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Nach der Hochwasser-Katastrophe in Niederbayern

Scharf: Kein Rütteln am Schutz für Erding

Erding – Die Milliardenschäden nach dem Hochwasser in Niederbayern werden sich nicht auf den Flutschutz für Erding auswirken. Dies versichert Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf unserer Zeitung. OB Max Gotz glaubt, dass der Katastrophenschutz nun sogar ausgebaut wird.

Auf den Tag genau drei Jahre nach dem Hochwasser-Drama von Erding ging im Landkreis Rottal-Inn die Welt unter. Das Ausmaß dort ist mit mindestens einer Milliarde Euro Schaden und vor allem sieben Toten noch viel größer als damals in Erding. Dennoch stellt sich die Frage, ob der Freistaat Bayern jetzt noch die Mittel hat, Erding vor neuerlichen Wassermassen zu schützen und die Sempt zu bändigen.

Die Erdinger Stimmkreisabgeordnete und Umweltministerin Ulrike Scharf zerstreute am Sonntag im Gespräch mit unserer Zeitung etwaige Befürchtungen. „Wir haben den Aktionsplan Bayern 2020+, der für den Hochwasserschutz in den nächsten Jahren 3,4 Milliarden Euro vorsieht, für ganze Deiche und Polder, aber auch für kleinere Einzelmaßnahmen.“ 300 Projekte seien es derzeit – „darunter auch Erding in der höchsten Priorität“. Daran werde nicht gerüttelt.

Im Gegenteil, versprach die CSU-Politikerin. Was die Kreisstadt betrifft, sei man in der Terminfindung, um den Maßnahmenplan des Wasserwirtschaftsamtes München mit dem betroffenen Gemeinden zu besprechen. Bekanntlich gibt es zwei Wege: Entweder Mauern und Dämme entlang der Sempt durchs Stadtgebiet, oder einen großen Polder als Rückhalt im Bereich Niederwörth.

Weder Scharf noch Erdings Oberbürgermeister Max Gotz wollen sagen, welche Variante favorisiert wird. Nach Informationen unserer Zeitung läuft es auf das Rückkhaltebecken südlich von Bergham/Aufhausen hinaus. Nicht umsonst betonen Scharf und Gotz, im Dialog mit der Gemeinde Wörth zu sein. Dem OB ist es wichtig, „den Menschen klarzumachen, dass es nicht um einen See geht, sondern um Grünflächen, die im Extremfall geflutet werden“.

Auch Gotz ist überzeugt, dass die Pläne weiter mit Verve verfolgt werden. „Meines Erachtens wird der Druck auf die Politik nach den jüngsten Ereignissen sogar eher noch zunehmen, in den Schutz vor extremen Naturereignissen zu investieren.“ Er selbst habe in den vergangenen Tagen, „immer wieder himmelangst nach oben geschaut und gehofft, dass es ruhig bleibt“.

Scharf weist darauf hin, dass die Katastrophen von 2013 und jetzt wenig miteinander zu tun hätten. „Damals war das Unheil gewissermaßen absehbar. Es hatte tagelang geregnet, und die Tiefs waren erkennbar. Jetzt haben wir es mit sehr mächtigen, aber kleinräumigen Gewitterzellen zu tun, die schwer vorhersehbar sind.“ Deswegen sei auch die Vorwarnung problematischer. „Es wird jetzt unsere Aufgabe sein, alles zu unternehmen, auch hier weiterzukommen“, so Scharf, die bislang dreimal in Simbach am Inn war. Damit werde noch diese Woche begonnen – am Dienstag im Kabinett.

Nicht nur der Staat hält an seinen Schutzplänen für Erding fest, sondern auch die Stadt selbst. Sie ist für die Gräben zuständig. „Die Herausforderung ist nicht nur, dass diese immer frei und durchlässig sind. Wir werden auch hier um Rückhaltebecken nicht herumkommen“, so der OB. Namentlich nannte er unter anderem den Itzlinger und den Aufhauser Graben – „auch inmitten des Stadtgebiets“. Dazu werde es Planfeststellungsverfahren geben. Erst dann könne der Baustopp in einigen Teilen Erdings aufgehoben werden.

Er ist aber auch der Meinung, „dass wir seit 2013 sehr weit gekommen sind“. Damit meint er nicht nur die Verbesserung der Ausrüstung für die Feuerwehren, sondern auch die Ausbaupläne. „Die sind sehr schnell erarbeitet worden, jetzt geht es an die Umsetzung – hoffentlich vor dem nächsten Schadensereignis.“

Hans Moritz

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