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Verschwindet: der Bahnübergang Haager Straße.

S-Bahn-Ringschluss

Längerer Tunnel ist beschlossene Sache

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Erding - Es ist eine Entscheidung, die Geschichte schreiben dürfte: Der Bahnübergang an der Haager Straße in Erding wird aufgelöst. Zwischen Stadtpark und nördlicher Stadtgrenze wird die S-Bahn beim Ringschluss unterirdisch fahren. Bahn, Stadt und Freistaat haben sich geeinigt.

Erding und die Flughafenregion sind dem S-Bahn-Ringschluss einen bedeutenden Schritt näher gekommen. Denn die Trassenführung durch die Große Kreisstadt ist nach jahrelangem Ringen nun klar geregelt. Die S-Bahn wird im Stadtpark in einen Tunnel beziehungsweise Trog verschwinden. Das gesamte heutige Bahnhofsareal wird frei und kann für Wohn- und Gewerbebebauung genutzt werden. Im Fliegerhorst entsteht ein neuer (Tief-)Bahnhof. Danach geht es bis zum Stadtrand unterirdisch weiter, ehe hinter Kehr die Gleise Richtung Flughafen wieder an die Oberfläche kommen.

Oberbürgermeister Max Gotz teilte mit, „dass es endlich gelungen ist, mit der Staatsregierung und der Deutschen Bahn eine Einigung zu erzielen“. Bislang hatte die Bahn den längeren Tunnel mit dem Hinweis abgelehnt, die Schrankenschließzeiten rechtfertigten die deutlich teurere Variante nicht. In den aktuellen Unterlagen wird die Beseitigung mit 36 Millionen Euro beziffert.

Nicht nur Finanzminister Markus Söder und Verkehrsminister Joachim Herrmann hatten sich laut Gotz hinter die Forderung Erdings, die S-Bahn dürfe die Stadt nicht teilen, gestellt, sondern auch Ministerpräsident Horst Seehofer. Froh ist der OB zudem, „dass nun endlich auch die Bahn hinter dem Projekt steht“.

So sieht die Einigung aus: Die Stadt beteiligt sich mit einem vorher festgelegten Betrag an dem längeren Tunnel. Einen konkreten Betrag wollte Gotz wegen laufender Vertragsverhandlungen und dem ausstehenden Stadtratsbeschluss noch nicht nennen. Es geht aber um etliche Millionen Euro. Er ließ nur durchblicken: „Es wird ein Betrag sein, der den künftigen Generationen sehr viel bringt, sie aber nicht über Gebühr belastet.“

Die Bahn kann das Areal rund um die heutige Endhaltestelle verwerten, sprich mit Bebauung versilbern. Der Erlös daraus ist ein weiterer Bestandteil der Finanzierung. Immobilienexperten sprechen von einer Top-Lage für Wohn- und Handelsflächen.

Der Vertrag soll noch heuer unterschrieben werden. „Jetzt ist klar: Der Ringschluss kommt“, triumphiert der CSU-Politiker. Im Westen des Flughafens wird die Neufahrner Kurve bereits gebaut. Der Tunnel unterm Flughafen ist fertig. Für den Abschnitt Erding – Flughafen inklusive Bahnhof Schwaigerloh läuft das Planfeststellungsverfahren. Die Unterlagen für die Genehmigung des Teilstücks durch die Stadt werden laut Gotz nun vorbereitet.

„Es hat sich ausgezahlt, dass wir beharrlich waren und von unseren Forderungen nicht abgerückt sind“, freut sich Gotz, „Politik und Bürgerschaft haben sich nicht auseinander dividieren lassen.“ Darauf könnten alle stolz sein.

Gotz richtet den Blick auch auf Altenerding. Einer Beseitigung der Übergänge Park- und Bahnhofstraße erteilte er erneut eine Absage. „Das müssten wir komplett selbst zahlen. Wer das will, beerdigt den Ringschluss.“ Allerdings werde er „mit der gleichen Energie weiterverhandeln, damit wir dort endlich eine moderne, digitale Schrankentechnik mit deutlich kürzeren Schließzeiten bekommen“. Die Wartezeiten seien viel zu lang – nicht nur für die Rettungsorganisationen.

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