So hoch sind die Tourismuszahlen gestiegen. Bei der Verbandsversammlung am Donnerstag in der Erdinger Stadthalle unterhielten sich angeregt (v. l.): Landrat Martin Bayerstorfer, Verbandschef und Regierungspräsident Christoph Hillenbrand, Münchens Tourismuschefin Dr. Gabriele Weishäupl, Wirtschaftsminister Martin Zeil und Bürgermeister Max Gotz. Foto: (ham)

Rekord auf Rekord: Erdings Angriff auf die klassischen Urlaubsgebiete

Erding - Der Tourismus in Stadt und Landkreis Erding hat in den vergangenen Jahren einen kometenhaften Aufstieg mit kräftigen jährlichen Zuwächsen erlebt. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Kein Wunder also, dass die Jahreshauptversammlung des Tourismusverbandes München - Oberbayern am Donnerstag in der Herzogstadt stattfand. An der nahmen nicht nur Vertreter der Urlaubsgebiete teil, sondern auch Regierungspräsident Christoph Hillenbrand als Vorsitzender, Münchens Tourismusdirektorin Gabriele Weishäupl sowie Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident Martin Zeil.

Hillenbrand konnte in der Stadthalle beachtliche Zahlen vorlegen. Fast 13,5 Millionen Menschen trafen in der Region ein, ein Plus von 5,2 Prozent. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 3,8 Prozent auf knapp 33 Millionen. Oberbayern hat am bayerischen Tourismus einen Anteil von 45 Prozent. Der Verbandschef richtete den Blick auf die Gesamtwirtschaft. Die Branche habe im Vorjahr einen Gesamt-Bruttoumsatz von 12,6 Milliarden Euro erzielt, die Hälfte davon hätten die Tagesgäste beigesteuert. 2,7 Milliarden Euro seien ins Steuersäckel geflossen. Der Fremdenverkehr biete rund 200 000 Menschen Arbeit. „Daher ist auch die reduzierte Mehrwertsteuer für die Hotellerie gerechtfertigt“, sagte Hillenbrand.

Zeil sekundierte. „Ich stehe hinter der Entscheidung, denn sie hat wie ein eigenes Konjunkturpaket gewirkt.“ Nun gelte es, auf den „hervorragend aufgestellten Standort weiter draufzusatteln“. Es gelte, „den weitgereisten Gast zu begeistern“. Der FDP-Politiker aus Starnberg rief dazu auf, „die vielen touristischen Perlen auf eine Schnur zu ziehen und daraus eine schöne Kette zu machen“.

Zuvor hatte Hillenbrand den Standort Erding gelobt. „Die Zahlen von hier sind sehr erfolgversprechend.“ Erding habe sich zu einem „zentralen Magneten für Urlauber und Ausflügler entwickelt“. Stadt und Landkreis Erding seien längst in die vordere Gruppe der Destinationen vorgerückt. Therme, Erdinger Weißbräu, die Messe in Riem und der Flughafen seien wichtige Standbeine.

Landrat Martin Bayerstorfer berichtete sichtlich stolz, „dass wir an der Marke von einer Million Übernachtungen kratzen“. Er gab zu, dass man eigentlich gar nicht das klassische Urlaubsziel sei. „Umso höher sind die Ergebnisse zu werten.“ Die Anwesenheit vieler Landespolitiker und des Vize-Regierungschefs nutzte der Landrat, um für die bessere Erschließung des Flughafens zu werben.

Bürgermeister Max Gotz sagte: „Wir sind erfolgreich, weil wir uns als Chancennutzer verstehen und nicht als Jammerer und Verhinderer.“ Daher stehe man „voll und ganz hinter den Erweiterungsplänen der Therme“.

Pünktlich zu Hauptversammlung legte das Landratsamt die Tourismus-Jahresbilanz für 2011 vor. Die 83 Quartiere mit neun und mehr Betten hätten es auf über 925 000 Übernachtungen gebracht - Tendenz jährlich steigend. Das Plus von 15,5 Prozent sei beachtlich, so der Kreischef. Mit einer Bettenauslastung von über 50 Prozent liege man über dem bayerischen und oberbayerischen Durchschnitt.

Auch Bayerstorfer ging auf den gesamtwirtschaftlichen Kontext ein. Jeder Übernachtungsgast gebe täglich 155 Euro aus. Die meisten Übernachtungen wurden in Oberding (421 000) und in der Stadt Erding (328 000) gezählt. Angesichts dieser Entwicklung sei es richtig gewesen, in Erding die Gastro-Berufsschule anzusiedeln. „Von dieser Branche profitiert der gesamte Arbeits- und Ausbildungsmarkt.“

(Hans Moritz)

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