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Schlüsselübergabe: Andreas Iding (l.) von der Firma und ÖPP-Partner Goldbeck übergibt den symbolischen Schlüssel an Landrat Martin Bayerstorfer.

Pflegeakademie eingeweiht

Ein Magnet aus Holz und Beton

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Innerhalb eines Jahres gebaut, drei Wochen unter dem Zeitplan und günstiger als veranschlagt: Mit dem neuen Bildungszentrum für Gesundheitsberufe (BZG) haben der Landkreis und das Bauunternehmen Goldbeck mehr als eine Punktlandung geschafft.

Erding - Am Freitag wurde der Neubau feierlich eingeweiht. Am Montag beginnt dort der Unterricht.

Die Akademie, in die nicht nur die Schulen für Krankenpflege, Krankenpflegehilfe und Altenpflege einziehen, sondern in der auch Fortbildungen und Seminare für viele weitere Gesundheitsberufe stattfinden werden, hat laut Landrat Martin Bayerstorfer 12,47 Millionen Euro gekostet – 50 000 Euro weniger als kalkuliert. Die Gesamtkosten für Bau und 25-jährigen Betrieb, für den ebenfalls Goldbeck verantwortlich ist, bezifferte Bayerstorfer mit knapp unter 20 Millionen Euro. Der Freistaat Bayern schießt 2,85 Millionen Euro zu. Sichtlich erfreut war er aber auch, weil der Bau drei Wochen früher als geplant fertiggestellt wurde.

Bayerstorfer erinnerte daran, dass die Idee für das BZG 2013 geboren worden sei, als die Pflegeschulen wegen Raummangels aus dem Klinikum in Container neben dem Personalwohngebäude verpflanzt werden mussten.

Bestandteil der ÖffentlichPrivaten Partnerschaft (ÖPP) sei gewesen, ein Haus in Passivhausstandard mit 80 Prozent Energieeinsparung, viel Holz sowie modernen Lernlandschaften zu realisieren – und ein Vierteljahrhundert zu betreiben. Danach geht es vollständig in die Verantwortung des Landkreises über.

Für Bayerstorfer ist der Neubau eine „Antwort auf den Fachkräftemangel“. „Wir brauchen die Pflegekräfte, die hier ausgebildet werden, um nach abgeschlossener Ausbildung in den Gesundheitseinrichtungen vor Ort tätig zu werden.“ Das BZG sei ein Beitrag für „Wertschätzung und Perspektiven für die Gesundheitsberufe“. Er erinnerte daran, dass seit nunmehr 50 Jahren in Erding Pfleger ausgebildet würden.

Die Festrede hielt Werner Lucha, Ministerialrat im Kultusministerium. Er lobte: „Man betritt die neue Schule und fühlt sich sofort wohl.“ Die Gesellschaft brauche immer mehr Pfleger, weil die Menschen älter würden. „Hier werden diese beiden Herausforderungen in Einklang gebracht. Diese Schule wird ein Magnet sein.“ Hinsichtlich der Neuausrichtung der Pflegeausbildung 2020 mit generalisierten Lehrplänen meinte Lucha: „Wir wollen keine reine Akademisierung dieses Berufs. Der Bedarf nach Fortbildung wird aber steigen. Dafür ist Erding nun bestens gerüstet.“

Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf bekannte, sich auf den Eröffnungstag gefreut zu haben. Sie verwies darauf, dass der Gesetzgeber diese Woche viel für die Pflege getan habe – mit der Anhebung des Beitrags für die Pflegeversicherung um 0,5 auf 3,05 Prozent. „Denn es ist eine gesamtgesellschaftliche Frage, was uns die Pflege am Menschen wert ist.“ Zudem verwies sie auf das neue bayerische Landespflegegeld und das geplante Landesamt für Pflege.

OB Max Gotz lobte die „weitere wichtige Einrichtung in der Stadt Erding.“ Klinikumschef Sándor Mohácsi sprach von einem „prächtigen Neubau, in dem wir viele Ideen für eine zukunftsweisende Ausbildung umsetzen können“. Der Begriff „Erdinger Pflege“ müsse zu einem weithin bekannten Markenzeichen werden.

Schulleiter Michael Gügel meinte, das Projekt sei „visionär“, weil es vor der Zeit begonnen wurde, seit der täglich vom Pflegenotstand gesprochen werde. An seinen Berufsstand appellierte Gügel, auch die positiven Seiten dieses so wichtigen Berufs zu vermitteln.

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