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Drohnenbau für eine bessere Welt (v. l.): Marc Müller, Lehrer Christian Hoffmann, Raphael Arndt und Leonie Zinth sind stolz auf ihren Quadrocopter.

Projekt am Korbinian-Aigner-Gymnasium

Drohnen bauen und die Welt kennenlernen

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Unter dem Motto „Wie können Drohnen Probleme lösen?“ steht der Austausch der Schüler des Korbinian-Aigner-Gymnasiums Erding mit Schülern aus Nordirland und Rumänien. 

Erding– Sie sind echte Technik-Freaks und haben Gleichgesinnte in Nordirland und Rumänien gefunden. Neun Schüler des Erdinger Korbinian-Aigner-Gymnasiums (KAG) bauen Drohnen und arbeiten dafür mit Schülern aus Belfast und Iasi im Nordosten Rumäniens zusammen. Bei dem Projekt geht es aber nicht nur um die Luftfahrzeuge, mit denen Fotografen spektakuläre Bilder aus luftiger Höhe aufnehmen können, sagt Leonie Zinth (17), es geht um den internationalen Austausch bei dem von der EU geförderten Projekt: „Meine Austauschschülerin aus Rumänien hat mir zum Beispiel erzählt, dass sie ihre Meinung in der Schule nicht so einfach äußern kann.“

Vor kurzem waren drei Jugendliche aus dem rumänischen Iasi und fünf Schülerinnen aus Belfast in Erding zu Besuch – zum Weißwurstessen, München entdecken und zum Drohnen bauen. Der Austausch zwischen den drei Schulen steht unter dem Motto: Wie können Drohnen Probleme lösen? Die Erdinger Physiklehrer Christian Hoffmann und Johannes Neumeyer sind am KAG die Hauptbetreuer des Projekts. Es wird im Rahmen des Programms Erasmus+ von der EU gefördert: Rund 108 000 Euro bekommen die Schulen für drei Jahre Arbeit mit der Drohne. Sie wollen dabei herausarbeiten, wie Drohnen die Welt verbessern können.

Die Luftfahrzeuge können zum Beispiel ferne Regionen mit Internet versorgen, sagt Konstantin Wohner (17): „Eine Solardrohne kann bis zu drei Monate fliegen und könnte damit Internet in ärmere Regionen bringen.“

Das Prinzip dahinter: Die Drohne fliegt in etwa 20 Kilometer Höhe und sendet das Internetsignal über Lasertechnik zum Boden. „Davon sind wir aber noch weit entfernt“, sagt Physiklehrer Hoffmann und lacht.

Zunächst gehe es darum, dass die Schüler lernen, eine Drohne zu bauen. Dafür tüfteln sie in der Schule und daheim bis in die Nacht hinein. Raphael Arndt (16): „Wir haben zum Teil bis um halb 11 Uhr nachts und am Wochenende gearbeitet.“

Denn am Anfang des Seminars stand zunächst die Frage: Wie baue ich eigentlich ein solches unbemanntes Luftfahrzeug? Was brauche ich dafür? „Für die erste Drohne haben wir zwei Wochen gebraucht, jetzt schaffen wir es in zwei Tagen“, sagt der Lehrer. Die Bauteile dafür gibt es im Internet: Akkus, Gehäuse, vier Motoren, einen Flight-Controller, also das Elektronen-Gehirn, Rotoren oder ESCs, die die Geschwindigkeit regeln.

Als die Erdinger mit den rumänischen Schülern über die Bauteile sprachen, zeigten sich erste Unterschiede: „Die Rumänen durften zum Beispiel keine Teile auf Amazon bestellen, sondern nur welche aus dem eigenen Land“, sagt Mathe- und Informatiklehrer Johannes Neumeyer, der das Projekt mitbetreut. Dennoch: Die rumänischen und nordirischen Kollegen haben zum Teil die selben technischen Probleme, erzählt Simon Scholz (15): „Es macht Spaß, zusammen mit den Iren und Rumänen etwas zu bauen.“ Sprachliche Hürden gebe es natürlich – die Schüler müssen Englisch sprechen und lernen ganz nebenbei technische Fachbegriffe: drone für Drohne, remote control für Fernbedienung oder frame für Gehäuse. Über Videokonferenzen bleiben die Schüler in Kontakt, wie es mit dem Projekt vorangeht. In Zukunft wollen die Erdinger zum Beispiel mit der Drohne über Regionen in den Alpen fliegen und den Flächenfraß dokumentieren, also wie viel Fläche in den vergangenen Jahren verloren gegangen ist.

Und im Oktober werden sich die rund 20 Schüler im rumänischen Iasi wiedertreffen – und bis 2020 ein weiteres Mal in Belfast, Iasi und Erding. Dann geht es weiter mit den Diskussionen darüber, wie Drohnen funktionieren, was Nordiren über den Brexit denken und, warum es in Rumänien Korruption gibt. „Man kann wissenschaftlich und persönlich voneinander lernen“, sagt Leonie Zinth. 

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