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Heller Ziegel für den Langbau: Allein das Verblendmauerwerk an der Mittelschule am Lodererplatz wird 460 000 Euro kosten. Den Auftrag dafür vergaben die Stadträte am Dienstag an die Firma Duda in Heilbronn. Für die Entsorgung der Schadstoffe in Decken und Böden muss die Stadt 300 000 Euro berappen. 

Sanierung der Mittelschule am Lodererplatz 

Gute Zahlen in der Kosten-Lotterie

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Es ist die größte Baustelle, die die Stadt Erding je in Angriff genommen hat. Mehr als 20 Millionen Euro wird die Generalsanierung der Mittelschule am Lodererplatz kosten – und bis 2020 dauern. Ein Mammutprojekt, das akribisch geplant werden will.

Erding– Am 8. Januar geht’s los mit der Generalsanierung der Mittelschule am Lodererplatz. Den Stadträten im Planungs- und Bauausschuss stellten Stadtbaumeister Sebastian Henrich und Architekt Ralf Grotz am Dienstagabend die aktuelle Termin- und Kostenentwicklung vor. Und sie hatten Positives zu vermelden: Trotz einer „wilden Rallye rauf und runter“, wie Henrich sagte, befinde man sich im Kostenrahmen. „Die Spreizung zwischen den Angeboten ist unglaublich.“

Grotz ergänzte, dass nach dem Rücklauf der wichtigsten Gewerke nun 60 Prozent der Bauleistungen – genau 33 von 62 Ausschreibungen – vergeben seien. „Wir haben eine Kostenunterschreitung von 4,79 Prozent Prozent.“ Das liegt zum einen an der akribischen Kostensicherung, bei der Architekt und Stadt vom Büro MasterPlan unterstützt werden. Zum anderen sei die „frühzeitige Ausschreibung ausschlaggebend für die Anzahl der Angebote und deren Höhe“, sagte Grotz. So sind beispielsweise für die Spengler- oder Schlosserarbeiten zehn beziehungsweise 17 Angebote eingegangen. OB Max Gotz (CSU) berichtete zum Vergleich von anderen Kommunen, die sich über ein einziges Ausschreibungsangebot freuen würden.

Warum das in Erding besser läuft, erklärte Henrich: „Wir sind nicht unbedingt eher dran, sondern wir fangen wegen des Interimsbaus später an. Das ist hier ein Vorteil.“ Das Ersatzgebäude, das gerade im Garten der benachbarten Grundschule errichtet wird, soll im Dezember fertig sein. Er allein kostet 2,2 Millionen Euro. Diese Summe ist in den Sanierungskosten in Höhe von 20,7 Millionen Euro noch nicht enthalten.

Im Interimsbau sind die Schüler während der Arbeiten im 90 Meter langen Langbau untergebracht. Der erste Bauabschnitt soll Ende 2018 fertig sein, der zweite im Frühjahr 2020.

Detailliert stellte Ingo Heusler vom Ingenieurbüro Bauphysik in Hohenbrunn die Planung für den Sonnenschutz vor. Sie sieht für die Klassenzimmer eine Sonnenschutzverglasung und Außenrollos (so genannte Lamellen-Raffstores) vor. Im Zwischenbau, in dem sich Aula, Musikräume und Pausenbereich befinden, sollen feststehende Sonnenschutz-Lamellen an den Fenstern angebracht werden. Zudem wird eine Lüftungsanlage eingebaut. Ob die von Heusler vorgestellten Berechnungen nicht nur die Personen in den Räumen, sondern auch die Wärmeentwickung durch die neuen Präsentationstechniken berücksichtigt haben, wollte Herbert Maier (Grüne) wissen. Er will auch ausgeschlossen sehen, dass durch die Lüftung die Raumluft zu trocken wird.

Anja Kuhr, Ingenieurin im städtischen Bauamt, erklärte, es werde zur Lüftung eine genaue Nutzeranleitung geben. Sie ist überzeugt: „Wir haben an 320 Tagen im Jahr mit dieser Lüftung ein hervorragendes Raumklima.“ Selbst die Fenster könnten geöffnet werden, „auch wenn das das System stört“. Über eine Nachtlüftung ist noch nicht entschieden.

von Gabi Zierz

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