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Erdinger Turmschieberball

Pointiertes Turmgespräch, tolle Einlagen, volle Tanzfläche

Erding - So muss ein Faschingsball sein: Tolle Tanzauftritte, verbale Spitzfindigkeiten und bestens gelaunte Gäste. Der Erdinger Turmschieberball hielt alles, was er versprach.

Ganz ohne Partnerbörse hatten sich die Zwei gefunden: Die Freunde der Stadt Erding und der TSV Erding veranstalteten erstmals zusammen den traditionellen Turmschieberball, der nach der Schließung des Mayr-Wirt ins Restaurant am Schwimmbad umgezogen war. So erhielt Wirt Jimmy gleich den Orden der Freunde der Stadt aus der Hand von Organisatorin Johanna Heindl zusammen mit Barbara Stahnke von den TSV-Turnern und Winfried Eckert von den Delphinen.

Die goldenen Zwanziger Jahre

Passend zum Motto des Abends, „Die goldenen Zwanziger Jahre“, hatten sich viele feine Herren eingefunden, die mit Frack und Zylinder, Spazierstock und Fliege ausgerüstet waren. Auch die damals beliebten Knickerbocker-Hosen waren zu sehen, dazu Tanzkleider in allen Farben, verziert mit Fransen und Glitzer. Wichtige Accessoires bei den Damen waren die obligatorische Federboa und das Stirnband mit Straß. Darunter mischten sich ungeniert auch Piloten, Zuchthäusler, Sommerfrischler und Rastafaris aus Jamaika.

Kräftig eingeheizt wurde dem Publikum von DJ Gunnar. Das Prinzenpaar der Narrhalla, das auf dem zeitgleich stattfindenden Prinzenball unabkömmlich war, fand würdige Vertreter mit dem Tanzpaar Serafina und Christoph. Das Kinderprinzenpaar von 2014 ist seit Jahren ein eingespieltes Team und begeisterte mit akrobatischen Einlagen.

Auftritte der Narrhalla Erding und der Magic Dancers aus Grüntegernbach

Mit dem Narrhalla-Orden wurde Johanna Heindl von Tänzer Christoph geehrt. Bewundernswert, wie auch die Teeniegarde trotz beengter Platzverhältnisse ihren Auftritt mit professionellem Lächeln absolvierte. Für den Ausflug ins „Fantasialand“ mit den Magic Dancers aus Grüntegernbach waren größere Umbauten erforderlich, um den Mädels eine kleine Umkleidekabine zu schaffen. Die Tanzgruppe bot dann eine mitreißende Show mit rasend schnellen Kostümwechseln von den Waldelfen über glitzernde Meerjungfrauen bis zu schwarz-roten Teufelchen, die von den Zuschauern zu Recht frenetisch bejubelt wurden.

Turmgespräch 

Türme schieben hieß es vor dem traditionellen Turmgespräch mit Andi Mayr als Stodara (Stadtturm) und Sepp Hochholzer als Scheena (Schöner Turm). Eigentlich hätten sie die aktuellen Themen aus der Herzogstadt ja gerne tanzend erörtert, erklärt der Stodara, aber der Scheene hätte sich im Training beim Spagat verrissen, deshalb das Turmgespräch wie gehabt . . . Schwer beschäftigt hat die Türme die geplante Fusion der Erdinger Fußballvereine, und auch sie grübeln über einen passenden Namen: „ SpVgg Erding oder FC Altenerding, oder aber Zwietracht Erding? Am besten wäre wohl „FC Weißbräu“, dann „hätten’s an Sponsor und a volls Stadion“.

Hat es den neuen Leuchtturm im Stadtpark wirklich gebraucht?, fragten sich die Türme. Unbedingt, meint der Scheene, damit „de Stadträtinnen und Stadträte und die Diversen in unserm Nebel ned vom Kurs obkemma“. Auch über den deutschlandweit viel diskutierten Tunnel am Rathaus waren sich die Türme nicht einig. „Bei der ganzen EDV braucht ma doch kein Papier nicht mehr“, meinte der Stodara. Doch der Scheene bezweifelte, ob das papierlose Büro wirklich kommt. „Des kummt genauso sicher wia des papierlose Klo.“

Wie das Tempo 20 in der Altstadt umzusetzen ist, beschäftigte die Türme schwer. „Wer kontrolliert die zu schnell laufenden Jogger und die rasenden Radler? Kriegt da jeda vo dene ein eigenes Nummerntaferl?“ Apropos Kontrolle: Hat vielleicht die drohende Kassenbonpflicht auch die Bäckerei Fleck zum Aufhören bewogen? „Wia is des dann am Volksfest mit dene Kassenbons“ sorgte sich der Stodara. „Wahrscheinlich nemman de selbstklebende Bons, die bappt dir dann de Bedienung ans Hirn auffe.“

Eine progressive Idee zum Klimaschutz stellt der Schöne Turm zur Debatte: „Mia kanntn ja de Bam im Stadtpark umschneidn und lauta Windradl hi baun, des war vui ökologischer.“ Positiver Nebeneffekt: „De Krähen warn a weg. De ziagn dann um, in den neien Stadtpark im Fliegerhorst.“

Besondere Wasserplantscher

Neu im Programm war der Auftritt der „Sextollen Wasserplantscher“, die sich aus der Schwimmabteilung des TSV Erding rekrutieren. Die noblen Herren, die da piekfein im Frack mit Hut und Mantel im „Wasserbecken“ schwankten wie auf hoher See und mit viel Pathos zur Musik agierten, begeisterten die Zuschauer. Vor allem die Zugabe mit gekonnter Stripeinlage sorgte für Lacher. (Gerda und Peter Gebel)

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