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Hatschi! Für Allergiker fangen harte Zeiten an. Heuer soll es besonders schlimm werden.

Heuschnupfen-Saison 

Pollen sind heuer besonders aggressiv

Erding - Auch wenn derzeit Graupelschauer und Sonnenschein abwechseln und es wieder winterlich kalt geworden ist: Die Pollen sind auf dem Vormarsch. Und das ungewöhnlich stark – keine guten Zeiten für Allergiker.

Jeder freut sich auf die warmen, sonnigen Frühlingstage, die zu Ausflügen in der frischen Luft einladen. Genau in dieser Zeit werden aber auch viele von herumfliegenden Pollen geplagt und wünschen sich deshalb oft ein weniger blütentreibendes Wetter.

Durch den warmen Winter sind in diesem Jahr die Pollen mit ihren Frühblühern zeitiger dran und führen aufgrund des schönen Wetters „im Moment zu massiven Reaktionen“, sagt Dr. Elmar Gerhardinger, Allgemeinmediziner aus Erding. „Der Pollenflug setzt aufgrund der Klimaerwärmung bereits zwei bis drei Wochen früher ein und ist viel stärker als noch vor ein paar Jahren“, diagnostiziert auch Dr. Markus Marschall, Internist aus Erding.

Die Experten bestätigen einen spürbaren Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Besonders die Birkenpollen machen Patienten zu schaffen und verursachen Allergien beim Einatmen. Sie führen zu starken Reizungen der Nasenschleimhäute und der Bindehaut bis hin zu asthmatischen Beschwerden, erklärt Gerhardinger.

Und: „Die Birkenbelastung in Verbindung mit den Autoabgasen werden für den aggressiveren Verlauf und die Zunahme der Erkrankungen mit verantwortlich gemacht“, sagt der Internist.

Bei den meisten Stoffen, die Allergien auslösen, lässt sich der Kontakt nicht zu 100 Prozent verhindern. Dies gelingt vielleicht noch bei Überempfindlichkeiten gegen Tierhaare, nicht jedoch gegen Pollen. „Deshalb wird nach einer individuellen Untersuchung geplagten Patienten oft eine längerfristige, spezifische Immuntherapie empfohlen“, erklärt Marschall. Dabei werde bereits im Herbst mit einer Hyposensibilisierung begonnen, um die Beschwerden im nächsten Jahr zu reduzieren. „Dies gelingt bei etwa zwei Drittel der Patienten“, rechnet Gerhardinger vor. „Wenn die Beschwerden zu groß sind, werden anti-allergische Medikamente wie Augentropfen, Nasenspray und Allergietabletten zur Linderung verschrieben.“

Allergiker können auch mit Zuhilfenahme eines Pollenkalenders versuchen, zu bestimmten Zeiten den Kontakt zu ihren Auslösern im Freien zu minimieren. Hier wird neben der Birkenbelastung derzeit unter anderem auf Flieder-, Ahorn-, Raps-, Löwenzahn und Eichenpollen hingewiesen.

Allheil- oder Wundermittel für alle allergie- und heuschnupfengeplagten Mitbürger gibt es leider nicht. Da sind sich die Ärzte und Apotheken einig. Geschützt ist man eigentlich nur am Meer.

Allerdings können Betroffene einige einfache Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um die Belastung durch Pollen zu reduzieren. Unsere Ärzte empfehlen, Fenster morgens sowie bei Wind und Sonnenschein geschlossen zu halten, da zu diesen Zeiten der Pollenflug am stärksten ist. Auch sollten sich Allergiker vor dem Zubettgehen gründlich die Haare waschen, um die tagsüber gesammelten Pollen nicht auf dem Kopfkissen zu verteilen. Auch die am Tag getragene Oberbekleidung sollte nicht im Schlafzimmer aufhängt, sondern in einem anderen Raum gelagert werden.

Ein Blick auf die Wetterkarte zeigt, dass Heuschnupfen-Patienten in den nächsten Tagen buchstäblich durchatmen können. Bei den vorhergesagten Temperaturen im einstelligen Bereich ist keine große Belastung zu erwarten.

Ansonsten empfiehlt sich ein Gang in die Apotheke. Dort gibt es ein breites Sortiment an Mitteln gegen Pollen, so ein Sprecher der Rathaus-Apotheke in Erding.

Peter Jentscher

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