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So schaut’s aus : Pfarrerin Andrea Oechslen, Pfarrer Christoph Keller und und Architekt Jörg Rehm zeigen den Plan für die Renovierung der evangelischen Erlöserkirche an der Friedrichstraße in Klettham. 

Renovierung der evangelischen Kirche in Klettham 

Die Erlöserkirche wird zur Baustelle

Schon seit einigen Tagen versteckt sich die evangelische Erlöserkirche an der Friedrichstraße in Klettham hinter einem Gerüst. Der Grund: umfangreiche Renovierungsarbeiten stehen an. 

Klettham – Das Gotteshaus mit seinem avantgardistischen Holzträgersystem im Inneren ist bereits geschlossen. An Ostern wird die Kirchengemeinde in einem Gottesdienst offiziell Interims-Abschied nehmen.

Erst vor einem Jahr wurde die Kirche mit ihrer eigenen Holz-Leim-Konstruktion, zur Einweihung 1963 etwas ganz Neues, zu einem Denkmal von nationaler Bedeutung erhoben. Denn ihr Architekt, Hans-Busso von Busse, hatte diese ungewöhnliche bauliche Idee aus den USA mitgebracht und in Erding umgesetzt. „Daher“, so der für die Renovierung verantwortliche Architekten-Kollege Jörg Rehm aus München, „mussten wir uns bei der Planung sowohl mit dem Urheberrecht als auch mit dem Denkmalschutz auseinander setzen“. Zudem sei es „spannend, ein solches kulturelles Erbe für die Nachwelt zu erhalten“.

Geplant ist laut Pfarrer Christoph Keller, dass das komplette Dach mit so genannten Zementfaserplatten neu gedeckt wird, „immerhin gut 800 Quadratmeter Fläche“. Vor allem aber auch die Träger aus Fichtenholz im Inneren der Kirche bedürfen einiger Reparaturen, denn sie haben teilweise Risse. „Dies“, sagt Architekt Rehm, „geschieht mittels eines Epoxidharz-Klebers“.

Kopfzerbrechen bereitet ihm vor allem die Verglasung. „Damals beim Bau gab es andere Standards als heute, und schließlich soll das authentische Bild der Fenster ja erhalten bleiben“, sagt Rehm. Jetzt muss das Glas besser isoliert und vor allem winddicht gemacht werden, denn viele Besucher der Erlöserkirche klagten bisher über Zug im Inneren. Auch eine neue Heizung, als Sitzbankheizung ausgeführt, wird für mehr Wärme sorgen, schließlich stehen noch eine Erneuerung der Elektrik und der Beleuchtung an.

Viel Arbeit also, die natürlich auch viel kostet. „Wir haben mit rund 1,4 Millionen Euro gerechnet“, nennt Pfarrer Keller die geplanten Baukosten. „Allerdings erhalten wir 605 000 Euro von der Landeskirche, 200 000 Euro von der Stadt Erding, 220 000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Landesamt für Denkmalpflege sowie 57 000 Euro vom Landkreis.“ Die Kirchengemeinde muss rund 240 000 Euro selbst aufbringen. „Und da hoffen wir natürlich auch auf private Spender“, ergänzt Pfarrerin Andrea Oechslen. Sie wird am Ostersonntag zusammen mit Keller einen Festgottesdienst feiern, der mit der Räumung des Altars sowie einem feierlichen Auszug aus der Erlöserkirche endet.

Damit ist die Kirche erst einmal symbolisch geschlossen. Die Gottesdienste während der Bauzeit finden entweder in der Auferstehungskirche in Altenerding an der Wendelsteinstraße oder in der Christuskirche an der Dr-Henkel-Straße statt. „Und wir hoffen, das Weihnachtsfest dann wieder hier feiern zu können“, nennt Pfarrer Keller die Zeit-Perspektive.

Noch zwei Mal vor Ostern wird die Erlöserkirche ihre Pforten öffnen: Am morgigen Samstag wird um 20 Uhr das Ein-Personen-Stück „Judas“ aufgeführt, und am Palmsonntag, 14. April, singt um 18 Uhr die Kantorei der Kirche die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach.

Und wann bekommt die renovierte Kirche ihre neue Orgel? Keller: „Durch den Umbau werden auch deutlich bessere Bedingungen für eine neue Orgel geschaffen – sie kommt dann wohl 2020.“

FRIEDBERT HOLZ

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