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Die Geisha von Erding: Anni Gunst in ihrem Lieblingskostüm mit der passenden Perücke in der Hand. Links am Schrank hängt das selbst genähte Kleid der Edeldame, daneben der „Baum“, hinter Gunst der „Harlekin“ und rechts ihr Outfit als Lady beim Pferderennen in Ascot. Die passenden Hüte und Schuhe dürfen natürlich nicht fehlen. 

Porträt Anni Gunst 

Die Kostüm-Künstlerin

Erding – Ob Geisha, Adelsdame oder Harlekin: Anni Gunst fühlt sich in jeder Verkleidung wohl. Die 78-jährige Erdingerin ist eine Könnerin, was das Nähen von Faschingskostümen angeht. Sie schneidert aber nur für sich. Gerade ist für sie Hochsaison.

Richtig faschingsbegeistert ist Anni Gunst. Die Erdingerin ist Stammgast beim traditionellen Faschingskranzl der Katholischen Frauengemeinschaft St. Johann, das stets am Mittwoch vor dem Unsinnigen Donnerstag beim Mayr-Wirt gefeiert wird. Dort gewinnt sie auch regelmäßig die Maskenprämierung.

Gunsts Begeisterung für die närrische Zeit lässt sich schon damit erklären, dass die 78-Jährige mitten im Fasching, an einem Rosenmontag, das Licht der Welt erblickte. Bereits im Alter von sechs Jahren stand sie auf der Bühne, war immer begeistert, wenn sie sich verkleiden konnte. Auch bei Schulaufführungen war sie stets vorne mit dabei.

Sie wäre die geborene Schauspielerin geworden, hat aber jahrzehntelang als Röntgenassistentin im Erdinger Krankenhaus gearbeitet. „Am Faschingsdienstag kam ich immer verkleidet zum Dienst“, erzählt Gunst fröhlich: „Das habe ich mir nicht nehmen lassen.“

Seit 25 Jahren ist sie bei der Frauengemeinschaft aktiv. In ihre Kostüme für den Frauenfasching hat sie sich erst richtig einarbeiten müssen. Sie machte dazu eigens einen Nähkurs. Nadel und Faden nimmt sie allerdings nur für ihre eigenen Verkleidungen in die Hand. In den ersten Jahren war sie bei der Maskenprämierung immer unten den besten Zehn. Da war ihr Ehrgeiz geweckt. Sie wurde immer besser. Nach einigen Podestplätzen hat Gunst „viermal hintereinander den ersten Platz belegt“, erzählt sie stolz.

Ihre Anregungen für ein neues Faschingskostüm holt sie sich Monate vorher, sei’s bei einem Musical-Besuch oder durch Entdeckungen im Alltag. Sie geht mit offenen Augen durchs Leben. Ist sie fündig geworden, sucht sie sich die benötigten Utensilien zusammen und setzt sich an die Nähmaschine. Mit Hilfe ihrer Tochter Corinna, die die närrische Begeisterung nicht geerbt hat, entsteht dann ein tolles Kostüm. Für das Schminken ist Enkelin Susanna zuständig. Sie geht zwar gerne aus, im Fasching „aber nur auf den Prinzenball“, und der ist schwarz-weiß. Susanna ist die Perfektionistin. Sie überprüft das Outfit der Oma nochmals genauestens.

Wie viele Kostüme Anni Gunst inzwischen geschneidert hat, weiß sie nicht genau. Es hängen „nur 25 bis 30 Stück im Faschingsschrank. Viele habe ich verschenkt oder ausrangiert“, erzählt sie. Auch die Hüte dazu sind noch gut verpackt vorhanden. Im vergangenen Jahr trug sie einen mit Efeu, Vögeln, Schmetterlingen und einer Henne, schließlich war sie als Baum verkleidet.

„Bei mir ist immer alles selbst gebastelt“, betont Anni Gunst. Sie erinnert sich an viele Kostüme wie den Harlekin oder die Edeldame Therese von Sachsen-Hildburghausen, die sie anlässlich des Oktoberfest-Jubiläums dargestellt hat. Ihre Lieblingsmaskierung bleibt die Geisha, auch wenn sie dafür nicht den ersten Platz gewonnen hatte.

Seit einigen Jahren ist Gunst bei der Vital-Herzsport-Gruppe. Auch dort gibt es einen Faschingsball. Dafür wählt die 78-Jährige selbstverständlich ein anderes Kostüm, denn sie liebt die Einzigartigkeit. 2016 erhielt Anni Gunst vom Faschingsprinzen Daniel I. den Narrhalla-Orden. Darüber hat sie sich sehr gefreut, denn „das ist etwas ganz Besonderes“.

Das diesjährige Motto des Frauenfaschingskranzls beim Mayr-Wirt lautet „Was ich gerne sein möchte“. Wie Anni Gunst das umsetzt, verrät sie noch nicht. Wer ihr Kostüm sehen möchte, der kann am Mittwoch, 22. Februar, zum Mayr-Wirt kommen. Frauen aus Erding und Umgebung sind dazu willkommen – natürlich maskiert. „Ich bin gespannt, was die anderen zu meiner Verkleidung sagen werden“, sagt Anni Gunst und lächelt schelmisch.

Elvi Reichert

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