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Frischen Wind in der CSU-Politik versprachen JU-Ortsvorsitzende Stefanie Hagl und Kreisvorsitzender Alexander Attensberger.

Frühschoppen der CSU

Politik: Nix für junge Leute?

Klettham – Was ist dran am Klischee der politikverdrossenen Jugend? Nichts, will die Junge Union Erding zeigen. Doch beim Frühschoppen zu diesem Thema wartete man vergeblich auf junge Leute.

Unter dem provokanten Motto „Politik – Nix für junge Leute“ stand der politische Frühschoppen der CSU gestern Vormittag im Gasthaus Kreuzeder. Dem Titel der Zusammenkunft widersprachen der Kreisvorsitzende der Jungen Union, Alexander Attensberger, und die JU-Ortsvorsitzende Stefanie Hagl. Die Beteiligung am Frühschoppen gab der These aber augenscheinlich recht, denn neben Fraktionsführer Jakob Mittermeier mühte sich nur ein Zuhörer zum Stammtisch.

Parteipolitisch sieht es dagegen anders aus. Die Mitgliederzahlen bei der JU steigen. Allein in den vergangenen drei Jahren konnte man einen Zuwachs von 30 Prozent feiern, erklärte Attensberger. Allein im vorigen Jahr gab es 25 Neumitglieder und 15 altersbedingte Austritte, denn mit 35 Jahren ist Schluss in der Jungen Union.

Der Kreisverband zählt derzeit 160 Mitglieder, davon 60 Mitglieder im Ortsverband Erding. Die Tendenz sei weiterhin steigend, denn als Junge Union bewege man sich zwischen Politik und Gesellschaft: „Wir bieten das Ganze“, erklärte der Kreisvorsitzende. Konkret heißt das, dass man diverse Veranstaltungen wie etwa Maibaumwachen durchführt, in denen es eben nicht um Politik geht, bei denen man aber eben auch einmal „reinschnuppern kann“. Man müsse personell werben, „wenn dies auch immer schwieriger wird“.

Allgemein verzeichneten alle Parteien einen Mitgliederschwund. Als gesellschaftliches Problem beklagte Hagl, „dass meist nur über Politiker geschimpft wird“, anstatt dass man sich einbringt. Meist richte man ohnehin erst im mittleren Alter das Augenmerk auf die Politik, mit Anfang 20 habe man andere Interessen, fügte Attensberger hinzu.

Er würde es begrüßen, wenn schon in den Schulen eine politische Diskussion geführt wird, selbst wenn es schwierig sei, diese parteiunabhängig zu führen. Auch für Mittermeier wäre das ein Weg, demokratische Diskussionskultur zu erlernen. Vielfach würden heute nur komplizierte Sachverhalte auf populistische Äußerungen heruntergebrochen.

Die Junge Union, so Attensberger, habe ihr Potenzial noch gar nicht ausgeschöpft. „Wir werden aktiv dran bleiben und die Leute immer wieder ansprechen, durchgehend Gas geben und die Mitgliederzahlen weiter erhöhen“, versprach er. „Wir machen keine langweilige Politik, wir machen etwas anderes.“

Gert Seidel

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