Schläger muss acht Monate ins Gefängnis

Erding - Für eine Rempelei in der Erdinger Diskothek Sunrise rächten sich am 28. Mai 2007 drei Jugendliche aus Markt Schwaben.

Sie folgten ihrem Opfer bis zur Unterführung der Anton-Bruckner-Straße, schlugen es nieder und traten auf den jungen Mann ein. Das Amtsgericht verurteilte Rädelsführer Christian N. (Namen geändert) zu acht Monaten Gefängnis ohne Bewährung.

Der 21-Jährige hatte zuvor in der Diskothek der Freundin von Stefan M. (27) an den Po gegriffen, woraufhin ihn dieser schubste und er vom Türsteher des Lokals verwiesen wurde. Christian N. und zwei seiner Freunde kamen auf die Straße, als das Paar auf dem Heimweg war. In der Unterführung holten sie sie ein. Der Angeklagte schlug Stefan M. mit mehreren Faustschlägen zu Boden. Alle drei traten vor den Augen seiner hilflosen Freundin auf ihn ein. Ihr Opfer war blutüberströmt und hatte zahlreiche Prellungen, ehe sie endlich von ihm abließen.

Während gegen zwei Schläger noch ermittelt wird, gab sich Christian N. teilweise geständig. Entgegen der Zeugenaussagen habe es nur einen Mittäter gegeben. Er selbst habe nicht zugetreten. Nach der Attacke habe er sich in eine Anti-Aggressions-Therapie begeben. Der Angeklagte zitierte seinen Psychologen vor Gericht mit den Worten: "Wut ist auch ein Gefühl."

Therapie und Entschuldigung erfolgten allerdings erst nach Eröffnung des Verfahrens, so dass die Staatsanwältin dem keinen großen Wert zumaß. Umso schwerer fielen für sie die fünf Vorstrafen ins Gewicht, vorwiegend wegen gefährlicher Körperverletzung. Bei der Urteilsverkündung zu acht Monaten Haft ohne Bewährung brach der 21-jährige in Tränen aus. Doch auch Richterin Astrid von Boenninghausen-Budberg befand, dass die Reue zu spät gekommen sei. Zum einen könne sie keine günstige Sozialprognose erkennen, zum anderen gebiete die Verteidigung der Rechtordnung die Haftstrafe. (gse)

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