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Die gesamte Vielfalt des Erdinger Landes bildet die regionale Marke „echt erding“ ab. Die Internet-Plattform www.echterding.de schalteten am Donnerstag Regine Wiesend vom Landwirtschaftsministerium, Marcus Pöllinger vom BayWa-Vorstand, Landrat Martin Bayerstorfer und Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf (v.  r.) frei.

Nach eineinhalb Jahren Vorarbeit ist Regionalmarke „echt erding“ jetzt online

Bauern, Gewinner der Digitalisierung

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Nach eineinhalbjähriger Vorarbeit ist nun die regionale Marke „echt erding“ an den Start gegangen - mit einer Online-Plattform für alles „made in Erding“.

Erding – Als Landrat Martin Bayerstorfer Mitte 2019 die Idee einer regionalen Marke aufbrachte, konnte niemand ahnen, wie Corona das Konzept beflügeln würde. Im Lockdown legte der Online-Handel extrem zu, während immer mehr Verbraucher Wert auf die regionale Herkunft ihrer Lebensmittel legen. „Echt erding“, so heißt die Marke, führt diese Entwicklungen nun zusammen. Am Donnerstag wurde der Online-Auftritt www-echterding.de freigeschaltet. Nun gibt es ein lokales Branchenschaufenster, bei dem Kunden online bestellen können. Vorerst müssen sie ihre Produkte noch vor Ort abholen, 2021 soll zudem ein Lieferdienst aufgebaut werden. Hinter der Logistik steckt die BayWa AG.

Brot, Wildfleisch, Edelbrände, Obst und Gemüse – der Landkreis Erding bringt einen beachtlichen Warenkorb hervor. Aber auch Dienstleister und Handwerk können sich hier präsentieren.

Im Fokus steht die bäuerliche Vermarktung saisonaler Produkte mit kurzen Lieferwegen, betonte Bayerstorfer bei der Vorstellung im Landratsamt. BayWa-Vorstandsmitglied Marcus Pöllinger erklärte: „Die Landwirte sollen die Gewinner der Digitalisierung sein.“

Der Landrat mutmaßte: „Viele wissen gar nicht, was es vor Ort alles gibt.“ Die Online-Plattform liefere sämtliche Informationen bequem aufs Tablet oder Smartphone. Die Verbraucher könnten sich nicht nur über die Sortimente informieren, sondern auch über die Produzenten. Alles zusammen ergebe „einen hohen Mehrwert“.

Angesichts erst 13 Anbieter meinte er: „Die Palette ist sicher noch ausbaufähig.“ Koordinatorin Gabriela Schadow versicherte jedoch: „Es gibt sehr viele Interessenten.“ Teilnehmer zahlen 90 Euro Lizenzgebühr, bekommen dafür aber technische Unterstützung. Hinzu kommen für die BayWa zwölf Prozent Umsatzbeteiligung bei jeder Bestellung. Wer nach dem Besuch der Homepage aber einfach einen Hofladen anfährt, erspart dem Landwirt diese Kosten.

Die Technik stellt die BayWa zur Verfügung – für den Landkreis und den noch zu gründenden Verein kostenlos. Der Agrarkonzern setzt dazu seine Plattform www.radimundi.de ein. Pöllinger glaubt an einen Wachstumsmarkt. Die Verbraucher handelten immer bewusster. „echt erding“ sei ein „sehr überzeugender Ansatz mit hoher Innovationskraft“. Sein Kollege Andreas Alber kündigte an: „Das Ziel ist E-Commerce in der Region. Wir wollen den Anbietern bei der Erschließung digitaler Märkte helfen, mit technischer, gestalterischer und rechtlicher Unterstützung.“

Die Marke ist nach den Worten von Katrin Neueder von der Kreisverwaltung mittlerweile beim Deutschen Marken- und Patenamt eingetragen. Teilnehmer müssten bestimmte Qualitätskriterien erfüllen und vor allem nachweisen, dass Waren und Dienstleistungen vor allem „made in Erding“ seien.

Regine Wiesend vom Landwirtschaftsministerium, die Agrarministerin Michaela Kaniber vertrat, berichtete, dass nicht erst seit Corona die Regionalität bei den Lebensmitteln eine Renaissance erlebe. Die Nachfrage habe heuer um 20 Prozent zugelegt. „echt erding“ sei ein gutes Instrument hierfür. Diesen Schwung müsse Erding mitnehmen. Auch der Staat setze auf Heimatnähe. 50 Prozent der Lebensmittel in staatlichen Kantinen müssten regional erzeugt sein. Das diene auch dem Klimaschutz. „Im Landkreis Erding gibt es ein halbes Dutzend Bauernmärkte, und jetzt noch einen digitalen.“

Derzeit läuft die Werbekampagne im Landkreis. Markenbotschafterin Friederike Aschenbrenner tourt durch die Stadt- und Gemeinderäte.

ham

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