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Beeindruckender Gesamtklang: Beim Abschlusskonzert ließen über Bläser ihre Jagdhörner auf dem Schrannenplatz ertönen.

Landeswettbewerb der Jagdhornbläser

Den Regen verblasen

Erding - Schlechtes Wetter schreckt einen Jäger nicht, auch nicht beim Musizieren. Dass bewiesen 800 Teilnehmer des Landeswettbewerbs der Jagdhornbläser.

Bei ausgesucht schlechtem Wetter fand am Samstag der Bayerische Landeswettbewerb der Jagdhornbläser nach 20 Jahren wieder einmal in Oberbayern statt – und zwar in der Herzogstadt Erding. Auch wenn’s den über 800 Bläser und Bläserinnen bei den Wertungsspielen unter freiem Himmel nass nei ging, ließen sie sich die gute Laune nicht verderben, sondern genossen die musikalische Begegnung, die von einem regen Helferteam organisiert worden war.

Justament als Umweltministerin Ulrike Scharf beim großen Abschlusskonzert auf dem Schrannenplatz leise Zweifel an ihrem Amt als Schirmherrin anmeldete, brach die Abendsonne durch die Wolkendecke und vertrieb die Wolkenwand. Na bitte! Scharf zitierte in ihrer Rede den Komponisten Gustav Mahler: „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.“

Die brennende Leidenschaft fürs Jagdhornblasen bescherte den Erdinger Jagdhornbläsern des Kreisjagdverbandes einen fünften Platz, die sich in ihrer Wertungsklasse (Fürst Pless-Hörner und Parforcehörner) mit 34 Gruppen maßen.

Ingesamt traten 54 Gruppen in verschiedenen Formationen an. Die Erdinger Jagdhornbläser werden vom Vorsitzenden Josef Pfanzelt sowie seit 20 Jahren vom musikalischen Leiter Michael Welsch geleitet, der selbst seit früher Kindheit Jagdhorn spielt. Seit 1996 waren die Erdinger Bläser immer unter den ersten Fünf, zweimal Vizemeister und dreimal Drittplatzierte.

Bei den Wertungsspielen wurden die Tonreinheit, der notengerechte Vortrag und das Auftreten der Gruppe bewertet. Die Erdinger Jagdhornbläser erreichten 740 von 780 Punkten. Pfanzelt zeigte sich im Pressegespräch zufrieden mit der Leistung, wenngleich man sich einen vorderen Platz erhofft hatte. Doch die erstplatzierten Wettbewerbsteilnehmer seien sehr stark gewesen, erkannte der Vorsitzende neidlos an.

Wie stark die Politik mit der Jagd verbandelt ist, zeigte der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes Jürgen Vocke in seinem Grußwort beim Abschlusskonzert auf. Man erfuhr, dass Landrat Martin Bayerstorfer die Jagdprüfung schon lange in der Tasche hat und dass Ministerin Ulrike Scharf eine frischgebackene Jägerin ist. Oberbürgermeister Max Gotz, machte seinen „Makel“ mit Verweis auf seine Frau Alexandra wett, die im Gegensatz zu ihm die Jagdprüfung bereits absolviert habe.

Erdinger Landeswettbewerb der Jagdhornbläser: Bilder 

Bayerstorfer zeigte sich schwer beeindruckt vom musikalischen Niveau des Wettbewerbs. Der Vorsitzende des Kreisjagdverbands Thomas Schreder dankte allen Jagdhornbläsern für ihr gesellschaftliches Engagement.

Mehr Fotos vom Landeswettbewerb: erdinger-anzeiger.de

Die Erstplatzierten

Bläserwettbewerb A (nur Fürst-Pless-Hörner): St. Hubertus Mainburg; Bläserwettbewerb B (nur P-Parforce-Hörner): Bad Königshofen; Jugendgruppe: Kelheim; Quartettwettbewerb: Eggenfelden; Gästeklasse: Gruppe Corni di Egra (europäische Gruppe); Parforcehörner in Es: Oberpfälzer Parforcehornbläser; Gästeklasse: Corni di Egra; Gruppe G – Fürst-Pless- und Parforcehörner: Platz Rhön-Bad Neustadt; Gästeklasse: Hameln Pyrmont (NRW).

Vroni Vogel

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