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Ja, das ist wirklich ein Pfarrer: Rainer Maria Schießler erschien in klobigen Baustellenschuhen, Blaumann und T-Shirt zur Reiherorden-Verleihung in der Stadthalle. Überreicht wurde ihm die Urkunde vom Narrhalla-Präsidium mit (Bild oben, v. l.): Stefan Neumaier, Dieter Jäckel, Detlef Felixberger und Thorsten Neidlein.
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Reiherorden-Verleihung in Erding - Impressionen in Bilder
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Zweite Reiherorden-Verleihung der Narrhalla Erding

Wo sich der liebe Gott einiges anhören muss

Wohl selten hat ein Pfarrer in Erding so viele Lachsalven und Beifall bekommen wie Rainer Maria Schießler am Samstag in der Stadthalle. Nach seiner gepfefferten „Predigt“ gab es tosenden Applaus vom stehenden Publikum – und er den Reiherorden.

Erding - Mit dem Reiherorden der Narrhalla Erding steht der beliebte und volksnahe Münchner Pfarrer in einer Reihe mit Monika Gruber, Franz-Josef-Strauß, Sepp Maier, Erni Singerl und Hans Zehetmair. In seiner Laudatio lieferte Narrhalla-Vize Detlef Felixberger die Begründung, warum der Geistliche ausgewählt worden sei. Den Orden gibt’s nämlich nur für Persönlichkeiten, die sich durch „politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche oder geistige Leistungen in besonderem Maße um die Pflege von bodenständigem Humor sowie von Geselligkeit und Unterhaltung verdient machen“.

Dass Schießler, Pfarrer der St.-Maximilian-Kirche und „Nebenbeipfarrer“ in der Heilig-Geist-Kirche am Viktualienmarkt in München, zu ihnen gehört, ist unbestritten. „Er predigt seit 25 Jahren mit seinem eigene Witz, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, nämlich münchnerisch“, sagte Felixberger, „der liebe Gott muss sich einiges anhören“. Die Gottesdienste des mittlerweile dienstältesten Pfarrers in München sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, ebenso die Viecherl-, oder Fahrzeugweihen, „wo dann schon auch mal ein Bobbycar gesegnet wird“.

Aber auch ein „Prost“ sei mal aus der Kirche zu hören, wie bei der Fahnenweihe der Narrhalla München, als nach der Messe in der Kirche ein Fass Bier angezapft wurde.

Schießler, so erzählte Felixberger, sei nicht nur glühender Eishockey-Fan und -spieler, sondern auch leidenschaftlicher BMW-Motorradfahrer. Er habe seine eigene Maschine bei der Fahrzeugweihe am Altar aufgebockt, voll aufgedreht und gemeint „so an Sound hat mei Kirch no nie erlebt“.

Dass er auch über die katholische Kirche deutlich seine Meinung sagt und damit manchmal bei Vorgesetzten aneckt, macht ihn nur noch beliebter. St. Maximilian sei die Gemeinde mit der höchsten Zahl an Kircheneintritten in München.

Der Allrounder – bekannt ist der Pfarrer auch als Buchautor, Talkmaster und Wiesnbedienung – kam in blauer Latzhose zur Verleihung. Er dankte nicht nur für den Orden mit einer gehörigen Portion Humor, sondern gab auch noch mal zu verstehen, dass er sich für einen lockeren Umgang mit der Kirche einsetzt. Bei ihm kämen die Leute aus dem Gottesdienst und lachen. „Die, die das draußen sehen, denken sich: ,Die lachen! Wieso lachen die? Die waren doch in der Kirche‘.“

Die Ordensverleihung war nur einer der Höhepunkte des traditionellen Narrhalla-Abends in der voll besetzen Stadthalle. Das rasante Programm wurde begleitet von bisweilen atemberaubend akrobatischen Einlagen von Kinder- und Teenietanzgruppen. Genauso wie das Funkenmariechen Anna-Lena, die mit ihren Showtanz-Auftritten für lang anhaltendes Klatschen sorgte. Auch die Auftritte vom Kinderprinzenpaar Coco-Valentina I. und Jakob I. und natürlich vom Prinzenpaar Tabea I. und Max III. sorgten für Begeisterung.

Dass verbal kräftig ausgeteilt wird, versteht sich von selbst. Und dass dabei die Obrigkeit ihr Fett wegbekommt, ist eine Sache, die den Fasching erst ausmacht. Der Höhepunkt war beim heuer heißt diskutierten Sketch erreicht. Diesmal waren unter anderem Umweltministerin Ulrike Scharf und Bundestagabgeordneter Andreas Lenz dabei. Beleidigt? Nein, waren sie nicht. Im Gegenteil, sie nahmen’s sportlich, klatschten und hatten viel zu lachen.

Henry Dinger

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