Prop-Beratungsstelle  Erding 

Rettungsanker für Suchtkranke

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Erding - Sie unterstützen Suchtkranke auf dem Weg in die Abstinenz: die Sozialpädagogen, Therapeuten und Psychologen der Beratungsstelle Prop in Erding. 582 Menschen haben sie 2016 betreut.

Die meisten Menschen, die die Beratungsstelle Prop in Erding aufsuchen, haben ein Alkoholproblem. Diese Gruppe macht 60 Prozent der Klienten aus. Aber nicht nur Betroffene, sondern auch deren Angehörige werden unterstützt – auch anonym. 36 der 582 Personen haben vergangenes Jahr von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ihre Identität nicht preiszugeben.

Prop-Leiter Thomas Pölsterl, seit 2001 im Amt, kennt seine Klienten genau: Sie sind im Schnitt 38 Jahre alt, gut zwei Drittel sind Männer, erwerbstätig oder in Ausbildung. Die Alltagsdroge Alkohol ist das Hauptproblem der Suchtkranken oder -gefährdeten. 22 Prozent kommen wegen Cannabiskonsums, vier Prozent sind krankhafte Glücksspieler. Erfreulich: Wie in ganz Bayern nahm der Anteil der Patienten unter 21 Jahren auch in Erding überproportional ab.

Die Suchtgefährdeten und -kranken erwartet bei Prop ein vielfältiges Behandlungs- und Betreuungsangebot aus Beratung, ambulanter Rehabilitation, Betreutem Wohnen und Frühintervention unter einem Dach. Dazu steht ein zehnköpfiges Team aus Ärzten, Psychotherapeuten, Suchttherapeuten und Sozialarbeitern zur Verfügung. „Die Anerkennung durch alle Kostenträger – auch für die ambulante Reha von stoffgebundenen Süchten und Glücksspielern – dokumentieren die hohe Qualität der integrierten Suchthilfeangebote“, betont Pölsterl: „Und das seit 20 Jahren.“

Die Arbeit trägt Früchte: 68 Prozent der Klienten entließ Prop gebessert. 23 Prozent brachen die Behandlung vorzeitig ab. Nach einer eigenen Studie der Erdinger Beratungsstelle sind 55 Prozent ihrer Patienten ein Jahr nach ambulanter Reha durchgängig und 24 Prozent nach einem Rückfall abstinent.

Prop bietet auch eine Kontakt- und Begegnungsstätte in Erding an. Sie besuchten 2016 durchschnittlich 15 Menschen am Tag, die 1862 Mittagessen einnahmen. Zudem gibt es eine Homework-Stelle, die Suchtkranke auch zuhause besuchen kann, Abendsprechstunden – auch in Dorfen, eine Jugendsprechstunde, Raucherentwöhnung und Programme zum Kontrollierten Konsum, MPU-Vorbereitung oder Arbeitgeberberatung.

„Heuer wollen wir einen inhaltlichen Schwerpunkt auf den Umgang mit Kindern Suchtkranker legen. Hierzu ist eine gemeinsame Fortbildung mit den Mitarbeitern des Jugendamtes geplant“, kündigt Pölsterl an.

Die Beratungsstelle

von Prop e.V. ist von Montag bis Freitag vormittags unter Tel. (0 81 22) 9 99 81 30 erreichbar. Offene Sprechstunden sind jeden Mittwoch von 9 bis 11 Uhd und von 17 bis 18.30 Uhr.

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