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Logistikhalle: Freie Wähler bleiben skeptisch

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Der politische Frühschoppen, den die FW als Dialogforum regelmäßig anbieten wollen, stieß auf reges Interesse.

Erding– Keine Notwendigkeit, im Westen Erdings eine riesige Logistikhalle anzusiedeln, sehen die Freien Wähler (FW). Das bekräftigte Wirtschaftsreferent Rainer Mehringer am Sonntag beim politischen Frühschoppen im Mayr-Wirt. Er sagte, im April wolle der potenzielle Betreiber im Stadtrat „maßgebliche Informationen“ liefern. Dies war von einigen Fraktionen wiederholt gefordert worden.Was derzeit bekannt sei, lasse ihn nicht in Jubel ausbrechen, sagte Mehringer.

Der politische Frühschoppen, den die FW als Dialogforum regelmäßig anbieten wollen, stieß auf reges Interesse. Neben der sechsköpfigen Stadtratsfraktion und dem ehemaligen Bürgermeister Karl Heinz Bauernfeind waren einige interessierte Bürger anwesend. Die an der Sigwolf-/Ecke Dachauer Straße geplante Logistikhalle mit Handwerker- und Recyclinghof war das Hauptthema.

Mehringer betonte, wie wichtig „auskömmliche Löhne“ seien, um existenzfähig leben zu können. Die FW hätten kein Interesse an Jobs mit niedrigem Einkommen, die ein Aufstocken mit Hartz IV und damit eine Subventionierung durch den Staat notwendig machten. Gerade in einer Region mit Vollbeschäftigung und Fachkräftemangel sei es ein Trugschluss zu glauben, „dass die Auspendler nach München in Erding arbeiten, wenn die Jobs nicht gut bezahlt sind“, so Mehringer.

In der Logistik sei das Lohngefüge erfahrungsgemäß nicht sehr hoch, sagte er. Zudem würden solche Betriebskonglomerate in der Regel keine hohen Gewerbesteuereinnahmen bringen. Auch die Verkehrsbelastung, die eine Logistikfirma mit sich bringt, sehen die FW kritisch.

Dagegen können sie sich einen Handwerkerhof durchaus vorstellen. Fraktionsvorsitzende Petra Bauernfeind betonte, dieser sei schon lange ein Wunsch der Freien Wähler. Mehringer erklärte, die Stadt könne bei den Grundstückspreisen keine Wettbewerbsvorteile schaffen. Zudem müsse man vorab den Bedarf abfragen. „Wir wollen keinen Leerstand.“ Er sprach sich für eine Auslastung aller Gewerbegebiete in der Stadt aus und appellierte hier an die Verantwortlichen im Sempt-Park, „sich an einen Tisch zu setzen und zu überlegen, wie das Gewerbegebiet im Süden verbessert werden kann“. Auch Rudi Thalmeier war dafür, lieber Brachstandorte in der Stadt zu nutzen, als weitere Flächen zu versiegeln.

Karl Heinz Bauernfeind erinnerte daran, dass es in Bergham-Aufhausen durchaus Anfänge eines Handwerkerhofs gebe. „Der Andrang scheint mir nicht so groß.“ Man brauche im Westen der Stadt „nicht schon wieder ein neues Fass aufzumachen“.

Wie wichtig Erweiterungsoptionen für einen mittelständischen Betrieb sind, machte Hannelore Ewald-Schiebener vom Ford-Autohaus Ewald deutlich. „Für uns wäre es dringend nötig auszusiedeln. Wir sehen das Chaos jeden Tag in der Früh“, sagte sie mit Blick auf die Verkehrssituation an der Münchener Straße. „Wir haben uns schon vor 14 Monaten bei der Stadt beworben und müssen planen können.“ Schließlich müssten am jetzigen Standort zahlreiche Investitionen getätigt werden.

Den neben Logistikhalle und Handwerkerhof ebenfalls angedachten Recyclinghof kann sich Petra Bauernfeind auch an einem anderen Standort vorstellen, wo etwa die Verkehrsbelastung geringer ist. „Wir hatten auch schon einen anderen, aber dort gab’s Bürgerproteste.“ Peter Badmann schlug als kurzfristige Lösung vor, die Öffnungszeiten des jetzigen Recyclinghofs am Rennweg zu erweitern. gabi zierz

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