Pflegeheim ja, aber nicht um jeden Preis

Neufinsing - Die Weichen für den Pflegeheim-Bau werden neu gestellt. Der Gemeinderat hob am Montag seinen Beschluss auf.

Am Bau eines Pflegeheimes in der Ortsmitte von Neufinsing halten weiterhin alle Ratsmitglieder fest. Nicht jedoch an den Kosten. Nachdem das Beratungsbüro KFB bei Planungsbeginn eine Schätzung von 2,5 bis 2,8 Millionen Euro abgegeben hatte, belief sich die letzte Investitionssumme auf rund 6,3 Millionen Euro. Und dabei war schon eingespart worden, denn zuvor waren acht Millionen Euro im Gespräch gewesen (wir berichteten). Ratsmitglied und Finanzexperte Richard Schätzl, der in der Sitzung vom 26. März gegen den teuren Bau votiert hatte, wollte dies nicht hinnehmen. In einer eigens dafür einberufenen Bürgerversammlung äußerten auch die Einwohner ihre Bedenken bezüglich der hohen Kosten. Mit Erfolg: Der Gemeinderat hob in seiner Sitzung am Montag den März-Beschluss auf.

Zudem wurde über Ergänzungsanträge von Schätzl abgestimmt. Das Ratsmitglied forderte die Festlegung einer Investitionsobergrenze. Das Gremium will jedoch erst die neuen Planungen abwarten, denn nun sollen außerdem neun Wohnungen integriert werden.

Zudem plädierte Schätzl auf eine vorvertragliche Vereinbarung mit dem künftigen Betreiber. Dieser Kontrakt soll ein bevorzugtes Belegungsrecht für Einwohner der Gemeinde Finsing und deren Angehörige regeln. Denn die Bürger hatten befürchtet, dass sie bei Bedarf nicht alle einen Pflegeplatz bekommen. Weitere Inhalte sind die Höhe der Pacht sowie die Regelung, dass die Gemeinde nicht zwingend Eigentümer sein muss. Laut Bürgermeister Max Kressirer zeigt die gemeinnützige Einrichtung Pflegestern weiter Interesse. Desweiteren sollen noch überörtliche Fachleute miteinbezogen werden.

Das Handtuch geschmissen hat hingegen der beauftragte Architekt. Derzeit steht Markus Heilmaier den Räten beratend zur Seite. Nichtöffentlich wurde anschließend noch über neue Planer beratschlagt.

Daniela Oldach

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