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Hits wie „1000 und 1 Nacht“ haben ihn berühmt gemacht: Klaus Lage feierte mit seinen Fans in der Stadthalle.

Sänger Klaus Lage in der Stadthalle

Und es hat wieder „Zoom!“ gemacht

Erding – Klaus Lage gastierte mit seiner Band „Gute Gesellschaft“ in der Stadthalle Erding. Er stellte sein neues Album vor und sang alte Hits. Seine Fans waren außer Rand und Band und feierten den Star.

Er war das erste Mal in der Stadthalle, aber nach diesem Abend sicher nicht das letzte Mal: Zwar blieben ein paar Stuhlreihen leer, doch die begeisterte Menge trotzte Klaus Lage und seiner Band „Gute Gesellschaft“ vehement zwei Zulagen ab. Denn sein Konzert, wie immer Live-Musik in Reinform, hatte die Zuhörer buchstäblich von den Sitzen gerissen. Vor über 30 Jahren landete er seinen ersten Hit, mit „1000 und 1 Nacht“. Es hatte damals „Zoom!“ gemacht. Das saß vielen Gästen an diesem Abend als unvergessener Refrain noch tief im Ohr. Und auch jetzt, als Klaus Lage auf die Bühne kam, zur Gitarre griff und den ersten Ton anstimmte, da war sie wieder da: jene unnachahmliche Gänsehaut-Stimme, die von ganz laut bis ganz sanft alles kann.

Seine Lieder haben oft etwas Sozialkritisches, so auch „Zug um Zug“, in dem er das Schicksal einer Endvierzigerin schildert, die bei einer Drogeriekette gearbeitet hat und nach der Kündigung nicht weiß, wie es weitergehen soll. Liebe und persönliche Schicksale sind sein Repertoire. Auch jetzt, im neuen Album „Blaue Stunde“, erzählt er zum Beispiel von Trennung, lässt Emotionen ihren Lauf.

Aber so richtig drehte der 66-Jährige auf, wenn er alte Hits präsentierte, etwa „Faust auf Faust“. Dieser Song, einst Titelmusik von Schimanskis erstem Kinofilm, weckte auch die Rock-Geister bei den Gästen. Sie tobten und schrien mit, waren am Ende des Lieds fast genauso fertig wie Klaus Lage selbst. Der bekam erstklassige Unterstützung von den brillanten Musikern Jürgen Scholz (Gitarre), Stephan Emig (Percussion) und seinem alten Weggefährten, dem Deutsch-Kanadier Bo Heart am Keyboard.

Seit Lages Auftritt besitzt Erding jetzt auch einen Shanty-Chor. Der vielseitige Musiker hat ihn spontan ins Leben gerufen, indem er die Zuhörer einen Refrain zum Lied „Volle Kraft voraus“ singen ließ. Mit diesem Song unterstützt er seit einigen Jahren die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Dann behauptete er von sich, ein „Multitalent“ zu sein, „das permanent an beiden Ecken brennt“. Seine Fans nehmen ihm das sofort ab. Denn sein Einsatz wirkte nie eitel, er trat gänzlich unprätentiös auf. Schließlich, alle haben darauf gewartet, haute er jenes Lied raus, das ihn bekannt gemacht hat. Er feierte, zelebrierte gar mit den Zuhörern diese „1000 und 1 Nacht“, die sich so scheinbar harmlos aus einer zarten Berührung zu einem Sturm der Leidenschaft entwickelt hat.

Längst standen, bis auf ein paar müde erste Reihen, die Menschen in der Stadthalle, kreischten sich die Stimme aus dem Leib. Und in diesem Moment war wohl allen klar: Ja, es hat „Zoom!“ gemacht an diesem herrlichen Abend.

Friedbert Holz

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