Eierrückruf, Hühnerschlachtung in Siglfing

Salmonellen: Geflügelhof geschlossen

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Erding - Schlimmer Rückschlag für den Geflügelhof Brandhuber: Auf Eiern aus dem Betrieb an der Dorfstraße in Siglfing sind Salmonellen gefunden worden. Rund 100 000 Eier sind von einer Rückrufaktion betroffen, 15 000 Hühner wurden geschlachtet.

Die gefährlichen Bakterien, die schwere Durchfälle auslösen können, hatte die Lebensmittelüberwachung im Rahmen einer Stichprobe entdeckt. Am Freitag lagen die Ergebnisse der bakteriellen Untersuchung vor. „Es war eine routinemäßige Kontrolle“, sagte gestern eine Sprecherin des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmitelsicherheit (LGL) auf unsere Anfrage. „Die Eier dürfen nicht in den Verkauf. Die Rückrufaktion wird vom Landratsamt Erding überwacht.“

 Die aktuelle Rückrufaktion betrifft Eier mit der Code-Nummer 3-DE 09 1043 4, Mindeshaltbarkeitsdatum 26. April bis 4. Mai. Diese Eier werden ebenso zurückgerufen wie die Eier der Chargen 2-DE 09 1043 2 und 2-DE 09 1043 3 mit dem gleichen Mindesthaltbarkeitsdatum. „Insgesamt dürfte es sich um rund 100 000 Eier handeln“, sagte gestern ein Sprecher für den Geflügelhof Brandhuber auf Anfrage der Heimatzeitung. „Die beanstandeten Eier stammen ausschließlich aus der Kleingruppenhaltung. Ein Großteil ist schon verarbeitet. Die Eier aus der Kleintiergruppenhaltung werden eh kaum privat verkauft. Die gehen an kommerzielle Nutzer zur Weiterverarbeitung.“

Laut der Sprecherin des LGL sind die Hühner des Geflügelhofs Brandhuber „bereits ausgestallt und geschlachtet“ worden. Insgesamt gut 40 000 Hennen legten dort täglich 35 000 Eier. „Es sind Proben in drei Ställen genommen worden, einer von ihnen ist ein Stall mit Kleingruppenhaltung“, sagt der Sprecher des Geflügelhofs. „Dort sind auf Eierschalen die Salmonellen entdeckt worden. Im Ei selber konnten keine Salmonellen nachgewiesen werden. In den beiden anderen Ställen sind sowohl auf der Schale als auch in den Eiern keine Salmonellen gefunden worden.“

In der Bodenhaltung legten auf dem Geflügelhof in Siglfing etwa 20 000 Hennen, in der Kleingruppenhaltung 15 000. Diese 15 000 sind schon geschlachtet, „die waren aber sowieso zur Schlachtung vorgesehen“, heißt es. Das Fleisch der Hühner könne bedenkenlos verwertet werden. Und wie kam es zu dem Salmonellen-Befall? „Das muss nicht zwangsweise vom Huhn kommen, die Verunreinigung kann auch von Insekten oder vom Futter kommen“, sagt der Sprecher. Allerdings drohen dem seit 50 Jahren ohne jede Beanstandung wirtschaftenden Betrieb Konsequenzen. Seit die Proben genommen wurden, sind keine Eier mehr in Umlauf gekommen. „Der Betrieb kann derzeit keine Eier produzieren. Das hat dramatische Folgen für den Hof und eventuell auch für seine Mitarbeiter.“

 Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf lobt Geflügelhof-Besitzer Franz Brandhuber ausdrücklich: „Den Rückruf der Eier aus Bodenhaltung hat er vorsorglich und freiwillig gemacht. Dafür gebührt ihm Hochachtung. Was er getan hat, war mehr als nötig gewesen wäre.“ Die Ministerin weist in diesem Zusammenhang noch einmal auf wichtige Regeln im Umgang mit Geflügel und seinen Produkten hin: „Wo ein Huhn ist, sind eben auch Salmonellen. Das kann auch einem Bio-Betrieb passieren. Es ist einfach enorm wichtig, dass man sich immer gut die Hände wäscht, wenn man in Kontakt mit Eiern oder Geflügel gekommen ist.“

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