Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar zum Wochenende

Schließung des Fliegerhorsts: Verteidigungspolitischer Irrsinn

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2021 wird der Fliegerhorst Erding Geschichte sein. Der Abzug läuft. Aus sicherheitspolitischer Sicht ist die Entscheidung des Bundes in keiner Weise nachzuvollziehen, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar zum Wochenende.

Für Erding ist es eine bittere Entscheidung, ein wehmütiger Abschied, das Ende eines großen Kapitels Stadtgeschichte. Verteidigungspolitisch ist es irrsinnig. Mit der Schließung des Fliegerhorsts Erding gibt der Bund seinen letzten funktionstüchtigen Militärflugplatz in Südbayern auf – und reißt damit ein wichtiges Stück Sicherheitsarchitektur mutwillig ein.

Es ist eine aus der Zeit gefallene Entscheidung. Sie wurde 2011 von einem unbedingt in die Geschichtsbücher strebenden und am Ende kläglich gescheiterten Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gefällt, der nicht nur die Bundeswehr auszuhungern begann, sondern auch gleich die Wehrpflicht und damit auch den Zivildienst abschaffte.

Keiner seiner Nachfolger, Thomas de Maizière und Ursula von der Leyen, hinterfragte jemals diese Entscheidung, geschweige denn, dass er oder sie sie revidiert hätte. Es ging immer weiter abwärts, die Landesverteidigung verlor völlig an Bedeutung.

Mit fatalen Folgen: Unser Militär befindet sich in einem erbarmungswürdigen Zustand. Und das in einer Zeit, in der die weltpolitische Lage nicht nur so unsicher ist, wie schon lange nicht mehr. Sondern in der sich gar nicht so weit weg von uns militärische Mächte so feindselig wie lange nicht mehr gegenüber stehen – die Nato und Russland im Baltikum. Hinzu kommen Pulverfässer wie Syrien, Nordkorea oder Trump in den USA.

Die Bundeswehr ist im Ausland nach wie vor gefragt und gefordert, kommt aber daher wie Uschis Resterampe – ausgezehrt und kaputt gespart. Es geht nicht um Machtdemonstration, sondern unseren Schutz.

Erding hat sich seiner Kaserne immer verbunden gefühlt, Fliegerhorst und Stadt bildeten stets eine Einheit. All das hat bei der Zerschlagung keine Rolle gespielt. Am neuen Standort Manching machen Militär und Wirtschaft nun gemeinsame Sache. Alles wunderbar! Aber ist es die richtige Antwort auf eine Zeit, in der wir nach jahrzehntelangem Frieden wieder Angst vor kriegerischen Auseinandersetzungen haben müssen?

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