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Fünf Menschen sterben bei Unfällen

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Von: Hans Moritz

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Einer von fünf Verkehrstoten 2021: Am 10. Dezember kollidierte dieser Ford mit einem entgegenkommenden Sattelzug. Der 63 Jahre alte Pkw-Fahrer starb © Thomas Gaulke

Im Jahr 2021 sind wieder geringfügig mehr Menschen auf den Straßen des Landkreises Erding ums Leben gekommen – fünf im Vergleich zu vier im Jahr 2020. Das ergibt eine von unserer Zeitung geführte Statistik. Es ist der drittniedrigste Wert im Zehn-Jahres-Vergleich.

Erding - Die vier Toten von 2020 waren ein Rekord-Tiefststand, der auch den monatelangen Lockdowns geschuldet war, in denen deutlich weniger Menschen auf den Straßen unterwegs waren. Aber auch die 2021-Statistik dürfte von der Pandemie geprägt sein, denn bis Ostern war das öffentliche Leben stark heruntergefahren. Viele blieben im Homeoffice, entsprechend weniger los war auf den Straßen. Dafür spricht auch, dass sich alle tödlichen Unfälle im zweiten Halbjahr ereigneten.

In der ersten Jahreshälfte war kein einziger Verkehrstoter zu beklagen. Der erste tödliche Unfall ereignete sich am 10. Juni in Ottenhofen. Ein 56-Jähriger wurde von einer Zeugin in einem Wassergraben neben dem Semptweg gefunden. Der Mann aus dem südlichen Landkreis war zuvor aus unbekannter Ursache vom Fahrrad gestürzt.

Danach blieb es vier Monate ruhig, ehe es zu einer schwarzen Serie tödlicher Unglücke kam. Am 9. Oktober bog ein 28 Jahre alter Landwirt von der Kreisstraße ED 20 bei Neumauggen auf einen Feldweg ab und übersah einen entgegenkommenden Motorradfahrer. Der Notarzt konnte dem 23-Jährigen nicht mehr helfen, er starb noch auf der Fahrbahn.

Der Sicherheitsgurt hätte in der Nacht auf den 19. November einem 24-Jährigen aus Hohenpolding vermutlich das Leben gerettet, als er mit seinem VW Bus von der B 15 abkam und gegen ein Verkehrsschild prallte. Doch der junge Mann war nicht angeschnallt und wurde aus dem Fahrzeug geschleudert. Er war auf der Stelle tot.

Mysteriös sind die Umstände eines tödlichen Zusammenstoßes eines Fußgängers mit einem Lastwagen am 8. Dezember auf der B 388 bei Inning. Der 46-Jährige aus Hallbergmoos soll dem Trucker direkt vor dessen Fahrzeug gelaufen sein. Die Polizei kann Selbsttötung nicht ausschließen.

Nur zwei Tage später, am 10. Dezember, steuerte ein 63-Jähriger aus dem Landkreis Erding auf der Flughafentangente Ost in einen entgegenkommenden Lastwagen – er starb noch an der Unfallstelle. Fast schon pervers: Die Polizei schnappte einen 56-jährigen Gaffer, der die Reanimation des Opfers mit seinem Handy filmte.

Die meisten tödlichen Unfälle gab es nach der Statistik des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord in Ingolstadt in den Jahren 2014 und 2011 (je elf) sowie 2012 (zehn). Von 2017 bis 2019 waren es jeweils sechs Verkehrstote gewesen.

Die offizielle Unfallstatistik wird das Präsidium im Frühjahr vorlegen. Im Vergleich zum ersten Pandemiejahr dürfte es aufgrund der wieder gestiegenen Mobilität auch mehr Kollisionen gegeben haben. 2020 ging im Vergleich zum Vorjahr die Gesamtzahl der Unfälle um fast ein Viertel (24,3 Prozent) von 5171 auf 3916 zurück. Insgesamt waren 502 (742) Verletzte zu beklagen. Das entspricht einem Rückgang von einem Fünftel (-20,2 Prozent). Die Fälle von Fahrerflucht reduzierten sich um 34,7 Prozent von 873 auf 570. Bemerkenswert: Es waren 2020 genauso viele Unfälle, bei denen Alkohol im Spiel war, wie 2019: 58. Drogen waren zehn Mal im Spiel – im Vergleich zu 2019, als drei Unfallfahrer unter Rauschgifteinfluss standen, eine Steigerung um 233,3 Prozent. Das deckt sich mit den Befunden der Drogenfahnder, die von einem starken Anstieg des Konsums von Betäubungsmitteln sprechen.

Betrachtet man die Unfall-Gesamtzahlen im Zehn-Jahres-Vergleich, spiegelt sich in ihnen auch die steigende Zahl an Fahrzeugen auf den Landkreisstraßen wider: 2018 und 2019 wurden mit 5110 und 5171 Zusammenstößen neue Höchststände erreicht. 2011 waren es 3987 gewesen, 2012 4132. Bemerkenswert: Die Zahl der Verletzten blieb dabei relativ konstant zwischen 740 und 800.

ham

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