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Unterhielt sich nach der Vorstellung mit dem Publikum über seinen Film „Bayern – Sagenhaft“: Regisseur Joseph Vilsmaier.

Regisseur Joseph Vilsmaier im Cineplex

„Dass sich Moni auszieht, war nicht geplant“

Einen kurzweiligen Film und gleichzeitig eine Liebeserklärung an seine bayrische Heimat zeigt Joseph Vilsmaier mit „Bayern – Sagenhaft“. Der Regisseur war im Erdinger Cineplex zu Gast und plauderte aus dem Nähkästchen.

Erding 90 Minuten lang bekommt der Zuschauer im Kinofilm „Bayern – Sagenhaft“ faszinierende Eindrücke von bayerischen Traditionen, historischen Festen, ungewöhnlichen Orten und beeindruckenden Landschaften. Die Glanzpunkte – darunter die Kaltenberger Ritterspiele, die Landshuter Hochzeit, der Brauch des Maibaumaufstellens oder das Wolfauslasser-Spektakel in Rinchnach – orientieren sich nach den Jahreszeiten.

Regisseur Joseph Vilsmaier selbst und die Erdinger Schauspielerin Monika Gruber sprechen zu den Szenen erklärende Texte, die Autor Hannes Burger verfasst hat. Für die musikalische Abrundung des Films war die Kultband Haindling zuständig. Mit ihren unverkennbaren Kompositionen und einer gelungenen Auswahl aus ihren bekannten Stücken nimmt sie einen wichtigen Part bei diesem „kuriosen Reigen“ – wie Vilsmaier seinen Film selbst betitelt – ein.

Kabarettistin Gruber schlüpft in verschiedene Rollen und sorgt für etliche Lacher. Grandios meistert sie die Szene als Reporterin beim Ochsenrennen in Münsing, das sie mit ihren internationalen Kollegen – alle Statisten, die Vilsmaier spontan engagiert hat – weltweit ausstrahlt.

„Die Moni kenn’ ich schon lange“, erzählt Vilsmaier bei seinem Besuch im Erdinger Cineplex-Kino. Er habe sie einfach angerufen und gefragt, ob sie mitmachen wolle. Sie sei sofort dabei gewesen. Was aber gar nicht so einfach für die Erdingerin gewesen sei, da sie in der Zeit viel auf Tour in Österreich war.

Die meisten Drehs mit ihr seien am Wochenende entstanden. „Viele Szenen sind ganz spontan passiert“, erzählt Vilsmaier nach der Vorstellung im ausverkauften Kinosaal. „So war zum Beispiel auch nicht geplant, dass sich die Moni auszieht.“ Ein bisschen gezögert habe sie schon, als der Regisseur sie in der Szene beim Schönheitschirurgen gefragt hat: „Moni, dadst du di a ausziagn?“ Ihre Eltern dürften den Film dann halt nicht sehen, habe sie gemeint, aber prompt die Anweisungen des Regisseurs befolgt.

Seit 2013 hat Vilsmaier an seinem neuesten Film gearbeitet. Herausgekommen sind 25 Stunden Material. Ein Jahr lang hat er im Schneideraum verbracht. „Da muss man sich von vielem trennen, da kommen einem schon die Tränen“, erinnert er sich. Andererseits habe er auch Szenen aus alten Filmen wie „Herbstmilch“ oder „Bayern von oben“ verwendet. Denn er wollte die Kosten so gering wie möglich halten.

Ein Zuschauer meinte, er habe durch den Film viele Anregungen bekommen. Auch der Filmemacher selbst hat während der Dreharbeiten viel Neues entdeckt. So sei er ganz begeistert von der „sagenhaften Bibliothek“ des Klosters Metten.

Den Himalaya-Pavillon in Wiesent habe er auch nicht gekannt – ein Tipp von „meinem Freund Haindling“. Das vermutlich schönste Kompliment an diesem Abend machte Vilsmaier eine Zuschauerin, als sie meinte: „Ich liebe jetzt Bayern noch mehr als zuvor.“

„Bayern – Sagenhaft“

von Joseph Vilsmaier läuft derzeit im Erdinger Cineplex.

Alexandra Anderka

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