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Prosit auf den prominenten Besuch: DFB-Interimspräsident Rainer Koch, Weißbräu Werner Brombach und Umweltministerin Ulrike Scharf (ab 3. v. l.), flankiert von Bezirksrat Franz Hofstetter, Erdings OB Max Gotz, Gemeindetags-Vorsitzender Hans Wiesmaier, Landrat Martin Bayerstorfer und Vize Jakob Schwimmer (v. l.).

Rainer Koch beim CSU-Neujahrsempfang

DFB-Interimspräsident verspricht totale  Aufklärung

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Erding - Mitten in der Affäre um DFB und Fifa hat die Erdinger CSU den Interims-Präsidenten des weltgrößten Sportverbands eingeladen: Rainer Koch sprach über Flüchtlinge, den Weltfußball in der Krise und die Terrorgefahr auch im Sport.

Das gab’s bei der CSU noch nie: Die Hauptrede hielt ausgerechnet ein SPD-Mitglied, noch dazu mit Kieler Wurzeln und evangelischen Glaubens. Doch der schwarze Kreisverband wollte nicht etwa rote Weisheiten eines Poinger Gemeinderats hören. Vielmehr hatte CSU-Kreischef Martin Bayerstorfer Rainer Koch in dessen Funktion als Interims-Präsident des Deutschen Fußballverbandes eingeladen – brisante Themen gibt’s derzeit genug.

Eingangs schilderte Koch vor 500 Gästen in der Stadthalle, wie er als junger Schiri mit der S-Bahn von München nach Erding gefahren und dort ein Rad geliehen hätte, um in Eitting ein A-Klasse-Spiel zu pfeifen. Doch für Anekdoten war an diesem Abend wenig Zeit.

Koch erklärte, Sport und Fußball könnten wichtige Faktoren bei der Integration von Flüchtlingen sein. „Dem Ball ist es egal, wer gegen ihn tritt“, sagte Koch und spielte damit auf die Vereine als Orte des Zusammenwachsens an. „Die Sportgemeinschaft ist solidarisch“, sagte Koch und dankte den Ehrenamtlichen. Er wünsche sich, dass möglichst keine Turnhalle als Quartiere genutzt werden.

Was den DFB betrifft, führt für Koch an der Radikallösung kein Weg vorbei. Was Kontrollen betreffe, müsse man von einem Totalversagen sprechen. „Nun geht es darum, Vertrauen zurückzugewinnen. Das sind wir den 25 000 Vereinen, Profis, Liga-Amateuren und allen Freizeitkickern schuldig.“

Großreinemachen verlangt der Poinger auch nach den Korruptionsvorwürfen rund um die Vergabe der WM 2006 nach Deutschland. „Das war vor 16 Jahren und fiel in die Zeit einer absolut käuflichen Fifa“, schimpfte Koch. Er versprach, „dass beim DFB alles untersucht wird, und sämtliche Ergebnisse auch transparent veröffentlicht werden“. Erst am Ende der beiden Prozesse, die nach Auffassung des amtierenden Präsidenten den DFB mehrere Millionen Euro kosten werden, könne man sich über eine neue Verbandsstruktur Gedanken mache. Klar sei schon jetzt: „Sie müssen so sein, dass sich diese Vorkommnisse niemals wiederholen können.“

Die Fans schwor Koch darauf ein, „dass Großveranstaltungen künftig noch risikobehafteter sind als früher. Die Terrorgefahr ist allgegenwärtig“. Auch beim Spitzensport gelte es abzuwägen zwischen Freiheit und Sicherheit. Die Balance müsse jedes Mal neu gefunden werden.

Dass Koch lieber bayerischer Fußballpräsident bleiben will als beim DFB das Zepter zu übernehmen, habe viele Gründe, sagt er. Dieser war neu: „Der Erdinger Weißbräu ist Partner des BFV. Deswegen bin ich hier richtig.“ Brauerei-Chef Werner Brombach lächelte.

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