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Der dem Altstadt-Grundriss nachempfundene Spielplatz ist das Herzstück des zweiten Abschnitts der Erdinger Stadtpark-Sanierung.

Sanierung Stadtpark, Teil II

Mini-Altstadt als Spielplatz

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Die Stadt Erding will noch heuer mit dem zweiten Bauabschnitt der Stadtpark-Sanierung beginnen – für 4,45 Millionen Euro. Sowohl Senioren als auch Kleinkinder sollen auf ihre Kosten kommen. Herzstück bildet ein Spielplatz, der der Altstadt nachempfunden ist.

Erding - Die Planung, die Landschaftsarchitekt Martin Rist am Dienstag im Stadtrat vorstellte, sorgte fraktionsübergreifend für Begeisterung. Da nahm man auch klaglos hin, dass die Kosten im Vergleich zur ersten Berechnung von vor zwei Jahren von 3,85 auf 4,45 Millionen Euro gestiegen sind.

Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) erinnerte daran, wie umstritten der erste Bauabschnitt der Parksanierung anfangs gewesen sei. „Wir haben die Menschen überzeugt.“ Deswegen rechnet er beim zweiten Teil mit deutlich weniger Widerständen, obwohl dieser deutlich teurer, aber auch größer ist.

Besonders gut kam der neue Kinderspielplatz an, der sich an Drei- bis Sechsjährige richtet – mit Schaukeln und Kraxelgelegenheiten. Er kommt dahin, wo jetzt das Damwildgehege ist, das bekanntlich aus Tierschutzgründen aufgelöst wird. Der Streichelzoo bleibt erhalten. Der Spielplatz wurde gemeinsam mit Museumsleiter Harald Krause konzipiert und ist dem Grundriss der historischen Innenstadt nachempfunden. Umgeben wird das Areal von einem 15 Zentimenter tiefen Wassergraben. Die Brücken symbolisieren die Münchener, Landshuter und Haager Straße. In der Mitte befindet sich ein Brunnen, der den Schrannenplatz verkörpert. Stadtturm und Frauenkircherl werden als Spieltürme ausgestaltet. Rund herum ist ein bespielbarer Wall – eine Reminiszenz an die Stadtmauer. Die Eltern können sich in Sichtweite auf Beton-Sitzblöcken ausruhen, wie es sie auch am Kronthaler Weiher gibt. In einem Pavillon wird der historische Zusammenhang erklärt.

Der Wassergraben mündet in ein Bächlein, das durch die neu angelegte Spielwiese mäandert. Rist kündigte einige Staustufen an. Sein augenzwinkerndes Fazit: „Das wird nur den Eltern nicht gefallen, die nicht wollen, dass ihre Kinder nass werden.“

Der Ententeich zwischen Sempt und Streichelgehege ist ökologisch wertlos und wird an die Sempt angeschlossen. Daneben bekommt die Sempt ein weiteres begehbares Ufer aus Betonstufen.

Auch die Senioren stehen im Fokus. Die große Wiese zwischen dem Schach-Großfeld und der Hangkante zur Parkstraße hin wird gelichtet. Am westlichen Rand realisiert die Stadt einen Bewegungsparcours sowie ein Boule-Feld – Angebote, die sich laut Rist vor allem an die ältere Generation richten.

Überdies kündigte der Landschaftsarchitekt ein neues Wegenetz an. Etliche Trampelfpade werden aufgelöst. Im Bereich des Altwasserarms vor dem Kraftwerk wird der Uferweg durch einen Steg ersetzt.

Neu gestalten will die Stadt die Parkeingänge Parkstraße und neben Gymnasium und Mädchenrealschule. „Dabei werden wir den Platzcharakter wieder stärker herausarbeiten. Der Von-Grainger-Weg wird im Bereich Bahnübergang verschwenkt“, kündigte Stadtbaumeister Sebastian Henrich an. Rist ergänzte, dass die Hangkante wieder sichtbar gemacht werde. Auch hier sind Sitzmauern vorgesehen.

Gleichzeitig in Angriff nehmen will Henrich den nordöstlichen Parkteil im Bereich des Fischer’s Seniorenzentrum. Rist erklärte: „Es gibt klare Sichtachsen, die den Park durchlässiger machen. In die Wiesen bauen wir Mulden ein, die bei Starkregen Wasser aufnehmen sollen.“

Gotz betonte, dass der Umbau nicht nur Menschen, sondern auch der Natur diene. 1400 Bäume seien kartiert worden. Einige werden dem neuen Konzept zum Opfer fallen. Umweltreferent Thomas Schreder versicherte, „dass der erste Bauabschnitt zu einer beträchtlichen Erhöhung der Artenvielfalt geführt hat. Das wird nun wieder der Fall sein.“

In der Debatte mahnte Horst Schmidt (SPD) einen Bauzaun anstatt eines Bretterzauns an. Die Arbeiten sollten transparent sein. Walter Rauscher erneuerte seinen Vorschlag, auf der Sempt das Boot fahren wieder zu ermöglichen.

Zur Sempt erklärte Henrich, dass das Bachbett ausgebaggert werde. Das Wasserwirtschaftsamt habe zugestimmt. An der Schwillach habe man schon begonnen.

Die Kostenmehrung begründete Rist mit dem Verdacht auf Altlasten im Bereich des Geheges, dem aufwändiger gestalteten Spielplatz sowie der allgemeinen Preissteigerung am Bau.

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