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Schüler und Lehrer fühlen sich hier seit den Weihnachtsferien wohl. Von der lauten Generalsanierung bekommen die Klassen so gut wie nichts mit. 

Sanierung am Lodererplatz 

Das Schul-Provisorium als Traumlösung

Eines der größten Bauprojekte der Stadt hat begonnen: die Totalsanierung der Mittelschule am Lodererplatz. Die Schüler haben einen schmucken Interimsbau bezogen. Ein Besuch im Luxus-Provisorium.

Erding Bereits in den Sommerferien war mit dem Bau des Interimsgebäudes begonnen worden. Pünktlich zu den Weihnachtsferien war alles fertig. Mit Unterrichtsbeginn zogen die jungen Damen und Herren um. Zwölf Klassen begaben sich auf Wanderschaft.

So stand am ersten Schultag nach den Ferien für die achten, neunten und zehnten Klassen erst einmal Umzug auf dem Stundenplan. „Wir haben das Ganze gestaffelt. Zuerst sind die vier zehnten Klassen umgezogen, dann die sechs Neunten“, berichtet Petra Leubner, Direktorin der Mittelschule am Lodererplatz. „Unsere zwei achten Klassen des M-Zweigs sind dann am nächsten Tag umgezogen.“

Schüler packen beim Umzug mit an

Bereits in der Woche vor den Weihnachtsferien seien die Möbel aus den ehemaligen Klassenzimmern ausgeräumt und umzugsbereit in der Aula deponiert worden. Reibungslos sei die Übersiedlung zum eigentlichen Unterrichtsbeginn abgelaufen, versichert die Direktorin. „Das hat auch funktionieren müssen – denn zurück können wir nicht mehr.“

Der Langbau, der als erstes saniert wird, wurde vor dem Umzug „bereits dicht gemacht“, erklärt sie. Der Ortswechsel sei keinesfalls negativ zu werten. „Die Schüler sind happy, dass sie nicht in einem Container sind, und ich bin begeistert, dass alles so schön geworden ist“, berichtet Leubner.

So gut der Interimsbau auch allen gefallen mag, ein Problem gab es trotzdem: Das Gebäude wurde nämlich auf der Wiese direkt an der Grundschule errichtet. Dementsprechend groß ist der Ansturm dann, wenn die Pausenglocke läutet und sowohl die großen Schüler aus dem Interimsbau, als auch die Grundschüler in die Aula stürmen, etwa um sich was zu essen zu holen.

Kinder trauern um ihren Rodelhügel

Doch zu diesem Problem wurde sich bereits im Vorhinein eine Lösung überlegt, die dem Vernehmen nach auch gut funktioniert: „Wir haben Bestellzettel organisiert, mit denen jeweils zwei verantwortliche Schüler pro Klasse in die Aula gehen und für alle holen. Außerdem bleiben in den Pausen immer zwei Kollegen vor Ort und halten Aufsicht – so müssen nicht alle Schüler in den Pausen das Gebäude verlassen“, erzählt die Direktorin.

Für Kritik sorgt weiter der Standort. Denn für die Schule auf Zeit wurde der kleine Rodelhügel neben der Grundschule geschleift, was vor allem den Jüngsten am Lodererplatz überhaupt nicht gefällt.

Optisch ist der Interimsbau in jedem Fall ein Hingucker. Besonders auffällig sind die hellen Farben auf den Fluren und viel Tageslicht. Neben einem knalligen Hellgrün und Orange sind hier auch ruhige Beigetöne und viel Holz verarbeitet worden – kein Vergleich zum alten Schulhaus oder einem Containerbau.

Doch nicht nur architektonisch bringt das Gebäude Verbesserungen mit sich, sondern auch beim Unterricht. „Vom Baulärm bekommt man hier fast gar nichts mehr mit“, beteuert Isabella Scheidl, Schülerin der 10aM. Die Voraussetzung für gute Konzentration, vor allem in Prüfungen, sei auch durch die Abtrennung der jüngeren Klassen stärker gegeben, erklärt Denise Bauer-Fritzsche aus der 10bM.

Vom neuen Design im Interimsbau sind nicht nur viele Schüler begeistert, auch Heike Langer, Klassenleiterin der 10a, sieht hier definitiv einen Fortschritt: „Es ist wie ein Neuanfang. Es gibt keine alten Strukturen mehr, so entstehen tolle neue Ideen und das motiviert sehr.“ Offener ist das neue Gebäude im Vergleich zum alten Langbau. Türen zwischen den einzelnen Klassenzimmern ermöglichen einen schnelleren Austausch und bessere Zusammenarbeit. Aber auch technisch moderner ist es hier.

Bauabschluss im ersten Halbjahr 2020

Wenn der Langbau saniert ist, wird auch hier frischer Wind wehen. Neue Konzepte sollen mit der Fertigstellung der Mittelschule – laut Stadtsprecher Christian Wanninger wird das im ersten Halbjahr 2020 der Fall sein – mit einziehen. „Vorgesehen sind Lernlandschaften auf Jahrgangsstufenebene, um Kommunikation und Lernatmosphäre besser zu gestalten. Natürlich kommen auch technische Neuerungen“, erklärt Direktorin Leubner.

Sanierung und Umbau lässt sich die Stadt einiges Kosten: 20 Millionen Euro sollen hier investiert werden, so Wanninger. Nach der Fertigstellung des Ersatzgebäudes ist seinen Worten zufolge nur „der Startschuss am Gebäudekörper gefallen“, erklärt der Pressesprecher. Nach der Sanierung des Langbaus stünden der Kopfbau und die Aula auf dem Plan. Was nach der Komplettsanierung mit dem Interimsbau geschieht, „steht noch nicht fest“, erklärt der Pressesprecher. Klar ist nur: Auch bei der Grundschule besteht akuter Handlungsbedarf.

Von Franziska Böhm

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