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Unversöhnlich gegenüber standen sich am 29. April in Eichenried AfD-Anhänger und Demonstranten unter der Fahne des Bündnisses Bunt statt Braun. Deren Vertreter lehnen es ab, sich mit der AfD für ein klärendes Gespräch an einen Tisch zu setzen. 

Podiumsdiskussion mit AfD-Vorsitzendem Kellermann abgesagt

Politikerinnen reden nicht mit der AfD

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Nach der AfD-Kundgebung am 29. April wollte Rainer Forster, Kreisvorsitzender der KAB die feindlich gegenüber stehenden Lager AfD und Bündnis Bunt statt Braun an einen Tisch bringen. Die Politikerinnen des Bündnisses verweigerten jedoch die Teilnahme an einer Podiumsdiskussion.

Erding/Eichenried – Es wäre sicher ein spannender Abend geworden: eine Podiumsdiskussion mit AfD-Kreisvorsitzendem Wolfgang Kellermann auf der einen, sowie Politikerinnen und Vertreterinnen des Bündnisses Bunt statt Braun auf der anderen Seite. Doch so wie von Rainer Forster, Kreisvorsitzender der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), geplant, wird der Termin am Donnerstag, 4. Juli, in Eichenried nicht ablaufen. Denn mit Ausnahme von Kellermann haben alle Diskutantinnen abgesagt. Sie weigern sich nicht nur, sich mit Kellermann an einen Tisch zu setzen. Sie lehnen auch Forster als Moderator ab. Dem unlängst aus der ÖDP gedrängten Kirchberger wird seit Monaten eine auffällige Nähe zur AfD nachgesagt, auch wenn er jetzt offenbar die Nähe der CSU sucht.

Der Gasthof Stangl in Eichenried war als Veranstaltungslokal nicht zufällig gewählt. Dort waren am 29. April unter anderem AfD-Bundesvorsitzender Alexander Gauland und Katrin Ebner-Steiner, Chefin der AfD-Fraktion im Landtag, aufgetreten (wir berichteten). Die Kundgebung war von lauten Protesten begleitet worden, die Bunt statt Braun organisiert hatte. Damals trennte die B 388 die sich feindlich gegenüber stehenden Lager. Auf Seiten der Demonstranten war an dem regnerischen April-Montag auch Forster.

Er wollte danach beide Seiten an einen Tisch bringen – neben Kellermann die Grünen-Kreisvorsitzende Helga Stieglmeier, Ulla Dieckmann (SPD), Petra Bauernfeind (FW) und Pamela Kruppa (CSU). Letztere hatte als Moosinninger Bürgermeisterin den Demonstranten für den Widerstand in ihrer Heimatgemeinde demonstrativ gedankt. Forster berief sich auf Stimmen aus der Kundgebung, man solle mit der AfD in einen Dialog treten.

Der KAB-Kreischef verschickte am 31. Mai eine Einladung zu der Veranstaltung an unsere Zeitung. Die Podiumsdiskussion wollte Forster mit Bertram Böhm vom Verein „Mehr Demokratie“ veranstalten. Pikant: Zu diesem Zeitpunkt hatte er mit den Politikerinnen aber noch gar nicht gesprochen. Sie erfuhren es über den Erdinger/Dorfener Anzeiger. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Forster erhielt eine Absage nach der anderen. Die Tatsache, von Forster überrumpelt worden zu sein, war für Kruppa, Dieckmann, Bauernfeind und Stieglmeier noch das geringste Problem.

Am deutlichsten wird Stieglmeier: „Einer Partei, in der Menschen als Parasiten bezeichnet werden, die von Umvolkung und dem Nationalsozialismus als Vogelschiss der Geschichte spricht, biete ich kein Podium. Für mich gehört die AfD nicht zum demokratischen Parteienspektrum. Sie stellt vielmehr unser demokratisches System in Frage und diskreditiert die freie Presse als Lügenpresse.“ Eine Diskussion setze für sie voraus, „dass am Ende wenigstens ein Minimalkonsens hergestellt werden kann“. Das sei in dieser Konstellation „definitiv nicht gegeben“. Zudem habe sich Forster „mit einer Reihe dubioser Veranstaltungen als Moderator disqualifiziert“.

Dieckmann teilte als eine der Bündnis-Sprecherinnen mit, sie werde nicht an einer Diskussion mit AfD-Vertretern teilnehmen. „Die Grundausrichtung dieser Partei widerspricht den Grundwerten und Zielen von Bunt statt Braun. Bauernfeind sagte unserer Zeitung, auch für sie komme ein Dialog mit der Rechtspartei und diesem Moderator nicht in Frage.

Nur Kellermann ist zum Dialog bereit. Er kritisiert die Absage der vier Politikerinnen und erinnert sie an Aussagen, dass man die AfD inhaltlich bloßstellen müsse. Deren Nein ist für ihn ein „Armutszeugnis“, das belege, was sie von Demokratie und Meinungsfreiheit hielten.

Und was macht Forster? Er wird am Donnerstag, 4. Juli, um 19.30 Uhr im Gasthof Stangl mit dem Verein Mehr Demokratie statt der Podiumsdiskussion ein Bürgerforum abhalten. „Nicht mehr die Politiker sind gefragt, sondern die Bürger. Wir wollen über den richtigen Umgang mit extremen politischen Ansichten diskutieren.“

Parteien lehnen

Moderator ab

Jetzt gibt es

ein Bürgerforum

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