+

Reaktionen auf das WM-Aus Italiens 

„Jetzt sind wir natürlich für Deutschland“

  • schließen

Erstmals seit 1958 hat sich Italien nicht für die Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Die Azzurri waren am Montagabend in den Quali-Playoffs gegen Schweden nicht über ein 0:0 hinausgekommen. Das war das Aus, denn sie hatten das Hinspiel 0:1 verloren.

Erding – „Wir trauern sehr“, sagt Frank Diano, Mitarbeiter in der Pizzeria Italia in Erding. Dort hatte er sich das Entscheidungsspiel gemeinsam mit Kollegen angeschaut. Alle waren nach dem Aus sprachlos. Ein Mitarbeiter habe sogar geweint, erzählt Diano. Die Enttäuschung ist groß.

„Die Weltmeisterschaft in Russland schauen wir uns natürlich trotzdem an“, sagt Bruno Vincenzo. „Jetzt sind wir natürlich alle für Deutschland.“ Da Italien nicht dabei sei, „hat Deutschland 20 Prozent höhere Gewinnchancen. Die Deutschen müssen einfach gewinnen“, sagt Vincenzo. Diano und Vincenzo waren vor allem von der spielerischen Leistung ihrer Mannschaft gegen Schweden enttäuscht. „Es waren einfach alle schlecht. Vom Trainer bis zum letzten Spieler sind alle an dieser Katastrophe Schuld“, findet Diano. Was ihn zusätzlich schmerzt, ist der Rücktritt seines Lieblingsspielers Gianluigi Buffon aus der Squadra Azzurra. „Das war schon ein schlimmer Abend für uns“, sind sich Diano und Vincenzo einig.

Gino Saletta hat das Spiel ebenfalls angeschaut, zuhause mit Gattin und Freunden. „Früher hätte ich mich viel mehr aufgeregt“, sagt der Neapolitaner (71), der seit Jahrzehnten in Erding lebt und das Ristorante „La Padella“ betrieben hat. Er sieht das Ausscheiden nüchtern: „Schon die Spiele vorher waren schwach. Ich habe bei Italien die Aggressivität vermisst und mir mehr Biss erwartet.“ Schuldzuweisungen an den Schiedsrichter lässt Saletta nicht gelten: „Italien ist selber schuld. Italien sollte gut genug sein, ein Tor in zwei Spielen zu schießen.“ Er fordert einen Neuanfang mit jüngeren Spielern – und fokussiert sich auf seinen Heimatverein: „Jetzt bleibt mir nur noch der SSC Neapel.“ sd/zie

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Josef Wund stirbt bei Absturz - Ein Porträt über den Erdinger Bäderkönig
Er realisierte die größte Therme der Welt - und das ohne einen Cent öffentliche Gelder. Ein Porträt über Josef Wund, der am Donnerstag bei einem Flugzeugabsturz …
Josef Wund stirbt bei Absturz - Ein Porträt über den Erdinger Bäderkönig
Gründer der Therme Erding: Josef Wund stirbt bei Flugzeugabsturz
Er hat die größte Therme der Welt gebaut. Der Gründer und Architekt der Therme Erding, Josef Wund, ist am Donnerstagabend bei dem Absturz einer Cessna bei Ravensburg …
Gründer der Therme Erding: Josef Wund stirbt bei Flugzeugabsturz
Wutausbruch wegen Mehrkosten
Den Bericht von Architekt und Bauleiter ließ Christian Pröbst noch über sich ergehen, dann platzte es aus ihm heraus. „Ich bin stocksauer“, rief der 3. Bürgermeister in …
Wutausbruch wegen Mehrkosten
Ein kritischer Geist geht
40 Jahre lang war Dietrich Ruge in der evangelischen Gemeinde Erding Prädikant. Nun wurde er von diesem Amt entbunden – mit Dank und Anerkennung.
Ein kritischer Geist geht

Kommentare