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Drei Kameramänner, die den hohen Norden lieben und ihm einen ganz persönlichen Film gewidmet haben (v. l.): Florian Obermeier, Kilian Mandetzky und Michael Dreyer wollen die Zuschauer mit auf ihre Reise nehmen und ihnen dabei aufzeigen, wie sie die Naturschauspiele erlebt haben.

Premiere im Cineplex

Ein „sehr persönlicher“ Film über den Norden

Zuerst war da nur die gemeinsame Leidenschaft für den Norden und schöne Bilder. Dann sollte ein kleines Filmprojekt daraus werden. Nun zeigen die drei Kameramänner am Sonntag ihren Film über Norwegen und Island im Cineplex-Kino.

Erding – Drei Männer, die für den hohen Norden und die Wirkung von bewegten Bildern brennen: Michael Dreyer aus Neufinsing, Kilian Mandetzky aus Eichenried und Florian Obermeier aus Schwindegg. Am Sonntag, 21. Mai, präsentieren sie ihren ersten Film mit dem Titel „Let’s go North“ im Cineplex-Kino in Erding.

Dreimal begaben sie sich auf die Reise nach Island, Norwegen und auf die Lofoten. Jedes Mal kamen sie mit einer Menge beeindruckender Bilder und Videos zurück. Da reifte bei den drei Freunden, die gleichzeitig Kollegen sind und in der Regie beziehungsweise hinter der Kamera bei einem Fernsehsender in Ismaning arbeiten, die Idee, dass sie einen Film drehen könnten.

Ausgerüstet mit professionellem Equipment wollten sie die seltenen „Polarlichter jagen“, denn „jeder Film braucht ein Thema“, sagt Dreyer und muss lachen, als er von dieser Idee erzählt: „Auf dieser Reise sahen wir jeden Abend ein Polarlicht. Der Himmel hat gebrannt. Wir musste sie also keineswegs jagen.“

Sie planten um und entschieden, die Naturaufnahmen in Echtzeit zu machen. Zuhause beschlossen die Kameramänner, dass es kein Dokumentarfilm werden sollte, sondern ein „sehr persönlicher Film, wir wollen die Zuschauer mit auf unsere Reise nehmen, deshalb haben wir auch unsere spontanen Äußerungen und Gefühlsausbrüche nicht rausgeschnitten. Wir möchten, dass der Zuschauer weiß, wie es uns ergangen ist, als wir zum ersten Mal ein Polarlicht haben aufblitzen sehen“, erklärt Dreyer. Obermeier, der Technik-Freak unter den Dreien, ergänzt: „Wir zeigen den Leuten auch, wie wir die Aufnahmen eingefangen haben.“

Dreyer, der privat immer wieder in Island und Norwegen war, kannte sich aus und gab die Reiseroute vor. Mandetzky, der laut Dreyer zu den besten Drohnen-Piloten Deutschlands zählt, hat die Naturschauspiele wie spektakuläre Wasserfälle und Geysire aus der Vogelperspektive gefilmt. Für den 28-jährigen Eichenrieder ist das wie „über den Tellerrand hinausblicken“.

Seit Herbst 2016 sichten die drei Männer das Filmmaterial, schneiden und vertonen es. „Wir haben in der Arbeit ja nur Profis um uns herum. Plötzlich wollten die alle mitmachen, so dass der Film ein immer hoheres Niveau erreichte“, erzählt der 36-jährige Obermeier. „Und dann wollten wir unseren Film selbst im Kino sehen“, sagt Dreyer. Er telefonierte mit Kinos und „Erding hat uns dann auch am meisten zugesagt, ist ja schließlich unsere Heimat“, meint der 50-Jährige. Die drei Kameramänner haben ihr Projekt bislang komplett selbst finanziert, bei der gemeinsamen Arbeit aber so sehr Feuer gefangen, dass sie sich in diese Richtung weiter entwickeln wollen. „Wir machen uns aber keinen Druck“, sagt Obermeier, doch Dreyer ergänzt: „Aber es ist nicht mehr bloß ein Hobby, wir wollen schon noch mehr.“

2017 werden die Drei zuhause verbringen, um nach Gelegenheiten zu suchen, ihren Film zu präsentieren und Sponsoren zu finden. 2018 geht es wieder auf große Reise. „Unsere Passion ist der Norden“, meint Dreyer über das nächste Ziel, wobei für ihn der Norden vor der Haustür in Neufinsing anfängt.

Aufführungen

Die Film-Premiere am Sonntag, 21. Mai, in Erding ist ausverkauft. Eine Zusatzvorstellung ist geplant. Am 6. Juli wird „Let’s go North“ um 20.15 Uhr im Viehhof-Kino im Schlachthof in München gezeigt.

von Alexandra Anderka

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