Abbiegeverbot ignoriert: So wie gestern Mittag halten sich viele Autofahrer nicht an die eindeutig beschilderte Verkehrsführung und biegen auf die untere Rotkreuzstraße ein, statt über die Gerberstraße auf die B 388 zu fahren. foto: nie

Rotkreuzsstraße: Kippt Erdings Stadtrat das Abbiegeverbot?

Erding - Die Verkehrsführung auf der unteren Rotkreuzstraße ist seit Jahren ein Zankapfel. Weil viele Hinterlieger trotz Abbiegeverbots den unteren Teil der Straße stadteinwärts nutzen, diskutierten die Stadträte nun mögliche Änderungen.

Die Anwohner der unteren Rotkreuzstraße wollen eine striktere Einhaltung des Abbiegeverbots, die Hinterlieger aus dem oberen Teil der Siedlung plädieren für dessen Abschaffung, um ohne den Umweg über zwei Ampeln auf die Anton-Bruckner-Straße zu gelangen. Guter Rat ist teuer. Das sah man an der Diskussion, die die Stadträte am Dienstagabend im Planungs- und Umweltausschuss (PUA) führten.

Bürgermeister Max Gotz (CSU) schwebt vor, die Rotkreuzstraße in beide Richtungen aufzumachen, schließlich werde das Verbot schon heute von vielen ignoriert. Dazu stellte Stadtplaner Wilhelm Wagner Möglichkeiten vor, die den dann legalen Verkehr aus der oberen Siedlung ausbremsen, denn die erlaubten 30 km/h werden laut Anliegern häufig überschritten. Auch die Situation der Radfahrer soll verbessert werden.

So könnte auf der Nordseite der Rotkreuzstraße ein Radstreifen angelegt werden. Die Radler könnten zudem an der Ampel vor der Einmündung in die Anton-Bruckner-Straße einen eigenen Haltebereich bekommen. So genannte Berliner Kissen - 6,50 Zentimeter hohe Aufpflasterungen aus Kunststoff - könnten auf der Fahrbahn befestigt werden und dabei helfen, die Geschwindigkeitsbegrenzung einzuhalten.

Einige Stadträte reagierten skeptisch, vor allem was die Wirksamkeit der Berliner Kissen betrifft. „Sie bremsen vielleicht die Autofahrer aus, aber das hören auch die Anwohner“, warnte Rainer Mehringer (UWE). „Wenn man was ändert, sollte sich die Situation verbessern. Das ist hier nicht eindeutig“, sagte Hermann Schießl (CSU). „Nur weil viele hier fahren, die nicht fahren dürfen, gehe ich bei der Änderung der Verkehrsführung nicht mit“, erklärte Johanna Heindl (UWE). Auch Horst Schmidt (SPD) sprach sich dafür aus, „die Regelung so zu lassen, wie sie ist“. Jakob Mittermeier (CSU) könnte sich dagegen eine Abschaffung des Abbiegeverbotes und die Berliner Kissen gut vorstellen. Er geht nicht von einem steigenden Verkehrsaufkommen aus. „Es sind die, die heute schon durchfahren.“

Nun wird in den Fraktionen beraten. Im November will Gotz im PUA abstimmen lassen. (zie)

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