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Als Wohn- und Arbeitsort beliebt ist der Landkreis Erding. Der hohe Bevölkerungsdruck wird nach Expertenmeinung minde stens die nächsten 20 Jahre anhalten. Dass sich die Menschen hier wohlfühlen, zeigt der Besuch von Veranstaltungen, wie hier der Kinderflohmarkt im September 2018 in Erding.

Planungsverband sagt Landkreis weiter starkes Wachstum voraus

150 000 Einwohner bis 2037

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Der Bevölkerungsdruck auf den Landkreis hält an. Bis 2037 rechnen Statistiker mit einem Plus von 17 000 Menschen. Mit 12,3 Prozent Wachstum liegt Erding im Großraum München auf Platz drei hinter Dachau (+ 13,2 %) und Ebersberg (+  13,0 %). Selbst in München soll der prozentuale Anstieg nicht so stark ausfallen.

Erding – In den kommenden 20 Jahren wird der Landkreis von aktuell 137 000 auf fast 150 000 Menschen wachsen. Diese Zahlen hat jetzt der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) veröffentlicht. Allein in den zurückliegenden zehn Jahren ist die Landkreisbevölkerung um knapp zehn Prozent gewachsen.

Dies ist auf zwei Faktoren zurückzuführen. Der PV hat errechnet, dass im Jahr 2017 – aktuellere Daten liegen nicht vor – mehr Geburten (zehn auf 1000 Einwohner) als Sterbefälle (acht auf 1000) zu verzeichnen waren. Zum anderen überstiegen die Zu- (75 auf 1000) die Wegzüge (65 auf 1000). Im Schnitt brachten Erdinger Frauen 1,67 Kinder zur Welt, hinter Fürstenfeldbruck der zweithöchste Wert.

Dennoch ist nach den PV-Daten das Erdinger Land noch vergleichsweise ländlich geblieben. Jedem Einwohner standen zuletzt 590 Quadratmeter Siedlungs- und Verkehrsfläche zur Verfügung, so viel wie in keinem der Landkreise rund um München und nur 3,4 Quadratmeter weniger als 2008. Zum Vergleich: In der dicht besiedelten Landeshauptstadt sind es aktuell 100 Quadratmeter pro Bürger, 13 weniger als 2008.

So viele zusätzliche Menschen müssen auch irgendwo leben. In keinem anderen Landkreis im Raum München wurden 2017 pro 1000 Einwohner so viele Wohnungen fertiggestellt: 7,6. Insgesamt waren es 1045. In den vergangenen zehn Jahren wurden im Schnitt 603 Wohneinheiten pro Jahr fertiggestellt – rund 60 000 sind es derzeit. Dieser Trend setzt sich fort: 2017 erteilten die Behörden 999 Baugenehmigungen, 726 im Zehn-Jahres-Mittel.

Für die Wirtschaft ist der Zuzug ein Segen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist in den vergangenen zehn Jahren um rund 20 000 auf knapp 44 000 gestiegen – eine Mehrung um über 60 Prozent. 2007 kamen auf 1000 Einwohner 214 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, zehn Jahre später bereits 321. Das Bruttoinlandsprodukt pro Erwerbstätigem betrug 65 000 Euro – in der Metropolregion ein eher unterdurchschnittlicher Wert. Zum Vergleich: In München sind es über 120 000 Euro. Das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen betrug 24 000 Euro.

Nach wie vor gibt es in Erding mehr Gewerbean- als Abmeldungen. Zwischen 2006 und 2016 verzeichnete das Statistische Landesamt, gemessen an der Gesamtzahl der umsatzsteuerpflichtigen Betriebe, 24 Prozent An- und 21 Prozent Abmeldungen.

Längst nicht jeder Erwerbstätige hat seine Arbeitsstelle am Wohnort. Zuletzt pendelten 13 000 Menschen innerhalb des Landkreises, 36 500 arbeiteten außerhalb des Landkreises, 20 000 kamen von außerhalb zum Arbeiten ins Erdinger Land.

Diese Zahlen führt etwa Erdings OB Max Gotz (CSU) an, warum vor Ort weiter Arbeitsplätze geschaffen werden müssten. So könne man den Menschen weite (Arbeits-)Wege ersparen.

Und: Je mehr Menschen hier wohnen und arbeiten, desto höher fallen die Steuereinnahmen für die Gemeinden aus. Der PV hat 1390 Euro Kommunalsteuern pro Einwohner errechnet. 49,3 Prozent entfielen auf die Einkommens-, 43 Prozent auf die Gewerbesteuer. Den Rest macht die Grundsteuer aus.

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