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So sieht die neue Reitanlage im Erdinger Nordwesten aus.

Alternativstandort in Erding und neues Areal in Pesenlern – Gewerbegebiet wird größer

Reiterhof: Expansion statt Auflösung

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Vor wenigen Monaten stand der Reiterhof an der Dachauer Straße in Erding noch vor dem Aus, der Pachtvertrag mit der Stiftung läuft Ende März aus, das Areal im Nordwesten von Erding soll mit einem Gewerbegebiet bebaut werden. Nun die Kehrtwende:

Erding/PesenlernDer Pferdehof mit Reitschule kann nicht nur in Erding bleiben, er erweitert sogar – in Pesenlern bei Wartenberg. Im April will Inhaberin Claudia Stark durchstarten und hofft daher auf die Aufhebung des Lockdowns für den Sport. Im Moment unterliegen sie und ihr Team pandemiebedingt faktisch einem Berufsverbot.

Bereits vor 15 Jahren hatte Stark eine Fläche neben dem Stiftungshof dazu gepachtet. Diese gehört nicht der Stiftung und ist von der Umwandlung in ein Gewerbegebiet nicht betroffen. Hier werden nicht nur Reitschule und -platz angelegt, sondern auch eine Koppel. Insgesamt über 100 Stellplätze säumen das Areal. Auch einen Offenstall für Ponys wird es geben.

Neu hinzu kommt das Areal in Pesenlern. „Wir haben dort einen neuen Stall mit Halle und zwei Reitplätzen gefunden“, berichtet Stark erfreut. Derzeit liefen die Sanierungsarbeiten.

Das Stiftungsgut verfügt über 20 Schulpferde und acht Reitlehrer. Die Ställe haben über Jahre hinweg zudem viele Pferdebesitzer genutzt, um ihre Tiere einzustellen. Die 48 Boxen waren stets belegt, jetzt sind es laut Stark nur noch zwei. „Die meisten haben sich bereits nach neuen Ställen umgesehen.“

Stark betont: „Jeder kann in Erding auch künftig wie gewohnt seine Reitstunden nehmen.“ Dazu nutze man den bisherigen Springplatz mit Koppelanteil. Ebenso könne aber auch auf dem Areal in Pesenlern Pferdesport betrieben werden. Schüler, die in Erding reiten, könnten künftig bei schlechtem Wetter auch die Halle in Pesenlern nutzen.

„Wir freuen uns riesig, dass niemand auf den Reitunterricht am Stiftungsgut verzichten muss und wir auch am bisherigen Standort weitermachen können“, schreibt Stark auf der Facebookseite des Stiftungsgutes. Wenn die letzten Arbeiten erledigt sind, soll es im April losgehen. Jetzt hofft Stark, dass sich die Corona-Lage weiter beruhigt, sodass die Reitschüler wieder kommen können. „Wir haben viele Kinder ab drei beziehungsweise vier Jahren, die wir über Ponys spielerisch an den Reitsport heranführen“, erzählt sie. Die älteren Kinder ritten dann in Gruppen auf größeren Pferden. „Im Moment geht leider noch nichts, aber wenn der Individualsport wieder erlaubt wird, starten wir“, gibt sich die Inhaberin zuversichtlich.

Auch die beliebten Kindergeburtstage will Stark wieder anbieten. Auch das ist bis auf Weiteres untersagt.

Der Bebauungsplan für das Stiftungsgelände wird noch einmal verändert, der Umgriff wird größer, informierte Lolita Liening im Stadtentwicklungsausschuss. Dafür gibt es zwei Gründe: Der neue Eigentümer, so Liening, hat seine Bauabsichten konkretisiert – er braucht mehr Platz. Bekanntlich ist es die Edeka-Bäckerei Wünsche, die hier eine Backwarenfabrik errichten will. Nach Informationen unserer Zeitung sind zwei Bauabschnitte vorgesehen, die Gebäude sollen bis zu 30 Meter hoch werden. Der Bebauungsplan wird nun 5,77 Hektar umfassen.

Zweiter Grund ist, dass der Geltungsbereich auch einen Grünstreifen im nördlichen Bereich aufnehmen soll. Zwischen dem neuen Gewerbegebiet und dem Logistiker GLS will die Stadt einen Grünen Ring mit Geh- und Radweg ermöglichen. Erschlossen wird das Gewerbegebiet über die Dachauer Straße. Die konkreten Pläne will OB Max Gotz (CSU) in einer der nächsten Sitzungen des Stadtentwicklungsausschusses vorstellen.

Die Fischer’s Wohltätigkeitsstiftung möchte das Gelände verwerten, weil sie die Erlöse braucht, um die Erweiterung ihres Seniorenzentrums an der Haager Straße zu finanzieren. Von rund 20 Millionen Euro ist die Rede.

Infos im Internet unter www.stiftungsgut-erding.de.

ham

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