Noch ist er nackert, der Maibaum in Altham. Die Zunfttafeln sollen im nächsten Jahr bei einem Taferlfest abgebracht werden. Unser Bild zeigt Hans Ostermaier, Vorsitzender der „Dorfgemeinschaft 1250 Jahre Altham“, und seinen Vize Ludwig Aigner (v. l.).
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Noch ist er nackert, der Maibaum in Altham. Die Zunfttafeln sollen im nächsten Jahr bei einem Taferlfest abgebracht werden. Unser Bild zeigt Hans Ostermaier, Vorsitzender der „Dorfgemeinschaft 1250 Jahre Altham“, und seinen Vize Ludwig Aigner (v. l.).

Eicherloh und Altham stellen unter amtlichen Auflagen ihre Prachtstangerl auf

Raus aus der Maibaum-Quarantäne!

  • vonDaniela Oldach
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Ein 1. Mai ohne Maibaumaufstellen? Für Eicherloh (Gemeinde Finsing) und Altham (Stadt Erding) undenkbar. In den beiden Orten wurden am Samstag Prachtstangerl aufgestellt – coronakonform und ohne viel Publikum.

Eicherloh/Altham – Zu groß waren wohl in Eicherloh die Erinnerungen an die Weltrekordmaibäume der Jahre 2005 und 2010 (wir berichteten). 2015 hatte der Baum dann nur noch rund 45 Meter gemessen, vor zwei Jahren wurde er bereits umgeschnitten. „Seitdem war es so nackert vorm Wirt“, meinte Otto Isemann. Eine Douglasie hätte schon 2020 aufgestellt werden sollen, doch wegen Corona ging bekanntermaßen nichts. So ruhte der Baum im Ebersberger Forst.

Doch dann reifte bei den Mitgliedern der Maibaum GbR die Frage, ob heuer nicht doch ein Aufstellen möglich sei. GbR-Chef Lorenz Söhl hakte bei den Behörden nach. Wenn alle Arbeiten an Firmen vergeben würden, wäre dies möglich, bekam er zur Antwort. Das traditionelle Aufstellen mit Schwaiben war untersagt, doch aufgrund der Größe und des damit verbundenen Gewichts der Bäume war dies in Eicherloh auch vor Corona nicht möglich.

Vor zwei Jahren wurde der Maibaum in Eicherloh umgeschnitten, der Nachfolger sollte eigentlich schon 2020 aufgestellt werden. Am Samstag holte das die Maibaum GbR nach – coronakonform ohne großes Publikum wie sonst.

So stellte Kranfahrer Darius am Samstagmittag das 38,6 Meter und rund 7,7 Tonnen schwere Prachtstangerl auf. Gestiftet hatte es Wirt Sepp Faltermaier, vor dessen Eicherloher Gasthaus die rund 125 alte Douglasie eine neue Heimat fand. Am 17. April war der Baum vom Forst nach Eicherloh geholt worden. Stüberlbetrieb gab es keinen, im Bürgerhaus durfte jedoch immer ein Familienstand, also etwa ein Vater mit seinen Söhnen, Wache halten. Dies war mit dem Erdinger Gesundheitsamt abgestimmt, Diebe ließen sich aber nicht blicken.

Federführend war Martin Richter bei den Vorbereitungen zum Aufstellen im Einsatz, der auch alle Arbeiten koordinierte. So manche Überstunde musste Maler Marcus Seidel einlegen, damit der Baum pünktlich fertig war.

2025 wird das nächste Prachtstangerl in Eicherloh aufgestellt. „Und dann können wir auch hoffentlich wieder richtig feiern“, wünscht sich Isemann. Denn beim Aufstellen am Samstag gab es hinter den Absperrungen nur wenige Schaulustige.

Ähnlich sah es in Altham aus. Auf dem Dorfplatz wurde ein 23 Meter langer Fichtenstamm aufgerichtet und ziert nun, als Symbol der Zusammengehörigkeit, die Ortsmitte. „Damit wollen wir ein Zeichen setzen: Das Leben geht trotz der Pandemie weiter, und wir lassen uns nicht unterkriegen“, sagte Hans Ostermaier unserer Zeitung. Er ist Vorsitzender der „Dorfgemeinschaft 1250 Jahre Altham“ und sieht sich bei der Maibaumaktion bestätigt: Es habe viele positive Rückmeldungen der Bürger gegeben, freute er sich.

Der Maibaum wurde von Ludwig Aigner gespendet, dem 2. Vorsitzenden des mehr als 160 Mitglieder zählenden Vereins. Die Maibaumaktion wurde wegen Corona in kleinstem Rahmen durchgeführt und war öffentlich nicht bekanntgemacht worden. Entgegen der bisherigen Praxis der Baumaufstellens mit Muskelkraft setzte Aigner fachmännisch und mit viel Fingerspitzengefühl seinen Autokran ein.

Nach einer Stunde war es dann so weit: „Guad is er!“ rief Josef Biller nach fachkundigem Blick und mit erhobenem Daumen. Er ist Ehrenvorsitzender der Dorfgemeinschaft und hatte deren Gründung vor rund 30 Jahren initiiert. Der Baum stand kerzengerade und wie mit dem Lot ausgerichtet. Und im nächsten Jahr planen die Althamer ein Taferlfest. Dann soll ihr Maibaum die jetzt noch fehlenden Zunfttafeln erhalten.

Daniela Oldach / Peter Bauersachs

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