Der Ortsvorstand der ÖDP Erding (v. l.): Die Beisitzer Karl Heinz Jobst und Gislinde Wohlrab, Vorsitzender Wolfgang Reiter, stellvertretende Vorsitzende Christina Treffler und Beisitzer Helmut Trinkberger. Foto: Macht

Reiter nimmt die Zügel in die Hand

Erding - Der Erdinger Ortsverband der ÖDP ist wieder unter fester Führung. Wolfgang Reiter ist neuer Vorsitzender.

Vier Jahre lang stand Stefan Grabrucker an der Spitze der Erdinger ÖDP. Wie erst jetzt öffentlich wurde, hatte der Gymnasiallehrer im vergangenen Herbst sein Amt niedergelegt und die Führung der Amtsgeschäfte seiner Stellvertreterin Christina Treffler überlassen. Am Mittwochabend haben neun Mitglieder des Ortsverbandes im Gasthaus Mayrwirt den Apotheker und langjährigen Chef des ÖDP-Kreisverbandes, Wolfgang Reiter, zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Davor las Treffler einen Brief des ehemaligen Vorsitzenden Grabrucker vor, der so die Anwesenden wissen ließ: „Ich habe mich entschlossen, nach vier Jahren an der Spitze der ÖDP Erding nicht mehr für das Amt als Ortsvorsitzender zu kandidieren, sondern vielmehr den Ortsvorsitz mit sofortiger Wirkung abzugeben.“ Er wolle sich nach 15 aktiven Jahren in der ÖDP eine Auszeit gönnen.

Zudem habe es im Orts- und Kreisvorstand immer wieder unterschiedliche Ansichten gegeben, die die politische Arbeit teilweise dominiert hätten. Das menschliche Verhältnis untereinander, so betonte Grabrucker, habe darunter glücklicherweise nicht gelitten. „Für erfolgreiches Wirken muss man jedoch in der Lage sein, sich auf die wesentlichen Punkte zu konzentrieren und mit Lust bei der Sache sein. Deshalb möchte ich den Weg frei machen für neue Ideen und für andere Aktive.“

Zugleich stellte Grabrucker in seinem Brief in Frage, „ob ein Ortsverband in der derzeitigen Organissationsform überhaupt noch Sinn macht“. Der Ortsvorstand habe hauptsächlich deshalb bestanden, um weitere Personen bekannt zu machen. „Eine eigenständige Arbeit fand nicht statt, da dies unsere Personaldecke nicht zuließ.“

Die Sitzungen des Ortsvorstandes hätten stets gemeinsam mit dem Kreisvorstand stattgefunden. Einmal im Monat habe es zudem eine eigene Sitzung gegeben, „in der viele Ideen für die Stadtratsarbeit entwickelt werden konnten. Eine eigene Kassenführung oder eine organisatorische Trennung von Orts- und Kreisvorstand gab es nicht.“

Treffler sprach sich dafür aus, dass die Organisation so bleiben solle, wie bisher. Dem stimmten die anderen Mitglieder zu. „Die Zusammenarbeit der Vorstände war schon immer so, auch um Arbeit zu sparen und um sich nicht in Bürokratie zu verzetteln. Man darf die Aktiven nicht zu Tode arbeiten“, meinte Reiter.

Einen Anstoß für die weitere Arbeit gab Grabrucker dem neuen Vorstand mit auf den Weg: Eine mit dem Bus befahrbare Fußgängerzone in Erding sei das Thema für die ÖDP vor Ort. Er selbst plädiere sogar für ein Bürgerbegehren, „das der Partei gut zu Gesicht stünde“ und das auch der so notwendigen Profilierung dienen würde. Grabrucker: „Nach wie vor leidet unsere Partei darunter, dass keine konkreten Themen mit uns verbunden werden.“ Hier müsse die ÖDP in Zukunft mehr auf Familienpolitik setzen.

Vroni Macht

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