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Lichterglanz über Erding: Feuerwerk in der Innenstadt ist an Silvester keine Seltenheit. Unter dem Jahr jedoch dürfen Privatleute in der Herzogstadt keine Raketen zünden.

Private Feuerwerke unter dem Jahr 

Genehmigung ist Gemeindesache

An Silvester kennt man die Kracherei, aber Feuerwerke mitten im Jahr können die ganze Nachbarschaft aus dem Schlaf reißen. Am Samstag zündete die Therme ein Farbenspiel am Himmel, und eine Woche zuvor krachte es in Altenerding. Doch wie handhaben das die Gemeinden?

Landkreis Zehn bis 15 Anträge für private Feuerwerke gehen pro Jahr bei der Stadt Erding ein, berichtet Pressesprecher Christian Wanninger. Jedoch würden diese generell nicht genehmigt. „Wir verweisen stattdessen an professionelle Unternehmen, die Feuerwerke veranstalten“, fährt Wanninger fort. Durch die Professionalität der Veranstalter wären alle Fragen zur Sicherheit geklärt und die Unfallgefahr verringert. Diese müssten das Feuerwerk beim Gewerbeaufsichtsamt der Regierung von Oberbayern durch das Formular „Anzeige über das Abbrennen eines Feuerwerks“ genehmigen lassen.

In der Verwaltungsgemeinschaft Pastetten werden Feuerwerke laut Geschäftsstellenleiter Gottfried Prostmeier genehmigt, sofern ein berechtigtes Interesse bestehe. „Ein solcher Anlass ist zum Beispiel ein runder Geburtstag“, berichtet Prostmeier, „aber auch zu größeren Fußballspielen hat es in den vergangenen Jahren Feuerwerke gegeben“.

Etwa drei bis vier Mal im Jahr würden der Bürgermeisterin solche Anfragen vorgelegt. „Im Vergleich von vor zehn Jahren ist das schon eine leichte Steigerung“, stellt Prostmeier fest. Wenn sich die Anzahl der Anfragen in Grenzen halten, sollen im Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft auch weiterhin Feuerwerke erlaubt sein.

Das ist in der VG Wartenberg anders: Geschäftsleiter Maximilian Sertl berichtete, dass Feuerwerke nicht genehmigt würden – und zwar ohne Ausnahme. „Etwa zehn Mal im Jahr bekommen wir Anfragen bei Geburtstagen oder Hochzeiten“, erzählt Sertl, „aber die kommen natürlich nicht nur aus Wartenberg, sondern auch aus Berglern oder Langenpreising“. Seiner Einschätzung nach ist die Anzahl der Anfragen in den vergangenen Jahren relativ konstant geblieben.

Auch in der Gemeinde Finsing werden Feuerwerke während des Jahres nicht genehmigt. Laut Geschäftsleiter Helmut Fryba erhält die Gemeinde etwa drei bis vier Mal im Jahr solche Anfragen. „Der Gemeinderat befasst sich dann mit ihnen“, erklärt Fryba das Prozedere. Laut Bürgermeister Max Kressirer genehmigt der Gemeinderat nur dann eine Ausnahme, wenn der Anlass nicht alltäglich sei. „Darunter zählt zum Beispiel ein größeres Vereinsjubiläum“, konkretisiert er.

Anders als in Finsing kommt aus der Stadt Dorfen die Information, dass Feuerwerke nur bis 22 Uhr und eher am Ortsrand abgefeuert werden dürften. Eine Genehmigung erfolge meist nur dann, wenn ein besonderer Anlass gegeben ist.

Auch in der Gemeinde Taufkirchen werden laut Pressesprecherin Renate Bauer Feuerwerke genehmigt, sofern sie einige Vorgaben erfüllen. „Das Feuerwerk darf nicht länger als zehn Minuten dauern und muss bis spätestens 23 Uhr abgefeuert worden sein“, konkretisiert Bauer. „Aber die Taufkirchener sind eher sparsam, was Feuerwerke anbelangt.“ Im Jahr komme es drei bis fünf Mal vor, dass Interessierte wegen einer Genehmigung anfragen.

Nach Informationen der Polizeiinspektion (PI) Erding dürfen die Gemeinden selbst über Anträge von Privatpersonen entscheiden. Der Chef der Erdinger PI, Anton Altmann, verweist auf die „Erste Verordnung des Sprengstoffgesetzes“, in der die Verwendung von pyrotechnischen Sprengkörpern geregelt ist. Wenn eine Beschwerde durch Anwohner eingeht, fahren die Polizisten zum Einsatzort und nehmen den Sachverhalt auf. Im Falle eines Verstoßes werde die Beschwerde der Anwohner ans Landratsamt übergeben, da Ruhestörung lediglich als Ordnungswidrigkeit eingestuft werde.

„Wird ohne Genehmigung ein Feuerwerk veranstaltet, kann man ein Ordnungswidrigkeitenverfahren einleiten“, berichtet Altmann. „Aber das ist schwierig, weil man dann Zeugenaussagen braucht. Jemanden anonym hinhängen ist das eine, sich aber wirklich als Zeuge zur Verfügung zu stellen, etwas ganz anderes.“

Deswegen habe es in der Erdinger Polizeiinspektion schon lange keinen Einsatz mehr wegen Ruhestörung durch ein Feuerwerk gegeben – also auch nicht vor gut einer Woche in Altenerding. Was es mit diesem Feuerwerk auf sich hatte, ließ sich im Zuge unserer Recherchen nicht mehr klären.

Eva Hartinger, Simon Worofka

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