Pfarrverband Erding-Langengeisling verabschiedet Weihbischof Bernhard Haßlberger (74)

Hunderten Kindern die Firmung gespendet

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
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Einen kleinen, aber feinen Abschied haben die Erdinger Katholiken dem scheidenden Weihbischof Bernhard Haßlberger gewährt. Es gibt viele Erinnerungen.

27 Jahre lang war Bernhard Haßlberger Weihbischof der Erzdiözese München und Freising. Im Oktober, wenn der Vertraute von Reinhard Kardinal Marx 75 Jahre alt wird, geht er in Ruhestand. Schon jetzt nahm Haßlberger Abschied vom Pfarrverband Erding-Lagengeisling. Dabei sollte diese Feierstunde eigentlich gar nicht stattfinden.

Haßlberger wollte ursprünglich nämlich vorigen Sonntag zum Patrozinium von St. Johannes, Namenspatron der Erdinger Stadtpfarrei, kommen. Doch dieses Fest musste aufgrund der von der katholischen Kirche streng ausgelegten Regeln in der Corona-Pandemie abgesagt werden. Dennoch wollte der Weihbischof nicht einfach so gehen – und stattete dem Pfarrverband einen Besuch im kleinen Rahmen ab.

Stadtpfarrer Martin Garmaier überließ dem 74-Jährigen gerne die Kanzel. In seiner Predigt erinnerte Haßlberger daran, „dass in früheren Zeiten die Lehre der Kirche noch sehr ausgeprägt auf das Geistige nach dem Erdenleben ausgerichtet war, dass aber gerade auch die Bedürfnisse der Menschen in ihrer derzeitigen Situation, hier und jetzt, wichtig und relevant sind“.

Haßlberger bedankte sich am Ende des Gottesdienstes bei allen Beteiligten, „ob sie nun sichtbar in der Kirche agieren oder hinter den Kulissen zum Gelingen des Gottesdienstes und zu seinem Geschenk beigetragen“ hatten. Beim Auszug aus der Kirche nach dem Gottesdienst sprach er, wie es seine Art ist, in den Bankreihen einzelne Familien mit ihren Kindern an.

Das Geschenk, das Haßlberger erwähnte, war in der Tat sehr persönlich. Birgit Jöbstl, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats und Vertreterin der Firmhelferinnen, überreichte dem Weihbischof ein Fotobuch, das ihn bei seinen Besuchen zusammen mit Gemeindemitgliedern in Erding und Langengeisling zeigt. Jöbstl erinnerte daran, dass ihr spontan zehn Firmungen mit ihm als Firmspender im Gedächtnis seien.

Gemeindemitglieder beider Pfarreien hatten dazu ihre Archive gesichtet und Bilder zur Verfügung gestellt. Inge Sichlinger wählte aus mehr als 200 Motiven die schönsten aus und ließ das Fotobuch drucken.

Trotz aller Beschränkungen durfte ein Sektempfang im Saal des Johanneshauses stattfinden. Ein gemeinsames Mittagessen mit dem Weihbischof, den Vorsitzenden der Pfarrverbands- und -gemeinderäte sowie Kirchenpflegern und Mesnern rundete den Besuch ab, berichtet Rudolf Gartz, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats von St. Johannes.

Haßlberger wurde am 30. Oktober 1946 in Ruhpolding geboren. In München studierte er katholische Theologie und Philosophie.

Die Priesterweihe erhielt er am 25. Juni 1997 durch Erzbischof Joseph Ratzinger, den späteren Papst Benedikt XVI. Am 31. Mai 1994 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Octaba und zum Weihbischof im Erzbistum München und Freising. Die Bischofsweihe spendete ihm Friedrich Kardinal Wetter am 29. Juni desselben Jahres.

Ein Weihbischof ist ein Bischof, der jedoch keine Diözese leitet. Vielmehr ist er dem Bischof, derzeit Marx, als Helfer zugeordnet. Er vertritt ihn vor allem bei Weihehandlungen sowie beim Austeilen des Firmsakraments. In dieser Funktion war Haßlberger immer wieder im Landkreis Erding.

Die Anzahl der Weihbischöfe richtet sich nach der Größe und dem Bedarf der Diözese und wird durch den Diözesanbischof im Einvernehmen mit dem apostolischen Stuhl festgelegt. Im Bistum München-Freising gibt es drei: Neben Haßlberger sind das Rupert Graf zu Stolberg sowie Wolfgang Bischof. Ein Vierter, Weihbischof Franz Dietl, ehemaliger Bischofsvikar für die Seelsorgsregion Süd, wirkt nach seiner Emeritierung weiterhin in der Seelsorge des Erzbistums mit.

ham

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