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Landgericht Landshut

Prozessauftakt am Landgericht Landshut 

Stieftochter über 50 Mal sexuell missbraucht

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Über 50 Mal soll ein 50-Jähriger aus dem Holzland seine Stieftochter schwer sexuell missbraucht haben. Unter anderem wird ihm vorgeworfen, die heute 15-Jährige zum Oralverkehr gezwungen haben.

Landshut/Erding – Sexualstraftaten sind schrecklich genug. Ist auch noch ein Kind beziehungsweise eine Jugendliche das Opfer, sind sie noch verabscheuungswürdiger. Ab Mittwoch dieser Woche muss sich vor der Jugendkammer des Landgerichts Landshut ein 50 Jahre alter Mann verantworten, der im Holzland lebt. Was Erdinger Kripo und Landshuter Staatsanwaltschaft ermittelt haben, klingt entsetzlich.

Über 50 Mal soll er ein Mädchen schwer sexuell missbraucht haben und die heute 15-Jährige mehrmals zum Oralverkehr gezwungen haben. Es handelt sich um die Stieftochter des Angeklagten. Mit der Mutter des Opfers hat der Mann zwei weitere Kinder, vier und acht Jahre alt. Das Missbrauchsopfer lebt nicht mehr zu Hause, sondern überwiegend in einem Kinderheim im Landkreis Freising.

Der sexuelle Missbrauch dürfte vor über sieben Jahren begonnen haben – in den eigenen vier Wänden. Mit Geschenkversprechungen soll er sie gelockt haben.

Die Fahnder ermittelten über 30 Fälle, in denen der 50-Jährige den Hand- beziehungsweise Oralverkehr praktizierte. So gelangte er zum Höhepunkt. Das Mädchen nötigte er dabei, sein Geschlechtsteil anzufassen und in den Mund zu nehmen.

Irgendwann weigerte sich die Schülerin, ihren Stiefvater sexuell zu befriedigen. Doch die Tortur war noch nicht zu Ende.

Es folgten mindestens zwei Dutzend Fälle, in denen der Mann vor der Jugendlichen masturbierte. Das soll zum einen zu Hause, aber auch im Auto geschehen sein. In mindestens einem Fall muss seine leibliche Tochter, damals noch im Kleinkindalter, Zeugin des Treibens gewesen sein. Es ist nichts darüber bekannt, dass er auch seine leiblichen Kinder sexuell missbraucht hat.

Vorgeworfen wird dem 50-Jährigen zudem, sich bis ins vergangene Jahr hinein wiederholt auf seine Stieftochter gelegt zu haben und den Geschlechtsverkehr angedeutet zu haben. Als die Schülerin schrie, soll er ihr den Mund zugehalten haben, so dass das Kind kaum noch Luft bekam.

Als die Taten aufkamen, wurde der Beschuldigte festgenommen. Seit Mai vergangenen Jahres sitzt er in Untersuchungshaft. Verantworten muss er sich vor der vierköpfigen Jugendkammer des Landgerichts Landshut unter dem Vorsitz von Vizepräsident Theo Ziegler. Verteidigt wird er von dem Landshuter Rechtsanwalt Thomas Fauth. Nach Informationen unserer Zeitung ist er als Pflichtverteidiger bestellt worden.

Nach Paragraf 176 a des Strafgesetzbuchs, das sich mit dem schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes befasst, muss der Mann aus dem nordöstlichen Landkreis mit einer Gefängnisstrafe nicht unter zwei Jahren rechnen. Der Prozess ist vorläufig auf vier Verhandlungstage angesetzt. Nach dem Auftakt am Mittwoch um 9 Uhr geht es am Mittwoch und Donnerstag, 2./3. Mai, weiter. Das Urteil könnte am Freitag, 4. Mai fallen.

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