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Offen Rede und Antwort stand Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler (l.) gestern den Zehntklässlerinnen der Mädchenrealschule Heilig Blut. Direktor Josef Grundner (2. v. l.) hatte sie begrüßt.

Regionalbischöfin an der Mädchenrealschule Heilig Blut 

Für stille Tage, gegen Sterbehilfe

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Dass an der Mädchenrealschule Heilig Blut Ökumene gelebt wird, zeigte sich gestern am Besuch der evangelisch-lutherischen Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler an der Einrichtung der katholischen Erzdiözese München-Freising.

Erding – Als Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler am Morgen die Mädchenrealschule Heilig Blut betrat, durfte die 64-Jährige erst einmal zuhören – den Chorklassen fünf und sechs. Danach hatte sie das Wort. Die Kirchenfrau sprach im Meditationsraum mit Zehntklässlerinnen – und gewährte dabei tiefe Einblicke in ihr Berufs-, aber auch Privatleben. Begleitet wurde Breit-Keßler von Schulleiter Josef Grundner sowie den Erdinger Pfarrern Martin Garmaier (katholisch) und Christoph Keller (evangelisch).

Sie verriet, dass sie vor Jahren schwerst krank gewesen sei und um ihr Leben habe bangen müssen. Doch nun gehe es ihr wieder gut. Eine Schülerin wollte wissen, wie Breit-Keßlers Alltag aussehe. Die Bischöfin berichtete, dass sie viele Repräsentationstermine wahrnehme, jeden Sonntag Gottesdienste halte, „aber immer in einer anderen Kirche“, viele Artikel und regelmäßig Bücher schreibe sowie einen Internet-Blog habe. Das Schreiben sei für sie eine ebenso große Leidenschaft wie der Dialog mit Menschen, „so wie heute bei euch in Erding“. 70 bis 80 Stunden arbeite sie pro Woche, „aber ich habe auch mal Urlaub“.

Über ihr Privatleben verriet Breit-Keßler, dass sie glücklich verheiratet sei. „Wir teilen uns die Aufgaben. Mein Mann ist für den Müll und Getränke zuständig, ich fürs Kochen.“

Noch viel mehr kamen kirchliche und religiöse Themen zur Sprache. Breit-Keßler erteilte Konflikten zwischen Religionen eine strikte Absage. „Wer diese schürt, versteht Religion falsch. Denn wenn es einen Schöpfer gibt, dann will er sicher nicht, dass es zu Spaltungen kommt. Man kann und soll seine Überzeugungen haben. Aber man kann anderen deren Auffassungen lassen und aufeinander eingehen.“ Religiöse Kriege habe Gott „sicher nicht gewollt“.

Auch aufs Tanzverbot an Karfreitag wurde Breit-Keßler angesprochen. Sie stellte sich klar hinter diese Regelung. „Wir brauchen nicht mehr Spaß, sondern mehr richtigen Ernst. An Karfreitag wird auch des Leids in der Welt gedacht. Das ist auch Atheisten vermittelbar.“

Eine klare Absage erteilte die 64-Jährige der Sterbehilfe und dem Töten auf Verlangen. Sie gehe einen anderen Weg, „nämlich Menschen am Ende ihres Lebens liebevoll und zärtlich begleiten“. Dafür gebe es die Palliativ- und Hospizarbeit.

Lob fand sie für den Religionsunterricht an der Mädchenrealschule, an der es keinen Ethik-Unterricht gibt. Konfessionslose, aber auch muslimische Mädchen besuchen den evangelischen beziehungsweise katholischen Religionsunterricht – „mit Erfolg und Leidenschaft“, wie Grundner versicherte.

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