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Minimalistisch auch in der Stadthalle: Kabarettist Rolf Miller unterhielt sein Publikum aufs Beste. 

Rolf Miller in der Stadthalle

Ping-Pong mit Pointen

Der Kabarettist Rolf Miller gastierte mit seinem Programm „Alles andere ist primär“ in der Erdinger Stadthalle. Dem Publikum gefiel’s.

ErdingDer „konsequenteste Minimalist“ auf deutschen Kabarettbühnen zeigte sein Programm „Alles andere ist primär“ am Freitagabend in der Stadthalle Erding und sorgte dabei beim Publikum für Lacher im Sekundentakt. Mehr als einen simplen Stuhl als Requisite brauchte der 50-Jährige nicht. Er ließ sich breitbeinig darauf nieder, lehnte sich entspannt zurück und plauderte ohne Umschweife los.

Miller hatte von Anfang an einiges auszuteilen. Zu aktuellen politischen Spannungen nahm er Bezug, wobei er die Schlüsselfiguren Trump, Putin und Erdogan mit den „Two and a Half Men“ verglich. Auch zu Nord Korea hat er eine klare Meinung: „Da möchte ich nicht einmal tot über dem Zaun hängen!“ Dem Publikum gefiel’s, denn Miller hatte seine Show als Ping-Pong Spiel ausgelegt. Jede Pointe, die er den Zuschauern der Stadthalle zuwarf, wurde augenblicklich mit lautem Gelächter zurückgeworfen. Seine Statements, Anekdoten und Scherze waren immer direkt, angereichert mit einer Prise provozierend schwarzem Humor, hatten dabei aber stets einen aufrichtigen Kern in sich. Denn komplizierte Dinge mit banalen Worten auszudrücken, ist seit jeher ein Markenzeichen Millers.

Weitere Themen Millers sind Beziehungsprobleme: „Warum ist eine Scheidung so teuer? Weil sie es wert ist!“, wusste er gleich die Antwort. Auch die 80er Jahre bekamen ihr Fett ab sowie diverse Fußballnationen („Was macht ein Holländer bei der einer WM? Er schaut Fußball!“) und die Teilung Deutschlands in Ossis und Wessis: „Sagt der Ostler zum Westler: Wir sind ein Volk! Sagt der Westler zum Ostler: Wir auch!“

Der aktuelle Trend zu veganem Essen wurde scharfzüngig-humorvoll unter die Lupe genommen. Munter sprang Miller zwischen den verschiedensten Themen hin und her, auch über Til Schweiger, Uli Hoeneß sowie die – seiner Ansicht nach zu kleine – Schweiz zog er ausgelassen her. Zum Thema Amerika und Umwelt fragte sich Miller, ob der elektrische Stuhl womöglich auch mit Öko-Strom betrieben werden kann?

Nach dem langanhaltenden Applaus kehrte der Kabarettist am Ende seines zweistündigen Programms noch einmal zu einer Zugabe auf die Bühne zurück. Ein würdiger Abschluss einer minimalistischen, aber überaus kreativen One-Man-Unterhaltungsshow. (Philip Heggmair)

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