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Spitze des Raiba-Kreisverbands: Johann Luber (r.) und Christian Berther. 

Vier Geldhäuser mit 2019 zufrieden – Heuer aber Einschnitte

VR-Banken: „Auf breiter Basis gewachsen“

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die vier Genossenschaftsbanken im Landkreis Erding sind mit dem Ergebnis für 2019 sehr zufrieden. „Wir sind auf breiter Basis gewachsen“, erklärt Johann Luber, Vorsitzender des Raiba-Kreisverbands, bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Für das laufende Jahr kündigen der Vorstandschef von der VR-Bank Erding und sein Stellvertreter Christian Berther (Raiffeisenbank Erding) aber Einschnitte an.

Erding - 2019 profitierten die vier Genossenschaftsbanken von der wirtschaftlichen Prosperität der Region. Besonders stark gewachsen ist nach den Worten Lubers das Kreditgeschäft, das ein Zuwachs um knapp sieben Prozent aufweist. Das Volumen stieg binnen eines Jahres um weitere 140 Millionen auf 2,15 Milliarden Euro.

Es wir nach wie vor viel Geld angelegt

Die Kunden sind nach den Worten Lubers und Berthers weiterhin willens und in der Lage, Geld anzulegen. Die Summe der Kundeneinlagen stieg um 144 Millionen Euro beziehungsweise 6,5 Prozent auf 2,34 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme stieg folglich um 165 Millionen auf 3,0 Milliarden Euro, ein ordentliches Plus von 5,8 Prozent.

Luber freut sich, „dass trotz rückläufiger Zinsüberschüsse durch den Ausbau des Provisionsgeschäfts wieder ein insgesamt gutes Ergebnis erzielt werden konnte“. Vor allem ist die Bilanz für den Kreisvorstand eine gute Ausgangslage, um die Corona-Krise auch finanziell zu bewerkstelligen. „Wir erleben gerade sehr viele Anfragen zu Tilgungsaussetzungen und eine hohe Nachfrage von Firmenkunden nach Krediten zur Überbrückung der Corona-Krise“, berichtet Luber. Stand Dienstag hätten über 600 Kunden ihre Darlehensraten reduziert und über 400 Firmenkunden nach Krediten zur Verbesserung der Liquidität nachgefragt. Im Schnitt gehe es um deutlich über 100 000 Euro pro Antrag.

Gar nicht so einfach mit den Staatskrediten

Wie berichtet, bürgt der Staat zwar bis zu 100 Prozent für die Darlehen, den Banken wurde aber die Pflicht auferlegt, die Kreditwürdigkeit zu prüfen, darunter die Abschlüsse der vergangenen Jahre, sowie eine Prognose für die Zukunft. Kein Geld sollen Firmen erhalten, die schon vor der Pandemie finanziell in Schwierigkeiten steckten. Luber: „Wir sind uns unserer Verantwortung für die Region bewusst.“

Berther berichtet: „Gleichzeitig erleben wir so viele Depot-Eröffnungen wie schon lange nicht mehr. Das regelmäßige Ansparen in Aktien-Fonds ist und bleibt eine wichtige Säule beim Aufbau der Altersversorgung.“

Vorstände trotz Corona-Krise guten Mutes

Den Mut ob der aktuellen Situation lassen beide nicht sinken: „Die Volks- und Raiffeisenbanken sind aus der letzten Finanzkrise gestärkt hervorgegangen. Aus dieser Erfahrung und mit diesem Selbstverständnis sehen wir uns trotz aller Herausforderungen gut gerüstet.“

Doch einfach wird die Zukunft für die vier Geldhäuser, die VR-Bank Erding, die Raiffeisenbank Erding, die VR-Bank Taufkirchen-Dorfen und die Raiffeisenbank St. Wolfgang-Schwindkirchen nicht. Die letzte Fusion ist drei Jahre her, weitere sind nicht geplant. Auch gab es 2019 keine Filialschließungen. Die kommen heuer. Wie berichtet legt die Raiffeisenbank Erding die Filiale Berglern still, die VR-Bank gibt im Laufe des Jahres sechs Filialen auf. „Wir verfügen dann immer noch über 31 Bankstellen mit Mitarbeiten. Das ist mit den SB-Filialen auch dann noch ein sehr gutes Angebot“, ist Luber überzeugt.

Bilanzsumme:

3,0 Mrd. e (+ 165 Mio. e)

Einlagen:

2,34 Mrd. e (+ 144 Mio. e)

Kredite/Bürgschaften:

2,15 Mrd. e (+ 140 Mio. e)

Eigenkapital:

282 Mio. e

Spenden/Sponsoring:

320 000 e

Gewerbesteuer:

3,5 Mio. e

Investitionen:

3,1 Mio. e

Kunden:

106 200

Mitglieder:

44 050

Mitarbeiter:

518

Azubis:

25

Bankstellen:

38

SB-Filialen:

12

Geldautomaten:

59

Kontoauszugsdrucker:

53

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