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Hauptfigur bei den Republikanern: Martin Huber aus Taufkirchen.

Bundestagswahl 

Republikaner treten erstmals nicht an

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48 Parteien hat der Bundeswahlleiter für die Bundestagswahl 2017 zugelassen. Eine hat sich jetzt zurückgezogen: die Republikaner. Ausschlaggebend dafür sind zwei Gründe, sagt der Bezirksvorsitzende für Oberbayern, Martin Huber.

Erding – Seit der Gründung im Jahr 1983 waren die Republikaner zumindest in Bayern und Baden-Württemberg bei sämtlichen Wahlen am Start, ob es Bundestags-, Landtags- oder Kommunalwahlen waren. Bei der Bundestagswahl heuer am 24. September werden die Republikaner erstmals fehlen. „Dafür gibt es zwei Gründe“, erzählt Bezirksvorsitzender Huber. „Zum einen haben wir finanzielle Probleme, das gebe ich ganz offen zu. Zum anderen wollen wir das konservative Lager nicht spalten, denn Rot-Rot-Grün muss auf alle Fälle verhindert werden.“

Der 57-jährige Huber, der aus Hubenstein in der Gemeinde Taufkirchen/Vils stammt, erinnert sich noch an die Gründung der Republikaner 1983. Franz Handlos und Ekkehard Voigt hatten die Partei damals aus der Taufe gehoben. Aus Verärgerung über den Milliardenkredit, den Franz Josef Strauß mit der DDR unter Erich Honecker eingefädelt hatte, waren sie mit zahlreichen weiteren Gesinnungsgenossen aus der CSU ausgetreten.

Unter ihrem Vorsitzenden Franz Schönhuber erlebte die rechts-konservative Partei Ende der 80er-, Anfang der 90er-Jahre ihre Blütezeit. Danach aber ging es langsam aber stetig bergab, bis hin zur Bedeutungslosigkeit.

Aber nicht überall. „Beispielsweise im Landkreis Erding waren und sind wir in den Kommunalparlamenten immer noch gut vertreten“, sagt Huber. „Und auch im Landkreis Rosenheim haben wir noch viele Unterstützer.“

Der Bundesverband unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Krieger habe aber nun beschlossen, nicht zur Bundestagswahl anzutreten. „Das ist zum einen das Finanzielle“, erklärt der Bezirksvorsitzende. „Mit den uns im Moment zur Verfügung stehenden Mitteln können wir keinen optimalen Wahlkampf führen.“

Was aber für ihn noch wichtiger sei, ist die Konzentration der Kräfte. „Wenn wir das konservative Lager spalten, wird die Linke zu stark“, befürchtet der 57-Jährige.

„Ich fordere deshalb alle konservativen Wähler auf, zur Wahl zu gehen und heimatverbundene Parteien zu wählen“, sagt Huber. „Wir werden keine Empfehlung abgeben. Unsere Wähler wissen schon, was wir meinen.“ Seiner Meinung nach gehöre eine rechts-konservative Partei unbedingt in den Bundestag, „egal wie sie heißt“.

Stehen die Republikaner nun vor dem Aus? Das sieht der Bezirksvorsitzende nicht so. „Wir setzen jetzt mal aus, konsolidieren uns und dann greifen wir wieder an.“

Was seine persönlichen Ambitionen angeht, da gibt sich der Angestellte ganz entspannt: „Ich bin jetzt seit 27 Jahren im Gemeinderat von Taufkirchen und im Kreistag von Erding. Ich habe schon Vieles überstanden und werde daher auch das überstehen.“

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